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Full text : Allgemeine Bildungsmittel (Gruppe XXVI, Section 6), officieller Ausstellungs-Bericht

Die  focial-ökonomifchen  Bildungsmittel.

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einzelnen  Fabrikscentren  ;  Aufhäufung  von  Arbeitskräften,  Zufammendrängung
derfelben  an  einzelnen  Orten  und  in  einzelnen  zu  ungeheurer  Ausdehnung
wachfenden  Fabriken,  Nothwendigkeit  grofser  Anlags-  und  Betriebscapitalien,  um
in  der  induftriellen  Welt  Stand  zu  halten,  kurz  Capitalswirthfchaft,  der  eigentlich
wirthfchaftliche  Ausdruck  der  Dampfkraft  und  ihrer  Benützung  in  der  Induftrie,
welche  ja  nur  die  technifche  Seite  diefes  Lebens  bedeutet,  ift  das  Kennzeichen
der  modernen  Zeit.  Die  letzte  Aeufserung  derfelben  ift  der  aus  der  Maffenproduklion
  und  den  grofsen  Betriebs-  und  Anlagscapitalien  hervorgehende  Capitalsgewinn,
  der  nicht  mehr  als  langfam  erworbener  Profit  der  Arbeit,  fondern  als  wie
fich  felbft  erzeugender  Zins  des  Capitales  und  wie  ohne  Arbeit  erworben,  nur  durch
die  Macht  des  Befitzes  fich  felbft  fchaffend  erfcheint.  Da  tritt  die  Frage  auf,  was
in  Mitte  diefer  Bewegung  der  Antheil  der  Arbeitsleiftung  ift,  die  ja  nicht  mehr
durch  Selbftftändigkeit  und  Tüchtigkeit,  fondern  nur  als  dienftbares  Element  des
Capitales,  das  heifst  der  Dampfmafchine  fich  bewähren  kann.  Die  Antwort,  die
das  Capital  auf  diefe  Frage  gab,  war  der  Lohn,  der  Lohn,  der  fich  einfach  durch
Nachfrage  und  Angebot  ergibt,  und  als  niederfter  Lohn  durch  die  Koften  der
Arbeit  beftimmt  wird.
Dafs  man  in  diefer  Antwort  zuerft  allgemein,  dann  häufig  und  heute  noch
im  Einzelnen  zu  weit  ging  und  die  Koften  der  Arbeit  nach  der  äufserften  Nothdurft
  des  menfchlichen  Lebens  berechnete,  gehört  bereits  der  Gefchichte  an.
Man  hat  allmälig  erkennen  gelernt,  dafs  hohe  Arbeitslöhne  keineswegs  immer
die  Produktion  vertheuern,  eben  fo  wenig  als  niedrige  Arbeitslöhne  fie  ftets
billiger  machen.  In  Rufsland  z.  B.  find  ja,  wie  bekannt,  die  Nominalpreife
der  Arbeit  billiger  als  überall  in  Europa  und  nichtsdeftoweniger  ift  die  Güter
erzeugung.  z.  B.  die  Eifenproduktion  dafelbft  viel  koftfpieliger  als  in  England.  Es
mufste  daher  Jedermann  einleuchten,  dafs  die  lang  gepredigte  Nothwendigkeit,
billige  Arbeitslöhne  zu  behaupten,  einmal  keine  wiffenfchaftliche  Berechtigung
hat,  dafs  die  Höhe  des  Lohnes  aberauchgar  nicht  von  dem  Willen  der  Menfchen,
fondern  von  den  wirthfchaftlichen  Verhältniffen  überhaupt  abhängt.
Man  hat  in  einer  anderen  Richtung  die  Billigkeit  des  Arbeitslohnes  in  der
höchften  Ausnützung  der  Arbeitskraft  durch  die  faft  übermenfchliche  Vermehrung
der  Arbeitsftunden  anzuftreben  lange  gefucht.  Man  lernte  erft  fpäter  erkennen
dafs  ebenfo  wenig  als  niedriger  Arbeitslohn  ein  Zeichen  billiger  Produktion  ift,
ebenfo  wenig  eine  geringere  Zahl  der  Arbeitsftunden  als  unbedingte  Veranlaffung
geringerer  Produktion  betrachtet  werden  kann.  Der  ruffifche  Feldarbeiter,  um  bei
dem  obigen  Beifpiel  zu  bleiben,  beginnt  im  Sommer  fchon  zwifchen  2  und  3  Uhr
Morgens  feine  Arbeit  und  beendigt  fie  um  9  Uhr  Abends;  trotzdem  vollbringt
ein  englifcher  Farmarbeiter  in  feiner  zehnftündigen  Arbeit  das  Arbeitsrefultat  von
zwei  ruffifchen  Arbeitern.  Die  Beifpiele  lalfen  fich  fo  ins  Unendliche  vermehren,
fo  dafs  man  allgemein  annehmen  kann,  dafs  mit  der  Verminderung  der  Arbeitszeit
bei  fonft  tüchtiger  fittlicher  und  wirthfchaftlicher  Bildung  nicht  nur  die  Quantität,
fondern  auch  die  Qualität  der  Arbeit  gefteigert  wird.
Die  Erkenntnifs  diefer  Grundfätze  brauchte  lange  Jahre,  bis  fie  allgemein
wurde,  ebenfo  wie  die  Erkenntnifs  jener  Grundfätze,  die  den  Arbeiter  in  feinen
Forderungen  bei  der  oben  angeregten  Frage  leiten  follen.
Von  Anfang  an  war  die  Frage  nach  feinem  Rechte  in  eine  ganz  eigenthümliche
  Geftalt  gekommen,  und  politifche  und  fo'ciale  Verhältniffe  drängten  fie  auf
eine  ganz  merkwürdige  Bahn.  Wie  follte  dem  Arbeiter  auch  die  oben  angeregte
Idee  feiner  Stellung  und  feiner  Berechtigung  klar  fein  zumeift  in  Mitte  des
Capitales,  das  nur  zur  Geltung  kam  und  der  grofsen  Induftrie,  die  fie  entwickelte  und
von  diefer  felbft  nicht  begriffen  wurde.  In  der  Vernichtung  des  kleinen  Gewerbes
Iah  er  durch  das  grofse  Capital  feine  eigene  Freiheit  und  Zukunft,  indem  er  fie
früher  immer  erreichen  konnte,  nicht  nur  begrenzt,  fondern  zerftört.  Er  fah  fich
als  ewiger  Diener  der  Mafchine,  als  Arbeiter  in  der  Fabrik,  um  fein  Leben
betrogen.  Und  doch,  je  gröfser  die  Arbeitermaffen  wurden,  die  fich  an  einem  Orte,
            
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