Die focial-ökonomifchen Bildungsmittel.
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Die Volksbibliotheken.
Wir folgen den Staaten in der Betrachtung, wie fie in der Induftriehalle
aut einander folgten. Amerika hatte einige Kataloge feiner zahlreichen Biblio
theken, wie fie theils befonderen Vereinen, theils der Gefammtheit angehören, zur
Ausftellung gebracht. Zu den erfteren zählen die fogenannten Mechanik- und
mercantile Bibliotheks-Gefellfchaften, von denen die New-Yorker Gefellfchaften,
die Gefellfchaft zu Boflon, Brockfield, die Kataloge ihrer Bibliotheken ausgeftellt
hatten, und in denen zumeift Schriften englifcher und amerikanifcher Autoren und
natürlich überwiegend lechnifchen Inhaltes vertreten find. Zu den zweiten zählen
die Staatsbibliotheken von Wafchington, Wefton, Winchefter, Worchefter und
die Bibliothek des Jünglingsvereines zu New York, welche gleichfalls ihre
Kataloge und einzelnen Werke zur Ausftellung gefchickt hatten. Der Charakter
aller diefer Bibliotheken ift dadurch zur Genüge gekennzeichnet, dafs fie zumeift
als öffentliche Bibliotheken anerkannt und allgemein zugänglich find. Sie ent
halten englifche und amerikanifche, franzöfifche und deutfehe Schriften hiftori-
fchen, geographifchen und fchönwiffenfchaftlichen Inhaltes. Die amerikanifche
Bibelgefellfchaft von New-York, die feit einem halben Jahrhundert gegründet,
Taufend^ vonZweiggefellfchaften zählt und Millionen von Bibeln in allen Sprachen
vertheilt hat, war auf der Ausftellung nur durch ihre Kataloge vertreten. Mit
befonderer Beziehung auf das Leben der Arbeiter und die Bildung derfelben
find die Handwerkervereins-Bibliotheken, von denen Lovell und Detrait die
Kataloge derfelben zur Ausftellung gefchickt hatten. Mit hieher gehören die
Katalbge der Athenäumsbibliotheken von Pittsfield und Weft-Newton mit Schriften,
überwiegend der Technik, Mechanik und Chemie angehörend.
England hat leider gar nichts zur Ausftellung gebracht, obgleich es das
Land ift, in welchem das Volksbibliotheks-Wefen zuerft in ausgedehnter Weife
beachtet wurde. Ebenfo find Leihbibliotheken und Lefezimmer über das ganze
Land zerftreut und zumeift zur Benützung der Arbeiter von Gemeinden und
Arbeitervereinen oder Vereinen, welche fich die Errichtung von Arbeiter- und
Volksbibliotheken zur Aufgabe gefetzt haben, errichtet worden. Buchhändler und
Verleger unterftützen auf das Freigebigfte diefe Vereine, was wir zur Darnach -
achtung für die deutfehen und auch öfterreichifchen Verleger hier doch hervor
heben miiffen.
Auch F rank reich, das auf der Parifer Weltausfteilung eine grofsartige
Sammlung der Kataloge der Bibliotheken für das Volk und für die Arbeiter aus-
geftellt hatte, war nur in ganz einfeitiger Weife in Wien vertreten. Einige Statuten
und Kataloge von Bibliotheken in Paris fanden fich vor; dann eine Denkfchrift
von Louis B eg non über die in Thenuille gefchaffenen Einrichtungen zur För
derung der Volkserziehung und Entwicklung des Gewerbefleifses und der Volks-
wirthfehaft, unter welchem die Bibliothek der Stadt eine befondere Stellung ein
nimmt. Gefchichtliche Schriften, Lehrbücher der Geographie, der Chemie und
der Mathematik bilden einen Hauptbeftandtheil derfelben. Dann hatten fich die
Bibelgefellfchaften von Paris eingefunden mit ihren Rechenfchaftsberichten und
verfchiedenen Ausgaben der Bibel und des neuen Teftamentes, ftreng in Glas-
käften verwahrt gewefen und feiten zugänglich. Für den Vertrieb ihrer Schriften
fanden die Gefellfchaften in Wien nur einen fehr ungünftigen Boden.
Bei diefer geringen Betheiligung ift wenig über die Fortfehritte desBiblio-
thekwefens in Frankreich zu fagen. Und doch hat das Gefetz vom i. Juli 1862,
nach welchem jede Schule eine öffentliche Bibliothek errichten foll, ganz günftige
Wirkungen für die Entwicklung des Volksbibliotheks-Wefens erzeugt. Auch die
neben den Schulen gefchaffenen Volks- und Arbeiterbibliotheken, welche von
den hervorragendften Perfönlichkeiten Frankreichs entweder geleitet oder wenig-