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MAK

Full text : Bildende Kunst der Gegenwart (Gruppe XXV), officieller Ausstellungs-Bericht

Die  Malerei.

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weifen  braucht.  Das  ni  e  d  e  rl  än  dif  c  h  e  Flachland  ift  auch  in  der  deutfchen
Kund  eine  mehrfach  gepflegte  Specialität;  die  holländifche  Morgenlandfchaft  mit
Vieh  ftaffirt,  von  Rieh.  Bur  nie  r  in  Düffeldorf,  die  trefflichen  Stimmungsbilder
von  P.  F.  Peters  in  Stuttgart  aus  der  Umgebung  von  Nymwegen  („Abend  an
der  Waal“,  dann  noch  ein  Morgen-  und  Abendbild)  find  an  diefei  Stelle  zu
nennen.
Nach  Norwegen  und  feinen  Fjords,  nach  der  Waller-,  Felfen-  und
Nebelwelt  des  Nordens  mit  den  kühl  und  dunftig  durchbrechenden  Lichtern
geleitet  uns  Knud  Baadein  München  („Motiv  an  der  Kliffe  Norwegens“),  Johann
Duntze  in  Düffeldorf  („Norwegifcher  Fjord“)  und  Hans  Gude  in  Carlsruhe
(„Norwegifche  Küftenlandfchaft“  und  „Hafen  von  Chriftiana“)  Wie  bekannt,  ift
der  Letztere  ein  Meifter  in  der  Verfmnlichung  des  vom  Sonnenglanz  überblitzten
Wellenfchlags;  die  Wirkung  des  Lichtes  fowohl,  wie  der  endlos  fich  fortfetzenden
  Bewegung  bei  weitem  Horizont  weifs  er  in  bewunderungswürdiger  Weife
wiederzugeben.  „Der  Hafen  von  Chriftiana 11  war  wieder  eine  feiner  brillanteften
Leiftungen  in  diefer  Art.  Ein  anderes  Hauptbild  von  ihm  zierte  die  kleine,  nur  71
Nummern  ftarke  Aufteilung  von  Norwegen.  Ein  Fjord  zwifchen  ungeheuren
fchwarzen  Felsmaffen,  rings  der  Ausblick  auf  das  weite  Meer,  deffen  Biandung
an  einem  jener  Felfen  fleh  bricht,  zur  Rechten  ein  halbverfumpftes,  klippiges
Geftade  mit  einem  Fifcherdörfchen  und  kleinen  Barken,  die  davor  auf  den  Wogen
treiben,  diefs  ift  die  Scenerie  des  Bildes;  ein  Sturm  zieht  eben  herauf,  deffen  Anhauch ­
  man  förmlich  verfpürt  und  ein  feiner  Sprühregen  mit  hie  und  da  durchblitzenden ­
  Sonnenblicken  hüllt  die  grandiofe  landfchaftlche  Scene  in  einen  grauen
Schleier.  Mit  Recht  bemerkt  Fr.  Pecht,  dafs  „die  wilde  Grofsartigkeit  der  nordifchen
  Natur  in  ihrer  drohenden  Majeftät  kaum  überzeugender  wiedergegeben
werden  könne,  als  in  diefem  claffifchen  Bilde,  das  doch  kaum  eine  andere  Farbe,  als
alle  Nuancen  von  Grau  zeigt“.  Wir  können  an  dieferStelle  gleich  die  übrigenLandfchafter
  der  fchwedifchen  und  norwegifchen  Künftlergenoffenfchaft  mitnehmen,
die  zum  grofsten  Theil  eine  Düffeldorfer  Kunftcolonie  des  Nordens  bilden.  Da
wäre  zunächft  L.  Munthe  mit  einer  weiten,  fchneebedeckten  Ebene  bei
düfterer  Abendftimmung  hervorzuheben;  dann  Morten  Müller  mit  drei  meifterlichen
  Bildern:  „Motiv  aus  Thebmarken“,  „Abendftimmung“,  „Fichtenwald“;
N.  B.  Mo  eil  er  mit  einer  „Partie  von  der  Weftküfte  Schwedens“,  einer  „Mondfcheinlandfchaft
  von  Oilo  in  Valders“  ;  Johann  und  Amaldus  Nielfen  mit  trefflichen ­
  norwegifchen  Küftenlandfchaften  :  A.  Rafsmuffen  mit  zwei  Fjordbildern,
Hermann  Schauche  mit  dem  „Wafferfall  in  Sogn“  und  dem  „Fjord  in  Hardanger“
  und  Andere  mehr.  Ed.  Berg’s  „Ufer  des  Mälarfees“  und  „Fifcheidorf
  in  Bohuslehn“  verdient  neben  anderem  Vortrefflichen  noch  tefonders  hervorgehoben ­
  zu  werden,  ebenfo  die  verdienftvollenBilder  von  W  ahlb  e  rg,  Ja  c  o  b  fe  n
undNordgren.  Fall  durchwegs  find  die  die  norwegifchenLandfchaftenKüftenbilder
  mit  dem  düfteren  romantifchen  Reiz  der  elementaren  Aufregung  and  einer
malerifchen  Lichtwirkung.  Die  Natur  der  Heimat  erfcheint  in  ihnen  richtig  ftudirt
und  bei  der  vorwiegenden  Einfachheit  des  Motives  trotz  der  überwältigenden
Gröfse  desfelben  zu  gröfserer  künftlerifcher  Wirkung  gebracht,  als  diefs  durchfchnittlich
  bei  der  complicirteren  Scenerie  unferer  Alpenbilder  der  Fall  ift.
Da  wir  fchon  einmal  am  Meere  find,  fo  wenden  wir  uns  noch  den  übrigen
Küften-  und  S  t  r  an  d  1  an  d  f  ch  a  f  t  e  n  der  Nordfee,  fowie  den  wenigen
Marinen  zu,  welche  die  deutfeheAusftellung  aufwies.  Andreas  Achenbach  s
.  Hafendamm  von  Vlieffingen“,  auf  den  die  erregten  Meereswellen  rechts  und
links  anftürmen  und  den  fie  an  einzelnen  Stellen  als  Spritzfluthen  überftrömen,
zeigt  die  ganze  Kühnheit  des  berühmten  Meifters  und  die  Familiarität  feines
Pinfels  mit  den  Elementen;  dazu  trat  eine  andere  nicht  minder  werthvolle
„Hafenpartie  von  Oftende“.  „Eine  holländifche  Küfte“  und  „Eine  Marine  bei
Amfterdam“  ftellte  Wagner-D  eines  in  München  aus;  Moriz  Erdmann  in
Berlin  einen  „Strand  bei  Braderup“  (Infel  Sylt),  von  bedeutender  Wirkung;
            
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