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Full text : Anlage, Einrichtung und Lehrmittel der Volks- und Mittelschule (Gruppe XXVI, Section 2 und 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr.  Alois  Pokorny.

Ländern  der  Welt  enthielt,  zunächft  ab,  fo  laden  lieh  die  fpeciell  Unterrichtszwecken ­
  gewidmeten  mineralogifch  -  geologifchen  Sammlungen  nach  den  Ausftellern
  in  drei  Gruppen  fondern,  nämlich  in  Sammlungen  der  Mineralienhändler,
in  Schul-  und  Privatmufeen  und  in  grofse  Landes-  oder  Reichsmufeen.
Die  Mineralienhändler  waren  nur  in  der  öfterreichifchen  und  deutfehen
Unterrichtsausftelluug  vertreten.  Ihr  Lager  beftand  theils  aus  einzelnen  Schauftücken
  und  Proben,  theils  aus  zufammenhängenden,  fyftematifch  für  eine  beftimmte
Stufe  des  Unterrichtes  zufammengeftellten  Schulfammlungen.  Unter  den  öfterreichifchen ­
  Ausftellern  diefer  Art  war  G.  A.  Lenoir  aus  Wien  in  der  Gruppe
XIV  (wiffenfchaftliche  Inftrumente)  untergebracht,  wefshälb  feine  fchöne  Expofition,
  die  aus  Seltenheiten  und  fchön  kryftallifirten  Stücken  beftand,  leicht  überleiten ­
  wurde.
Dr.  L.  Eger  aus  Wien  ftellte  zumeift  gröfsere  Prachtftücke  aus,  wie:
gefchliffene  Doppelfpathe,  grofse  Kryftalle  von  Epidot,  Dioptas,  Schwefel,  grofse
Meteorfteine  und  dergl.
V.  Fric  aus  Prag  hatte  nebft  den  bereits  erwähnten  Nachbildungen  von
Edelfteinen,  Foraminiferen  und  fo  fort  befonders  mehrere  kleinere  und  gröfsere,
für  beftimmte  Stufen  des  Unterrichtes  abgegrenzte  mineralogifche  und  geognoftifche
  Schulfammlungen  für  Lehranftalten  und  Schüler  zur  Ausftellung  gebracht.
In  erfreulicher  Weife  ift  dadurch  für  die  Befchaffung  der  Lehrbehelfe  beim  mineralogifchen
  Unterricht  in  Oefterreich  durch  die  genannten  drei  Firmen,  welche
übrigens  nach  Wunfch  beliebige  Zufammenftellungen  von  mineralogifchen,  geolo
gifchen  und  paläontologifchen  Sammlungen  und  ebenfo  die  Nebenbehelfe,  wie
Kryftallmodeile,  Nachbildungen,  Härtefcala  und  dergl.  beforgen,  Rechnung
getragen.  Auch  J.  Erber,  Naturalienhändler  aus  Wien,  hat  eine  mineralogifche
Abtheilung  feines  Lagers  eröffnet  und  bietet  gleichfalls  Gelegenheit  zum  Ankauf
der  hieher  gehörigen  Lehrmittel.
Im  deutfehen  Unterrichtspavillon  hatte  C.  F.  Pech,  Mineralienhändler
aus  Berlin,  lofe  Kryftalle,  Dünnfchliffe  von  Felsarten  und  Mineralien  kleineren
Formats  und  die  Bergakademifche  Mineralienniederlage  zu  Freiburg ­
  in  Sachfen  Mineralien,  Gefteine,  Verfteinerungen,  kleinere  und  gröfsere
Schulfammlungen,  Kryftallmodelle  aus  Pappe  und  dergleichen  ausgeftellt.  Doch
liefs  letztere  in  der  Formatifirung  und  Adjuftirung  der  Stücke  Manches  zu  wünschen ­
  übrig.  Manche  renommirte  Mineralien-  und  Naturalienhandlung  Deutfchlands,
  wie  Dr.  A.  K  ra  n  tz’Mineraliencomptoir  in  Bonn,  war  auf  derWeltausftellung
leider  nicht  vertreten.
Die  hieher  gehörigen  Mufealfammlungen  fanden  ihre  vorzügliche
Vertretung  nur  in  Oefterreich,  da  fchon  die  Schwierigkeit  des  Transportes  Zufendungen
  gröfserer  Sammlungen  aus  weiter  Ferne  verhinderte  und  gerade  in  Oefterreich ­
  das  Studium  der  Naturgefchichte  an  Lehranftalten  durch  zahlreiche  gut  eingerichtete ­
  Schul-,  Privat-  und  öffentliche  Mufeen  gefördert  wird.
Unter  den  eigentlichen  Schulmufeen  ift  die  mineralogifch  -  geologifche
Sammlung  des  Leopoldftädter  Communal-,  Real-  und  Obergymnasiums ­
  in  Wien  hervorzuheben.  Diefe  Anftalt  ftellte  ihre  Sammlungen  in  einem
zerlegbaren  Mmeralien-Pultkaften  aus,  der  nach  Bedarf  und  Raumverhältniffen  als
freiftehender  Doppel-Pultkaften  oder  wie  hierin  der  Ausftellung  als  ein  doppelter
Wandkaften  benützt  werden  kann  und  felbft  Ausftellungsgegenftand  war.  Die  in
den  Unterkäften  befindlichen  Schubladen  haben  die  Einrichtung,  dafs  fie  in  ähnlichen ­
  Pulten  in  den  Schulzimmern  unter  Glas  aufgeftellt  werden  können,  wodurch
es  möglich  ift,  die  forgfältig  zufammengeftellte  und  etiquettirte  Schulfammlung
längere  Zeit  den  Schülern  zur  Anfchauungzu  bringen.  In  den  Pulten  waren  Kryftallmodelle ­
  aus  Birnbaumholz,  künftliche  und  natürliche  Edelfteine  und  der  „Boden  von
Wien“,  eine  geologifche  Sammlung  aus  der  Umgebung  von  Wien  ausgeftellt.  Die
Unterkäften  enthielten  eine  mineralogifche  Schulfammlung  für  Untergymnafien,
als  Belegftücke  zu  A.  P  okorny's  illuftrirter  Naturgefchichte  des  Mineralreiches
            
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