Rufsland.
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new, wirklicher Staatsrath Nikolaus Ermakow, wirklicher Staatsrath Peter
D emidow, wirklicher Staatsrath Sergius Stfchepkin, wirklicher Staatsrath
Peter Iffejew, Staatsrath Alexis von Belir, Staatsrath Jofeph Popow, Staats
rath Nikolaus S o 1 f k y.
Generalcommiffär der ruffifchen Abtheilung in Wien: Wirklicher Staats
rath Carl von Bielfky.
Secretär: Herr Carl Baeckmann.
Präfident des im Domänenminifterium inflituirten Specialcomites: Geheim
rath Georg von Peterfon.
Präfident der Specialcommiffion des Kriegsminifleriums: Geheimrath
Modeflus Kittary.
Präfidenten der Hilfscomites: Moskau, wirklicher Staatsrath Vidlor
Butowfki; Riga, Landrath von Hagem eitler; Helfmgfors, Diredlor von
Bremer; Warfchau, Stadtpräfident a. D. Kafimir Woyda; Kiew, Geheimrath
Peter S eiez ky ; Odeffa, Fürfl Bafilius Dabija; Tiflis, Generalmajor Michael
A fl afi e w ; Orenburg, Generalmajor Leon B a 11 u f e k ; Irkutfk, Generallieutenant
Sinelnikow.
Rufsland hat fleh in Wien nicht nur durch die gröfsere Zahl feiner Aus-
fleller gegen alle früheren Weltausflellungen hervorgethan; auch das ganze
Arrangement war ein weit glücklicheres, einheitlicheres und legte gleich dem ein
zelnen Objeble ein beredtes Zeugnifs ab von den mächtigen Fortfehritten, welche
die letzten Jahre in Rufsland auf allen Gebieten menfchlicher Thätigkeit gezei
tigt. Ein überrafchendes, originelles Formtalent, das den morgen- und abend-
ländifchen Gefchmack in fleh zu vereinigen fcheint, verleiht der gewerblichen
Induflrie manchen Vorzug, der vielleicht einftens, wenn die Schranke gefallen,
die das ruffifche Reich heute von den Nachbarländern fcheidet, bei der Concurrenz
auf dem Weltmärkte von ausfchlaggebender Bedeutung fein wird. Und diefe
Schranke wird fallen, mufs fallen! Freilich nicht heute oder morgen, wo die
Induflrie des Reiches doch noch nicht genugfam gekräftigt ifl, um den ruffifchen
Staatsmännern das Experiment einer neuerlichen radicalen Emancipation von
Prohibitivfyflem rathfam erfqheinen zu laffen. Die trüben Erfahrungen, welche
man in Rufsland mit der Freihandelspolitik gemacht, flehen eben noch in zu
gutem Andenken. Hatte doch bereits Kaifer Alexander I., der feinen Unterricht
in der Nationalökonomie von einem eifrigen Verfechter der Allmacht des Handels
■erhalten hatte, bei Beginn feiner Regierung befchloffen, die ihm zu Theil gewor
denen Lehren praktifch durchzuführen, und das Ergebnifs hievon zeigte fleh bald
darin, dafs englifche Waaren maffenhaft einflrömten, das ruffifche Geld dagegen
aus dem Lande flofs, dafs ferner das Geld entwerthet, die Regierung gelähmt und
die Manufadluren zu Grunde gerichtet wurden, worauf das angenommene Syflem
vielleicht in zu rigorofer Weife wieder abgeändert wurde. Eines fchickt fleh eben
nicht für Alle, und was für Länder, wie Oeflerreich, Frankreich, England, Deulfch-
land, eine Verfündigung an der ökonomifchen Wohlfahrt der Menfchheit wäre, wird
heute für Rufsland zu einer Nothwendigkeit, vor welcher fleh vorläufig auch der
eifrigfte Freihändler beugen dürfte. Wir erinnern an das treffende Bild eines neueren
Nationalökonomen, der ein Gemeinwefen, deffen induflrielle Entwicklung erfl noch
durchzuführen ifl und das trotzdem fchon die Freihandelsdoölrin adoptirt, mit jenem
Schiffe aus Taufend und eine Nacht vergleicht, welches die Strömung fo nahe an
einen Magnetfelfen treibt, dafs alles Eifenwerk angezogen wird und das Schiff in
Trümmer fällt. Die Manufadluren eines Landes find hier für die fociale Mafchine
dasfelbe, was das Eifenwerk für das Schiff ifl. Die flillfchweigende Anerkennung
diefer vorläufigen Nothwendigkeit fchliefst indeffen in keiner Weife die Billigung
jener zahlreichen überflüffigen Zollmanipulationen ein, welche den Grenzverkehr
ebenfo empfindlich hemmen, wie, was fpeciell Oeflerreich betrifft, die merkwür
dige Tarifpolitik einiger heimifcher Eifenbahnen. Diefs find die beiden Punkte,
an denen ein handelspolitifcher Archimedes zu allfeitigem Nutz und Frommen