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Wilhelm von Lindheim.
in Anregung gebracht. Um die nöthigen Gelder zu befchaffen, behob man von
allen Bauern des Reiches (mit Ausnahme von Grufien und Beffarabien) eine
jährliche Steuer von 25 Kopeken per Kopf und von den Kaufleuten einen Zufchlag
von 25 Percent auf die von denfelben zu entrichtenden Abgaben. Diefe Steuern
ergaben ungefähr 5.240.000 Papierrubel, und es wurde nun zur Anlage von
Kunftftrafsen gefchritten. Die erfte Chauffee, welche gebaut wurde, war die zwi-
fchen St. Petersburg und Moskau in einer Länge von 6771/3 Werft (775 Kilometer) ;
50 Jahre fpäter betrug die Länge der gefammten ruffifchen Kunftftrafsen bereits
6824 Werft (7800 Kilometer). An Chauffeegeldern wurden von 1860 bis 1868
folgende Beträge eingenommen:
Chauffee
Länge in Werft
St. Peterburg-Moskau
St. Petersburg Kowno
Nifchnei Nowgorod
Serginhov’fche
Jaroflaw . . . . •
Moskau-Warfchau
Tula
Scheltkow’fche
Kiew ....
Rj äfan
Tula-Orel
Nowgorod-Pfkow
Bobruifk
Smolenfk
Orel-Kurfk
Witefbk Smolenlk
Riga-Tauroggen
Kiew-Breft
Karfk-Charkow
Woronefch
Orel-Brianfk • . . .
Pfkow-Riga
Narva
Ilin’fche . .
Zufammen . .
677%
6981/4
391
92
24734
10013/4
77
12
797 y*
174%
i &7 1 /3
120 i/ 4
i°5 %
41
i47 s A
224%
'55%
560
209
2 75 V*
246
232
141
20
6914 '/*
l86o—1864 1865—1868
Einnahme in Rubeln
46.387
15-381
71975
29.068
62.681
105.488
36.681
676
55.814
59.900
34.900
4.250
1.267
10.664
38.415
18.322
10.188
37-5°3
49436
18.377
p
5659
5472
?
719-533
26.368
7.286
18.049
19.818
40.951
92.524
33-162
p
84436
13-263
49763
3- 658
p
33-657
34914
8.091
5-537
30.533
31-879
15.916
P
4- 843
11.888
3-8i4
570-35°
Auf 100 Quadratmeilen kommen hienach 181 Werft Kunftftrafsen mit
189 Rubel Ertrag in den Jahren 1860 bis 1864 und 150 Rubel in den Jahren
1865 bis 1868. Durchfchnittlich ergab eine Werft von 1860 bis 1864 104 Rubel,
von 1865 bis 1868 84 Rubel. Der Ertrag der Jahre 1865 bis 1868 ift um
149.183 Rubel oder um 208 Percent geringer als in den Jahren 1860 bis
1864. Diefe Differenz hat in der Ausdehnung des Eifenbahnnetzes ihren Grund.
Die Flufs-Schifffahrt in Rufsland.
Nach den fünf Meeren, die Rufsland begrenzen, und den Flüffen , die
in diefelben münden, und durch welche das Reich mit allen übrigen Staaten
in direktem Schiffsverkehre fteht, kann das Reich (das heifst das europäifche
Rufsland, mit Ausnahme von Finnland und Polen) in fünf Wafferfyfteme getheilt
werden: das Syftem des Weifsen Meeres mit der (nördlichen) Dwina, das des
Schwarzen Meeres mit dem Dnjepr und Dnjeftr, das des Caspifchen Meeres