22 Dr. Erasmus Schwab. Schulbauten und Schuleinrichtungen.
felbftgenügfam abzufchliefsen, fordern in Deutfchland die Wurzeln feiner päda-
gogifchen Thatkraft erblickt. Seit der Erlaffung des neuen Schulgefetzes bis zur
Wiener Ausfüllung waren nur vier Jahre vergangen; aber diefe Spanne Zeit
genügte, um eine tiefe Kluft zu fchaffen zwifchen der Schule von ehedem und
der vonheute. DerStaat ringt wirklich frifchund energifch nach höheren Bildungs
zielen; alle Schichten des Volkes werden herangezogen zur Hebung der Volks-
fchule und wenn auch die Bevölkerungsverhältniffe der ölterreichifchen Schul-
organifation manches Eigenthümliche aufnöthigen, wenn auch die Organifation
der Volksfchule im Leben noch keine abgefchloffene fein kann, fo hat Oefterreichs
Volk doch eine Energie im Guten bewiefen. welche allen auswärtigen Befuchern
Anerkennung abnöthigte. In derReform derVolksfchule liegt der archimedifche
Punkt, durch welchen Oelterreich dauernd indieBahnen derVerjüngung gedrängt
wird zugleich der Punkt, welcher ihm die Sympathie der gebildeten Welt fichert.
So Vieles auch auf dem Gebiete der Volksfchule in Oefterreich noch zu fchaffen
ift, mit Wahrheit kann ausgefprochen werden und ift durch die Weltausftellung
von 1873 erhärtet:
DieGefchichtekenntkein Beifpiel dafür, dafs ein Staat
fo rafch einen fo grofsen Fortfehritt auf dem Gebiete der Volks
erziehunggemacht hat,als Oefterreich mit feinemSchulgefetze
vom 14. Mai 1869.