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Full text : Anlage, Einrichtung und Lehrmittel der Volks- und Mittelschule (Gruppe XXVI, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr.  R.  Perkmann.

fteten  Vergleiche  mit  den  entfprechenden  Verhältniffen  der  öfterreichifch-ungarifchen
  Monarchie“.
Lehrplan.  I.  Claffe,  3  Stunden  wöchentlich.  Ueberblick  des  Wichtigften
aus  der  mathematifchen  und  phyfikalifchen  Geographie.  Die  öfterreichifch-ungarifche
  Monarchie.  Deutfchland.
II.  Claffe,  2  Stunden.  Das  übrige  Kuropa,  Affen,  Afrika  und  Auftralien.
III.  Claffe,  2  Stunden.  Amerika.  Der  Welthandel  und  deffen  culturhiftorifche
  Bedeutung.
Da  eine  genauere  Präcifirung  der  Behandlung  des  fpeciellen  Gegenftandes
nicht  gegeben  ift,  fo  fei  nur  erwähnt,  dafs  diefer  Lehrplan,  obwohl  für  eine  Specialfchule
  beftimmt,  eigentlich  nur  dasjenige  verlangt,  was  bereits  in  den  unteren
Abtheriungen  der  Mittelfchulen  gelernt  werden  rnufs.  Falls  aber  die  Schüler  in
die  Handelsfchule  jene  geographifchen  Vorkenntniffe,  welche  das  Gefetz  vorfchreibt,
  auch  wirklich  mitbringen,  dann  könnte  die  Zeit  für  die  Behandlung  des
fpeciellen  Zweiges  verwendet  werden,  und  wäre  wenigftens  in  der  zweiten  und
dritten  Claffe  der  Platz,  wo  auf  Grundlage  der  vorhandenen  Vorkenntniffe  jene
befonderen  Partien  der  Geographie  gelehrt  werden  könnten,  welche  dieunerläfsliche
  Vorausfetzung  einer  wiffenfchaftlichen  Behandlung  der  Handelsgeographie
bilden.  Ferner  ift  das  Thema  „die  culturhiftorifche  Bedeutung  des  Welthandels“
eher  für  die  Handels-Hochfchule  geeignet;  denn  die  Culturgefchichte  fetzt  bei
den  Schülern  Kenntniffe  voraus,  welche  auf  diefer  Lehrftufe,  wie  die  tägliche
Erfahrung  zeigt,  nur  ganz  ausnahmsweife  vorhanden  find.
Die  Literatur  der  Lehrbücher  für  Handelsgeographie  befindet  lieh  noch  in
einem  niederen  Stadium  der  Entwicklung.  Von  den  mehreren,  welche  diefen
Namen  tragen,  entfprechen  nur  die  allerwenigften  dem  wiffenfchaftlichen  Begriffe
und  der  didaktifchen  Aufgabe  diefes  Faches.  Unter  den  betreffenden  Erfcheinungen
  in  Oefterreich  kann  nur  ein  einziges  Buch  angeführt  werden,  welches  das
Thema  in  einer  den  Anforderungen  einer  ftrengeren  Methode  nahekommenden
Weife  behandelt.  Es  ift  die  .Handelsgeographie  für  Mittel-  und  Handelsfchule ­
  n“,  von  Profeffor  Friedrich  Körner,  früher  Direktor  der  Handelsakademie ­
  in  Peft.  Zweite,  gänzlich  umgearbeitete  Auflage.  Peft  1870.
Der  Verfaffer  fchickt  in  gedrängtefter  Kürze  eine  Wiederholung  der  auf
einer  anderen  Lehrftufe  bereits  behandelten  Vorbegriffe  aus  der  allgemeinen
Geographie  voraus  und  theilt  dann  die  Erde  nicht  nach  den  zufälligen,  kiinftlichen
  und  veränderlichen  Begrenzungen  der  Staaten  ein,  fondern  gruppirt  die
Länder  nach  natürlichen  Grundzügen,  wie  folche  durch  die  Befchaffenheit  des
Bodens,  des  Klimas  und  der  davon  abhängigen  Produdlion  gegeben  find;  ferner
nach  den  belebteften  Handelsftrafsen  und  den  commerciell  wichtigften  Meeresbecken. ­
  In  Hinficht  der  ftatiftifchen  Daten  beobachtet  er  ein  fehr  weifes  Mafs  und
vermeidet  jede  Ueberhäufung  der  fonft  fo  gern  angebrachten  Details,  welche  wohl
für  Comptoir  undSteueramt  und  bei  fpeciellen  wiffenfchaftlichen  Fragen  am  Platze
fein  mögen,  für  die  Schule  aber  nur  geringen  und  relativen  Werth  haben,  wenn
fie  nicht  gar  den  Unterricht  wefentlich  beeinträchtigen.  Der  Schüler  erlangt  dafür
ein  deutliches,  zugleich  anziehendes  und  b  1  e  i  b  e  n  d  e  s  Bild  von  dem  commerciellen
  Verkehre  der  Ländergruppen  und  eine  lichtvolle  Ueberficht  über  den  Welthandel, ­
  innerhalb  welcher  fich  dann  der  Antheil  leichter  ermeffen  läfst,  den  die
einzelnen  Staaten  an  demfelben  nehmen.  —  Die  in  der  öfterreichifchen  Abtheilung
ausgeftellte  „Handelsgeographie“  ift  zwar  „auf  Grundlage  der  neue'ften
Forfchungen  und  Ergebniffe  der  Statiftik“  verfafst,  erinnert  aber  feiner  Anlage
nach,  mutatis  mutandis,  an  die  geographifchen  Lehrbücher,  welche,  wie  früher
bemerkt,  vor  der  Neugeftaltung  des  öfterreichifchen  Unterrichtswefens  und  vor
dem  Erfcheinen  des  Organifationsentwurfes  für  die  Gymnafien  vorgefchrieben
waren.  Bei  einer  derartigen  Vertheilung  oder  Zerftückelung  des  handelsgeographifchen
  Lehrftoffes,  noch  dazu  ohne  vorangehende  allgemeine  Ueberficht  dürfte
            
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