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Full text : Anlage, Einrichtung und Lehrmittel der Volks- und Mittelschule (Gruppe XXVI, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr.  R.  Perkmann.

reiche  Brochuren  und  Hefte  von  drei  und  zwei  Blättern,  weitläufige  Befchreibungen
  der  ganzen  Unterrichtsmethode  an  einzelnen  Schulen  und  lakonifche,  man
möchte  fagen,  telegraphifche  Anzeigen,  welche  buchftäblich  nichts  weiter  enthielten, ­
  als  die  Bemerkung,  dafs  an  diefer  und  jener  namentlich  bezeichneten
Lehranftalt  aufser  den  übrigen  Lehrfächern  auch  „Einiges  aus  Geographie“  vorgetragen ­
  worden  fei  —kurz,  Druck-  und  Schriftwerke  für  alle  erdenklichen  Nuancen ­
  und  Angelegenheiten  des  Schulwefens  und  Unterrichtes,  nicht  blos  zu
Dutzenden,  fondern  zu  Hunderten,  ftanden  und  lagen  meift  in  wildem  Chaos
durcheinander.
Dazu  kam  folgender  Uebelfland.  Um  bei  dem  Studium  der  auf  den  geographifchen
  Unterricht  fich  beziehenden  Ausftellungsobjedte  eine  vorläufige
Ueberficht  über  das  vorhandene  Materiale  zu  gewinnen  und  bei  der  Befprechung
desfelben  nach  einem  beftimmten  Plane  vorgehen  zu  können,  hat  der  Referent
nach  der  Uebernahme  der  geflellten  Aufgabe,  an  der  Hand  des  allgemeinen  und
einzelner  Specialkataloge,  fowie  nach  dem  Ergebnifle  der  eigenen  Entdeckungsgänge, ­
  ein  Verzeichnifs  der  Vorgefundenen  Artikel  angelegt.  Als  diefelben  im
Verlaufe  der  Zeit  der  Reihe  nach  durchftudirt  und  verglichen  werden  füllten,
zeigte  es  fich,  dafs  manche,  und  darunter  nicht  die  geringfügigflen,  felbft  ganze
Bände,  fchon  längere  oder  kürzere  Zeit  vor  dem  Schluffe  der  Ausflellung  aus  den
ihnen  angewiefenen  Räumen,  wahrfcheinlich  aus  dem  ganzen  weiten  Ausftellungsrayon
  —  verfchwunden  waren.
Dagegen  find  von  Seite  einzelner  Staaten  oder  Lehranftalten  Sammlungen
derjenigen  Gefetze  ausgeflellt  worden,  welche  für  die  verfchiedenen  Unterrichtsfächer ­
  auf  den  einzelnen  Unterrichtsftufen  die  Gliederung  der  Gegenflände,  fowie
die  Art  und  Weife  der  didaktifchen  Behandlung  derfelben  näher  beflimmen.  Bei
einigen  Staaten  hat  der  Referent  nur  Bruchftücke  davon  gefunden  ;  bei  anderen
aber  lagen  diefe  Vorfchriften  und  Principien  fo  vollftändig  vor,  dafs  an  der  Hand
derfelben  der  ganze  Lehrgang  vom  unterften  elementaren  Unterrichte  bis  zur
Vollendung  desfelben  in  den  oberften  Claffen  der  Gymnafien  und  der  Realfchulen
verfolgt  werden  konnte.  In  Bezug  auf  die  Geographie  war  diefs  namentlich  in
den  Abtheilungen  von  Oeflerreich,  Preufsen  und  Sachfen  der  Fall.
Als  der  Verfaffer  die  Berichterftattung  über  den  geographifchen  Unterricht
übernahm,  glaubte  er  diefe  Gelegenheit  benützen  zu  können,  um  feinen  fchon
feit  Jahren  gehegten  Plan  zu  realifiren  und  eine  ausführliche,  möglichft  vollftändige
  Abhandlung  über  „die  gefchichtliche  Entwicklung  und  den
gegenwärtigen  Stand  des  geographifchen  Unterrichtes“  zu  veröffentlichen; ­
  eine  Arbeit,  die  um  fo  zeitgemäfser  fcheint,  als  es  wohl  vorzügliche
Werke  über  die  Gefchichte  der  Geographie  als  Wiffenfchaft,  aber  nicht  über  jene
des  geographifchen  Unterrichtes  in  den  Schulen  gibt,  und  als  eine  folche  Arbeit,
entfprechend  durchgeführt,  die  verläfslichflen  Anhaltspunkte  und  hingerzeige
dafür  enthalten  könnte,  wie  der  geographifche  Unterricht  in  Zukunft  befchaffen
fein  müffe,  wenn  er  einerfeits  dem  heutigen  Stande  der  allgemeinen  Wiffenfchaft
angemeffen  fein,  andererfeis  die  didaktifchen  Aufgaben  der  Schule  erfüllen,  die
Anforderungen  der  modernen  Bildung  und  die  Bedürfniffe  des  praktifchen  Lebens
befriedigen  foll.  Eine  folche  umfaffende  Abhandlung  hätte  aber  den  Charakter
eines  „Ausftellungsberichtes“  vollftändig  verläugnen  und  den  diefem  ftrenge
zugewiefenen  Raume  um  ein  Vielfaches  überfchreiten  müffen  ;  anftatt  eines  fpeciellen
  Berichtes  wäre  ein  allgemein  wiffenfchaftliches  Werk  zum  Vorfchein
gekommen.
Um  der  Pflicht  des  Berichterftatters  gerecht  zu  werden,  mufste  der  Verfaffer, ­
  wenn  auch  ungern,  feiner  Lieblingsidee  vorläufig  entfagen,  die  Ausführung
derfelben  auf  eine  fpätere  Zeit  verfchieben,  und  fich  hier,  foweit  als  es  nöthig  und
nützlich  fchien,  an  die  Ausftellungsobjecfte  felbft  halten.  Es  konnte  ihm  jedoch
nicht  einfallen,  alle  die  einzelnen,  grofsen  und  kleinen  Ausftellungsartikel  hervorzuheben ­
  und  zu  befchreiben.  Ein  grofser  Theil  war  ohne  jede  wiffenfchaftliche
            
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