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MAK

Full text : Russland, officieller Ausstellungs-Bericht

Rufsland.

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So  kommt  es  denn,  dafs  längs  der  Strafsen,  welche  vom  grofsen  Viehtrieb
nach  den  Hauptftädten  gewohnheitsmäfsig  benützt  werden,  die  Viehzucht  ganz
unmöglich  ift,  weil  das  Contagium  aus  den  Steppen  permanent  in  diefe  Gegenden
getragen  wird,  und  alle  Mafsnahmen,  welche  dagegen  getroffen  wurden,  haben  bis
jetzt  wenig  oder  gar  kein  Refultat  gehabt,  wobei  wir  allerdings  anführen  muffen,
dafs  vielleicht  diefe  Mafsnahmen  noch  lange  nicht  intenfiv  genug  und  mit  jener
Energie  getroffen  wurden,  welche  eine  entfchiedene  Bekämpfung  der  Seuche  im
ganzen  Reiche  auf  einmal  nothwendig  macht.
Rechnet  man  hiezu  noch  die  Lethargie  der  bäuerlichen  Bevölkerung  in
diefer  Beziehung  und  die  geringen  Anftrengungen  von  Seite  der  Transportanftalten,
fo  findet  man  die  Erklärung  für  diefe  traurige  Thatfache.
Als  einen  Lichtpunkt  kann  man  indeffen  anführen,  dafs  es  doch  einzelne
Gegenden  gibt,  in  denen  die  Viehzucht  Fortfehritte  macht,  wie  in  den  drei  baltifchen
  Provinzen,  wo  man  bereits  jetzt  zu  der  gerechtfertigten  Anficht  gekommen
ift,  dafs  die  Viehzucht  zu  den  ertragreichften  Momenten  der  Landwirthfchaft
gehört,  für  welche  Thatfache  übrigens  die  fteigenden  Ausfuhrziffern  in  den  balti
lchen  Provinzen  fprechen.  *
Auch  in  den  Provinzen  des  Nordoftens  läfst  fich  ein  gewiffer  Fortfehritt
conftatiren,  und  ift  es  namentlich  erfreulich,  dafs  derfelbe  von  der  bäuerlichen
Bevölkerung-ausgeht,  die  gleichzeitig  auch  bereits  der  Wiefencultur  grofse  Sorgfalt ­
  zuwendet.
Endlich  ift  im  nördlichen  Theil  auch  dieKäfebereitung  mehr  eingeführt
und  dadurch  ein  guter  Einflufs  auf  die  Viehzucht  geübt  worden,  fo  dafs  trotz  ungünftiger
  Umftände  eine  Erhöhung  der  Anzahl  des  exportirten  Viehes  nachzuweifen
ift.  Die  nachfolgenden  Zahlen  geben  ein  Bild  der  Exportation  in  den  letzten
20  Jahren.
1852  bis  1856  91  000  Köpfe,  18.000  Köpfe  Jahresdurchfchnitt
1857  „  1861  115  000  „  23.000  ,,  „
1862  „  1866  170.000  38.000  ,,
1867  „  1871  467.000  ,,  93.000  „  „
Die  Fleifchausfuhr  hat  die  nachftehende  Fluktuation  durchgemacht:
1852  bis  1856  121.000  Pud.

1862
1867

1861
1866
1871

386.000
184.000
270.000

Der  Export  von  Talg  hat  fich  ftark  vermindert:
1852  bis  1856  11,600.000  Pud.
1857  „  1861  16,162.000  „
1862  „  1866  12,702.000  „
1867  „  1871  9,337.000  .,
In  der  letzten  fünfjährigen  Periode  ift  die  Abnahme  couftant,  und  im  Jahre
1871  ift  die  Exportation  auf  932.000  Pud  gefallen,  wodurch  die  niedrigfte  Ziffer
der  letzten  20  Jahre  erreicht  worden  ift.
Diefer  Umftand  mag  wohl  davon  herrühren,  dafs  die  Anzahl  des  für  die
Talgbereitung  gefchlachteten  Viehes  fehr  abgenommen  hat  und  dabei  in  den
letzten  zehn  Jahren  die  Preife  des  Viehes  eine  fteigende  Tendenz  verfolgen.
Die  Viehpreife  haben  fich  verdoppelt  und  fogar  in  einigen  Gegenden  einen
noch  höheren  Stand  erreicht,  wozu  natürlich  auch  die  Preife  des  verteuerten
Futters  beigetragen  haben.
Auf  den  grofsen  Unterfchied  zwifchen  Frühjahrs-  und  Herbftpreifen  haben
wir  fchon  früher  hingewiefen.
Es  wurde  bereits  oben  erwähnt,  dafs  die  Anzahl  der  Pferde  von  1851  bis
1871  eine  Verminderuug  erfahren  hat.  Dagegen  läfst  fich  in  der  letzten  zehnjährigen ­
  Periode  eine  Vermehrung  von  über  eine  halbe  Million  nachweifen.
            
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