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Full text: Anlage, Einrichtung und Lehrmittel der Volks- und Mittelschule (Gruppe XXVI, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr. A. Perkmann. 
theilt wie folgt: Erfte Gruppe, umfaffend die Claffen VI und V, behandelt geo- 
graphifche Vorbegriffe; Heimatskunde; Sachfen. Ueberficht über die ganze Erde 
mit Hervorhebung von Europa, insbefondere Deutfchland. — Zweite Gruppe 
(Claffe IV und III): Ausführliche Geographie vonEuropa; Deutfchland eingehend 
behandelt; Beginn der Darftellung der aufsereuropäifchen Erdtheile. — Dritte 
G ru p p e (Claffe II und I): Fortfetzung und Schlufs der Geographie der aufser 
europäifchen Erdtheile ; phyfikalifche und mathematifche Geographie. — Im natur- 
wiffenfchaftlichen Unterrichte mufs am Ende des Seminarcurfes eine überfichtliche 
Kenntnifs der Botanik, Mineralogie, Zoologie und Anthropologie fowie der haupt- 
fächlichften Lehren der Phyfik und Chemie erreicht fein. Darin ift auch enthalten: 
Grundzüge der Pflanzen- und Thiergeographie, Ueberblick über Geognofie und 
Geologie. 
In den Gymnafien, welche neun Claffen enthalten, ift der geographifche 
Unterricht nur in den Claffen von der Sexta bis inclufive Obertertia (Claffe IX 
bis V) felbftftändig und getrennt vom gefchichtlichen in wöchentlich zwei Stunden, 
von Unterfecunda (Claffe IV) an aber in Verbindung mit dem gefchicht 
lichen Unterrichte in wöchentlichen drei Stunden zu ertheilen. Das Lehrziel ift 
die Bekanntfchaft mit den Hauptlehren der mathematifchen und phyfikalifchen 
Geographie, überfichtliche Kenntnifs der geographifchen Verhältniffe aller Länder, 
fpeciell Europas und Deutfchlands und der mit ihnen im Verkehr flehenden Länder, 
Alles in Unabhängigkeit von dem äufseren Hilfsmittel der 
Karten. 
Nach diefer Beftimmung fährt das Regulativ in charakteriftifcher Weife 
fort : „Daaber erfahrungsmäfsigin dennachfolgenden vie r Jahren 
bis zur Beendigung des Gymnafialcurfus von dem erworbenen ge 
ordneten und fpeciellen geographifch enWiffen viel wieder verlö 
re n g e h t, wenn die Erneuerung desfelben blos der gelegentlichen 
Erinnerung daranbeimGefchichtsunterrichte überlaffen bleibt, 
fo empfiehlt es fich, in den Claffen von Unterfecunda an zu Anfang oder am Ende 
eines jeden Semefters einige Stunden aus fchliefs lieh derRepe- 
tition und Vervollftändigung zufam men gehöriger Partien des 
geographifchen Unterrichtes zu widmen.“ — Bezüglich der Vertheilung 
des Lehrftoffes auf die einzelnen Claffen beftimmt das Regulativ Folgendes: 
Sexta, 2 Stunden. Gebrauch der Landkarte ; geographifche Fundamentalfätze, 
d. h. von der Geftalt der Erde, den Weltgegenden, der Bedeutung der Längen- 
und Breitengrade, der Zonen, der Pole und des Aequators. Die politifche Geo 
graphie kann gelegentlich in diefer Claffe berührt, foll aber in ihr noch 
nicht fyftematifch behandelt werden. DasWichtigfte aus der Geographie Sachfens 
und Paläftinas. Quinta, 2 Stunden. Repetition und Erweiterung des Penfums 
von der Sexta; Ueberficht des Erdganzen Das engere und weitere Vaterland find 
befonders zu berückfichtigen. — Quarta, 2 Stunden. Die fünf Erdtheile einzeln 
betrachtet, und zwar im I. Semefter Afrika, Afien, Auftralien, Amerika; im 
II. Semefter Europa, fpecieller Deutfchland. — Untertertia, 2 Stunden. Die 
aufsereuropäifchen Welttheile. — Obertertia, 2 Stunden. Geographie von 
Europa, ausführlicher von Deutfchland. — Bei den Jahrespenfen der beiden letzte 
ren Claffen ift befonders auf die politifchen und ethnographifchen Beziehungen 
der behandelten Länder und Erdtheile Rückficht zu nehmen. — Unter der Gruppe 
der Naturwiffenfchaften werden in Obertertia die Anfänge der phyfifchen und 
mathematifchen Geographie gelehrt und in Unter- und Oberprima hat der Unter 
richt in der Phyfik auch die Bewegungen der Himmelskörper in den Kreis feiner 
Betrachtungen zu ziehen. 
Die Re alfchule widmet, ihrer Beftimmung entfprechend, auch hier der 
Geographie eine gröfsere Sorgfalt, als das Gymnafmm. Schon bezüglich der Vor 
bildung, welche zur Aufnahme in diefe Art Lehranftalt verlangt wird, ift unter der 
„Bekanntfchaft mit den erften Anfängen in den Realien“ jene mit den geographi-
	        
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