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MAK

Full text : Bildende Kunst der Gegenwart (Gruppe XXV), officieller Ausstellungs-Bericht

Die  Malerei.

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Alois  Reeling  durch  feinen  Vater  vor  der  Schlacht  an  der  Schindellegi“  ganz
verdienftlich,  aber  mit  einem  nicht  fo  rein  zufammenftimmenden  Eindruck  verfucht.
  Der  „  Auszug  der  Abgebrannten  im  Sabinerbilde“  von  demfelben  Künftlerift
  ein  eindes,  düfler  gehaltenes  Bild,  das  fich  mehr  zur  einheitlichen  Wirkung
zufammenfafst.  Der  Züricher  Arnold  Corrodi  in  Rom  intereffirt  fich  dort
für  italienifch-hiftorifche  Charakterfcenen,  weniger  vom  Standpunkte  des  Com
pofitionsgehaltes,  als  des  äufserlichen  Arrangements  und  der  coloriftifchen
Wirkung,  die  fich  ihnen  abgewinnen  läfst;  fo  in  feiner  „Staatsadlion  im  Dogenpalafte“,
  dann  in  einem  anderen  Bilde  „Petrarca  vor  dem  Könige  von  Neapel“,
wo  freilich  der  bedeutende  Dichter  und  Gelehrte  als  ein  gewöhnlicher  theatralifcher
  Declamator  für  den  bekannten  malerifchen  Modegebrauch  benützt
wird.
An  verfchiedenen  Gaisbuben,  verunglückten  Gemfenjägern,  englifchen
Touriften  etc.  vorbei  die  ich  früher  unter  den  Genrebildern  ohne  befondere  Verantwortung ­
  verfchweigen  durfte  (nur  die  „Ingenieure“  und  die  „Botaniker“  im
Gebirge  von  Raph.  Ritz,  vielleicht  auch  das  „Aelplerfeft  im  Appenzeller  Gebirg“  von
Rittmeyer  verdienten  etwa  in  diefem  localen  Genre  einige  Beachtung)  wenden
wir  uns  fofort  wieder  zu  einer  Hauptzierde  des  Schweizer  Saales,  den  Thierftücken
  von  Rudolf  Koller  in  Zürich  herüber.  Seine  „Schweizeridylle“  das
weidende  Vieh  auf  der  Alpe  im  Nebel,  die  „Herbftweide“  und  „Pferdefchwemme“
find  fämmtlich  Meifterftücke  in  genauer  Beobachtung  der  Thiernatur.  Während
Troyon  z.  B.  feine  Thiere,  ohne  es  felbft  mit  dem  Bau  derfelben  allzu  genau
zu  nehmen,  mehr  nur  dem  allgemeinen  Habitus  und  der  Bewegung  nach  naturwahr
behandelt,  zugleich  mit  nächfter  Rückficht  auf  die  malerifch  zufammenftimmende
Gefammtwirkung,  um  derenwillen  er  felbft  in  der  Wahrheit  des  Einzelnen
mancherlei  nachgiebt:  fo  ift  Koller  in  der  Charakteriftik  feines  Weideviehs  bis
auf  die  Specialitä*  der  localen  Race  und  Züchtung  durchaus  fcharf  und  beftimmt  ;
er  individualifirt  fein  Rind,  indefs  es  der  Franzofe  mehr  nur  gruppirt,  da  er  auch
hier  zunächft  in  geiftreicher  Weife  auf  einen  gewiffen  decorativen  Eindruck
bedachtift.
Die  Landfchaft  ftellte,  wie  es  fich  bei  der  überreichen  Anregung  dazu
im  Herzen  der  Alpenwelt  von  felbft  verlieht,  den  anfehnlichften  Beitrag  zu  den
gerade  ioo  Nummern,  deren  die  Schweizer  Ausftellung  an  Oelgemälden  zählte.
Soviel  ich  mich  erinnere,  fchien  die  Wage  des  Bedeutenderen  nach  der  Seite  der
franzöfifchen  Schweiz,  namentlich  der  Genfer  Maler  hin  auszufchlagen;  freilich
hatte  von  den  Deutfchen  einer  der  hervorragendften  Meifter,  Steffan,  bei  den
Münchenern  ausgeftellt.  Unter  den  Alpenlandfchaften  find  wohl  in  erfter  Reihe
die  von  Guftav  C  o  ft  an  in  Genf  „Herbftlandfchaft“  und  „Schneefturm“  zu  nennen  ;
Diday  brachte  in  meifterhafter  Färbung  den  Aquädudl  von  Frejus  und  den
„Sal&ve  bei  Sonnenuntergang“,  Alb.  Lugardon  die  „Engftleralpe“  mit  weidendem
Vieh,  Fr.  Zimmermann  (ebenfalls  wie  die  Vorgenannten  in  Genf)  „einen  Sonnenuntergang ­
  am  Genfer  See“  und  das  „Arvethal“.  Zu  diefen  Künftlern  gefeilte  fich
zunächft  Louis  J  a  co  11  e  t  aus  Echallens,  mit  feinem  „Handeckfall“.  Die  herrliche
italienifche  Landfchaft  von  Arthur  Cal  ame  „Strand  am  Mittelmeere“  —  neben
Coftan’s  Bildern  unftreitig  das  Befte  im  Landfchaftsfache,  was  die  Schweizer  Ausftellung ­
  bot  —  zeigt  den  hochbegabten  Sohn  im  vollen  künftlerifchen  Erbe  feines
genialen  Vaters.  Das  Landfchaftsbild  aus  Italien  war  fonft  noch  durch  die  wohlgeftimmten,
  naturwahren  Bilder  von  Hermann  Corrodi  aus  Zürich,  „Pinienwald
in  den  Maremmen“  und  „Ninfa  in  den  pontinifchen  Sümpfen“  vertreten;  in  dem
forgfamen  Studium  der  Localftimmung  der  italienifchen  Küften-Sumpflandfchaft
der  richtige  Gegenfatz  zu  der  einheimifchen  gefunden  Alpenluft,  die  fonft  in  den
anderen  Bildern  des  Saales  vorherrfchte.  Auf  der  Seite  der  Landfchaftsmaler  aus
der  deutfchen  Schweiz  ftünde  noch  Carl  Bodmer  in  Zürich,  der  zwei  duftige
Waldftücke,  „Fuchshöhle“  und  „Waldwiefe“,  ausftellte  ;  Möller  in  Winterthur
mit  einem  „Föhnwetter  am  oberen  Reichenbach“  und  einem  „Herbftwetter  am
            
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