Apparate und Anlagen von Wafferleitungen.
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Die Mainzer Gasapparat und Guswerk-Gefellfchaft hatte
im deutfchen Ind’uftrie-Annex fehr hühfche Ventile, Niederfchraub- und Drehhähne
in Rothgufs und Meffing ausgeftellt. Auch befandenfich darunter fehr praktifche
.Schieberventile mit beweglichen Backen, ähnlich den Peet’fchen bis zu einem
Centimeter Weite.
Die Berliner A c t i e n g e f e llfchaft für Centralheizung,
Waffe r- & Gartenanlagen in Berlin zeigte eine Auswahl von Gufseifen-
und Metallventilen in verfchiedenartigen Modellen mit Flanfchen und Holländern,
Niederfchraubhähne, Regulirhähne, welche durch eine Schraube ohne Ende
geftellt werden, Spritzbraufen für Bewäfferting und Anderes.
E. Fifcher in Berlin hatte fehr fchön gearbeitete Hähne, fowie
Spritzbraufen mit Niederfchraubhähnen ausgeftellt.
Man könnte fagen, die reichhaltigfte Expofition in der ganzen Mafchinen-
halle war die von Wh itley Partners in Leeds. Alle möglichen intereffanten Er
lindungen und Verbefferungen waren dafelbft zu finden und darunter auch manches
für Wafferleitungs-Zwecke.
Die Peet’fchen Ventile, deren Patent Eigenthum der Firma ift, haben wir
fchon Oben hervorgehoben; an fliefer Stelle erwähnen wir eines fehr finnreichen
Apparates, welcher das Gefrieren des Waffers in den Hausleitungen und fomit das
Springen der Röhren verhindert.
Common’s patentirter automatifcher Apparat befteht im Wefentlichen aus
einer aus ganz dünnem Kupferblech gearbeiteten Büchfe, welche mit Waffer
gefüllt an der Aufsenfeite des PI auf es angebracht wird, und fo zuallererft der
Kälte ausgefetzt ift Gefriert hierin das Waffer, fo wird durch den Druck der fich
ausdehnenden Büchfe ein Ventil geöffnet, welches die ganze Leitung ausfliefsen
läfst. Sobald das Waffer unter Druck, das heifst, in Bewegung kommt, fchliefst
fich fofort felbftthätig das Ventil und die Funktion geht wie früher. Alfo nur,
wenn in Folge Stillftandes der Leitung die Gefahr des Gefrierens vorhanden ilt,
entleert fich das Rohr, während diefs bei Bewegung des Waffers nicht llattfindet
Diefer Apparat wird in drei verfchiedenen Modificationen angefertigt
Einmal für folche Häufer, welche nach dem Syfleme conftanter Leitung mit Wäffer
verfehen werden (wo beim Gebrauch von Cifternen, welche zur Verhütung von
Wafferverluft conftruirt find, keine Röhren, welche flehendes Waffer enthalten,
Vorkommen, ausgenommen das Leitungsrohr), dann auch in zwei anderen Arten
für Leitungen mit direktem Drucke, wobei derfelbe einfach an dem unterften
Theile der Zuleitung angebracht wird.
Ein zweiter, höchft intereffanter, von Whitley Partners ausgeflellter
Apparat ift Upward’s patentirter Rohr- und Gewinde-Schneidapparat, eine Ein
richtung zur Herftellung der Verbindungen von Zweigleitungen mit unter Druck
befindlichen Hauptleitungen.
Der Apparat befteht in einem Geftelle, welches vermitteln Kette an jede
Röhre von 2 Zoll bis 12 Zoll Durchmeffer befeftigt werden kann, und aus einer
Kammer, welche ebenfalls leicht wafferdicht auf jedes Rohr zu befeftigen ift.
Der Bohrer geht durch eine Stopfbüchfe und trägt zugleich den Gewindebohrer
an feinem Schafte, fo dafs Loch und Gewinde durch denfelben Bohrer gefchnitten
werden können. Ift das Gewinde gebohrt, fo kann man den Bohrer entfernen,
nachdem vorher durch einen kleinen Schieber die untere Hälfte der Ventilkammer
abgefperrt ift. Auf ähnliche Weife wird fodann der Hahn eingebracht und
ohne den geringften Wafferverluft angefchraubt, worauf man den Apparat
abnehmen kann.
Diefer Apparat fcheint fehr vorzüglich zu fein, denn er fichert eine gute,
dichte Verbindung wegen der vollkommenen Bohrung des Loches, arbeitet fehr
rafch und bedarf nur eines einzigen Mannes und, was die Hauptfache ift, das
läftige Abfperren und Entleeren der Hauptleitung ift gänzlich vermieden, fowie
jeder Wafferverluft unmöglich.