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C. Frifchauf.
Ein anderer Waffermeffer, der auch auf dem Principe der ReaAion begründet
iit, war von Bonnefond ausgeftellt und dürfte an Genauigkeit dem Siemensfclien,
namentlich der älteren ConftruAion wenig nachgeben.
Derfelbe ift ähnlich wie der letztere gebaut.
Das Waffer tritt von unten ein und geht durch ein Steigrohr, in welchem
(ich eine archimedifche Schraube von zwei vollftändigen Gängen befindet. Die
letztere fetzt dem Waffer fehr wenig Widerftand entgegen und ift auch von der
Unreinheit desfelben im geringften Mafse abhängig. Der Zähler befteht aus einem
Schaltwerk, welches durch ein mit Stellfchraube regulirbares Reibungsrad mit
Scheibe genau eingeftellt werden kann.
Diefe Apparate werden für gewöhnlich in 6 Nummern zwilchen ,12 und
loo Millimeter Rohrweite angefeitigt, können aber auch in höheren Dimenfionen
hergeftellt werden. .
Die Waffermeffer zerfallen eigentlich ihrem Principe nach in zwei Hauptgruppen,
nämlich in folche, welche unter Druck arbeiten, das heifst in welche das
Waffer unter Hochdruck ein- und ohne eine merkliche Embufse an Druck wieder
austritt und in folche, welche nicht unter Druck arbeiten können, das heifst, bei
denen das Waffer beinahe ohne Kraft Antritt, durch feine eigene Schwere den
Apparat in Bewegung fetzt und ihn kraftlos wieder verläfst.
Von Waffermeffern, die unterDruck arbeiten, haben wir hauptfächlich noch
drei zu erwähnen, die ihrer ConftruAion nach von den oben befchriebenen wefentlich
abweichen. Es find diefs Waffermeffer nach dem Principe der Capacitat. Vor
erft der Meffer von Paul Stumpf in Mainz nach Tr oft’s Patent.
Der Apparat befteht in der Hauptfache aus einem oberen Theile, der
Yentilkammer, und einem unteren Theile, der Mefskammer. Im letzteren befindet
fich ein eiferner, mit Meffing gefütterter Cylinder, in welchem das Waffer gemeffen
wird, indem ein mit Lederdichtung verfehener Kolben mit auf- und niedergehender
Bewegung das einftrömende Waffer von dem ausftrömenden trennt und mittelft
feiner mefiingenen Kolbenftange, die mit der oberen Ventilkammer durch eine
Stopfbüchfe communicirt, das Steuerungsventil bewegt und das Zählwerk treibt.
Die Waffermeffer abforbiren ebenfalls wenig Druck und -werden in fechs
Gröfsen von % Zoll bis 3 Zoll Röhrenweite angefertigt.
Eine Modification diefes Apparates ift zum Gebrauche für das Speifen der
Dampfkeffel, und hat diefelbe ein gegen den Keffel fich öffnendes Klappenventil
im Ausflußrohre.
Ein anderer Kolben-Waffermeffer war von John M. Summer & Comp, in
Manchefter ausgeftellt. Derfelbe befteht aus einem verticalen Cylinder mit feinhohem
Kolben. Letzterer ift mit einem maffiven vulcanifirten Gummiringe umgeben,
der zvvifchen dem Kolben und Cylinder auf- und abrollt und fo die Dichtung herftellt.
Der Kolben trägt oberhalb der Stopfbüchfe eine Zahnftange, welche die
Bewegung auf den Zählapparat überträgt und zu gleicher Zeit die Steuerung
bewerkftelligt. Der niedrigfte Druck, unter -welchem der Apparat arbeiten kann,
ift 30 bis 45 Centimeter. ,
Der dritte Kolben-Waffermeffer, welcher noch zu erwähnen bleibt, war in
der fpanifchen Abtheilung von C1 o f o 11 e s in Barcelona ausgeftellt. Derfelbe hat
zwei in derfelben Achse liegende, gleich grofse Cylinder, deren jeder einen Kolben
enthält, welch’ letztere an einer gemeinfamen Kolbenftange befeftigt find. Hiebei
ift wohl die Stopfbüchfe vermieden, doch find dafür zwei Kolben zu bewegen.
Die Steuerung gefchieht hiebei, ähnlich den Dampfmafchinen, durch einen
einfachen Mufchelfchieber, welcher das Waffer abwechfelnd hinter den eineiig
dann hinter den anderen Kolben treten läfst und von der Kolbenftange direct
bewegt wird. Von Waffermeffern, welche ohne Druck arbeiten, haben wir zweieilei
zu erwähnen. .
Der Waffermeffer nach Gabrielli’s Syftem war von Gueft & Chrimes
ausgeftellt und befteht im Wefentlichen aus einem Trommelrade mit vier eigen-