II. Die Fahrrichtungsanlagen.
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4ie Einwirkungen der Temperatur niemals ihren Dienst versagt
haben.
Die Technikerversammlung empfiehlt die centrale Weichen-
•stellung ganz besonders, jedoch nur für bestimmte Weichengruppen
und nicht für den Rangirdienst; das Constructionsdetail wird als
noch nicht abgeschlossen betrachtet.
Die S t e 11 i n e r Anlage auf dem dortigen Güterbahnhofe hat aus
■Construcnonsmängeln anfänglich nicht entsprochen, functionirt gegen
wärtig jedoch ganz tadellos, wobei indess bemerkt werden muss,
dass für den Rangirdienst die Vorzüge solcher Apparate wenig
hervortreten.
11. Centrale hydraulische Weichenstellung von
Schnabel und Henning. Diese Bruchsaler Firma hat sich die
Aufgabe einer centralen Weichenstellung, welche zuerst von Vignier
1854 zu ßatignol angewendet und später von Saxby und Farmer,
Rüppel, Max Jlidel und 1870 von R.C. Rapier verfolgt wurde, in einer
-anderen Lösung als diese Constructeure gedacht. Schnabel und
Henning wenden zur Bewegung hydraulischen Druck an, führen
das Wasser bis zu den entfernten Weichen und Signalen und suchen
damit den Seilketten- oder Stangentransmissionen auszuweichen,
deren Anwendung unter verschiedenen Klimaten vor der Aus
bildung der Compensationsvorrichtungen bedenklich erschien, eine
Bedenklichkeit, welche indess nach den neueren Erfahrungen
‘ungemein verringert erscheint.
Der Schnabel und Henning’sche Apparat, welcher auf einen
Motor basirt, der für Transmissionszwecke sicher noch eine
bedeutende Zukunft hat, war auf der Ausstellung im Originale
vertreten, und wenngleich maassgebende Erfahrungen mit
demselben nicht vorliegen, ja sogar besondere Bedenken (Frost,
subtile Details, Wasserrohren in der Nachbarschaft von Bahn
geleisen etc.) gegen denselben eingewendet werden können,
so ist die Construction doch eine derartig interessante, anre
gende und tüchtig durchdachte, dass sie den technisch hervor
ragendsten Objecten aus dem Gebiete des Eisenbahnbaues auf der
Wiener Weltausstellung unbedingt zugezählt werden muss. Aus
diesem Grunde haben wir die umfänglichen Zeichnungen auf Tafel
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