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Full text: Allgemeine Bildungsmittel (Gruppe XXVI, Section 6), officieller Ausstellungs-Bericht

Die focial-ökonomifchen Bildungsmittel. 
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Umgebung erzeugt. Diefe Dampfmühle ift bei Tagesarbeit allein im Stande, per 
Jahr mehr als 20.000 Centner Mehl zu liefern. Ferne von der grofsen Cultur- 
ftrafse unferes heutigen Lebens hat deutfche Arbeit diefes fchöneWerk gefchaffen, 
welches uns in der That überhebt, in der Fremde nach Beifpielen zu fuchen für 
die focialiftifche Bewegung und deren Hilfsmittel für das Wohl der einzelnen 
Volksclaffen. Wir kommen bei der Betrachtung der Arbeiterhäufer noch auf die 
Gefellfchaft zurück und wollen am Schluffe noch der fchon einmal erwähnten 
Frauen-Erwerbvereine, die in fo rühmlicher Weife denPavillon derFrauenarbeiten 
mit einer höchft bedeutenden Ausftellung gefchmückt haben, gedenken. 
Seit längeren Jahren bewegt die Frage der Erziehung des weiblichen 
Gefchlechtes und der Entwicklung der Erwerbsfähigkeit desfelben einzelne ftreb- 
fame Männer der Wiffenfchaft und hochbegabte Frauenkreife. Die Regierung 
felbft hat nach diefer Richtung wenig oder eigentlich nichts gethan. Die Gemein 
den haben fich bemüht, die Volks- und Bürgerfchule durch die Töchterfchulen zu 
entwickeln, einzelne Klöfter haben durch ihre Schulen, zum grofsen Theile auf 
praktifche Ziele gerichtet, die Entwicklung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen 
Gefchlechtes ins Auge gefafst. Bei den Gefängniffen für weibliche Sträflinge hat 
man defsgleichen die Befferung derfelben durch Arbeit ins Auge gefafst und fucht 
durch wirthfchaftliche Erziehung die Liebe zur Arbeit und zum geordneten und 
regelmäfsigen Erwerbe zu entwickeln. Alle diefe Anftalten mit dem ganzen 
Schwarm der fchlechten und fchlechterenPrivatanftalten, welche das wenig bebaute 
und von der Regierung ganz vernachläfflgte Feld der weiblichen Erziehung und 
höheren wirthfchaftlichen wie wiffenfchaftlichen Ausbildung ausbeuten, fie haben 
fleh an der Ausftellung der weiblichen Arbeiten mit wahren und trügerifchen 
Leiftungen betheiligt und damit verflicht, ein Zeugnifs zu geben von derBildungs- 
und Arbeitstüchtigkeit des weiblichen Gefchlechtes in Oefterreich. Mit wahrem 
Glanze traten an die Spitze diefer Ausftellung die beiden grofsen Frauen-Erwerb 
vereine von Wien und Prag, von denen die Vereinsmitglieder des erfteren, die 
umflehtige Frau von Schrötter, die thatkräftige und fleifsige Priska von Hohenbruck. 
die gelehrte Dodlorsgattin Endres und A. Koppel es übernommen hatten, die 
Ausftellung der Frauenarbeiten zu ordnen und zu leiten. In der Grenze unferes 
Berichtes bleibend, haben wir uns nicht um die einzelnen ausgeftellten Arbeiten 
zu kümmern und verweifen dafür auf den Bericht von Baronin Roditzky. Uns 
kümmert nur der Verein felbft, die Organifation desfelben und feine Bedeutung. 
Der Wiener Frauenerwerb-Verein, im Jahre 1865 gegründet, verfügt heute 
durch Mitgliederbeiträge, Sammlungen und Gefchenke über ein fehr bedeutendes 
Capital und dürfte demnächft in fein eigenes Haus, „den Frauen und der Frauen 
arbeit gewidmet“, einziehen. Er hat heute eine grofse Handelsfchule, welche von 
77 Schülerinen, eine Vorbereitungsfchule, die von 18, eine Zeichnenfchule, die 
von 81, eine grofse Arbeitsfchule für weibliche Handarbeiterinen, die in Summa 
1872 von 409 Schülerinen befucht wurde. Ein Telegraphencurs hat feit den 
letzten zwei Jahren 79 Schülerinen gehabt. Die gefchäftliche Seite des Vereines 
wird theils durch die Uebernahme von Arbeiten, theils durch felbftftändige Arbei 
ten der Schülerinen, die in einem befonderen Gefchäftslocale in Vertrieb 
gebracht werden, vertreten. Im Jahre 1872 belief fleh das Vermögen des Vereines 
auf 16.650 fl. 75 kr., die Ausgaben nur auf 8526 fl. 13 kr. Das ift eine Organi 
fation, welche von dem Prager Frauenerwerb-Verein, der keine fo reichen Mittel 
hat, angeftrebt wird und in kleinerem Mafsftabe auch erreicht ift, von keinem 
anderen ähnlichen Inftitute in ganz Deutfchland auch nur annähernd erreicht wird. 
Sie fteht mitten im praktifchen Leben und hält die idealen Ziele der wiffenfchaft 
lichen Ausbildung feft im Auge. Der Prager Frauenerwerb-Verein im Jahre 1869 
gegründet, vertritt alle Richtungen, Schulen und gefchäftlichen Abflehten, wie der 
Wiener Frauenerwerb-Verein. Nur ift er, den kleineren Verhältniffen der deutfehen 
Bevölkerung entfprechend, der Zahl der Schülerinen nach und feinen Mitteln 
kleiner und begrenzter. Die Handelsfchule mit dem Vorbereitungscurs zählte
	        
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