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Full text: Holzbearbeitungs-Maschinen (Gruppe XIII, Section 2), offocieller Ausstellungs-Bericht

Holzbearbeitungsmafchinen. 
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Die Prager M af c hi n e nb au - A c t i e n g e f e 11 f ch af t hatte eben 
falls eine Gatterfäge ausgeftellt, und zwar ausgerüftet mit dem Nattland - 
fchen W e c h f e 1 r a h m e n. 
Die eifernen Hohlgufsftänder find auf einer Fundamentplatte verfchraubt, 
in welche die Lager für die Angriffswelle eingebaut find. Die zweitheilige Rah 
menführung ift an den Trämen der Decke befeftigt ; Antrieb mittelft zweiei 
Pleuelftangen von unten. Der i n t e r m i 11 i r e n d e Vorfchub wird durch die 
doppelte Keil-Frictionsfchaltung, welche zum Vor- und Rückwärtsfteuern 
eingerichtet ift, bewerkftelligt. 
Der Natt 1 and’fche Patent-Wechfelrahmen hat den Zweck, die 
durch Auswechslung derftumpf gewordenen Sägeblätter mit den frifch 
gefchärften in einem und demfelben Gatter für die Arbeit verloren 
gehende Zeit zu gewinnen. Diefe Auswechslung mufs, um vorzügliches 
Schnittmateriale zu liefern, beiläufig alle fechs Stunden vorgenommen werden 
und nimmt bei einem Bundgatter von etwa zwanzig Blättern circa eine Stunde in 
Anfpruch. 
Durch das Nattland’fche Patent ift es ermöglicht, während der Func 
tion des einen Gatters ein anderes mitgefchärften Blättern voll- 
ftändig zu adjuftiren, das erftere mittelft Flafchenzugs aus dem Gatter- 
geftelle herauszu nehmen und das letzte re an deffen Stelle zu verfen- 
ken, was insgefammt nur eine Viertelftunde in Anfpruch nimmt. 
Die Mafchinen der beiden abgehandelten Etablilfements erinnern an das 
amerikanifche Princip völlig ftabiler, in die Werkftätten eingebauter 
Sägegatter. 
Ein anderes Princip liegt den eigentlich marktfähigen Gatterfägen 
zu Grunde; fie beftehen aus einem mit dem Gattergebäude nicht organifch 
zufammenhängenden Ganzen, das a n j e d e m b e 1 i e b i g e n Orte montirt 
und nach dem Gebrauch mit allen feinen Beftandtheilen übertragen wer 
den kann. 
Diefe Sägemafchinen werden in ihrer Gänze von den Mafchinen- 
fabriken geliefert und auch von diefen die Aufftellung beforgt, während die 
Amerikaner nur den Rahmen und allenfalls einzelne Beftandtheile 
der Schaltung und Transmiffion aus der mechanifchen Werkftätte beziehen. 
Die europäifchen Gatterfägen find alfo mehr oder weniger trans 
portable Mafchinen; die Fähigkeit, den Standort zu wechfeln, kann durch 
die Conftructionfo gefteigert werden, dafs man die Sägemafchinen 
dann als 1 o c o m o b i 1 bezeichnen kann. 
Abgefehen von diefer Eignung zur O r t s v e r ä n d e r u n g und von verfchiede- 
nen conftruftiven Details, liegt den Sägegattern eine zweifache Auffaffung zu 
Grunde. 
Die Einen bauen fchwere Gatterrahmen, in Folge deffen lcolof- 
fale Ständer und arbeiten mit r e lat iv g e r in g e r G e s c hw in d i g k e i t und 
kleinem Vorfchub e. 
Die Anderen ftreben die möglichfte Leichtigkeit des Gatter 
rahmens an, laffen dasfelbe fehr fchnell laufen und können dabei die 
ganze Anlage minder maffiv herftellen. 
In Amerika und Frankreich ift das Princip leichte r Gattervöllig 
zum Durchbruche gekommen. 
In England fteht man heute fo ziemlich in der Mitte zwifchen der 
extremen Durchführung der beiden einander entgegenftehenden Principien. 
Viele deutfche und ö ft e r r e i c h if c h e Fabrikanten find noch in der 
bereits aufge geb enen Vorftellung befangen und b auen nach altem engli- 
fchen Vorbilde, möglichft maffig und fchwer. 
G. Topham in Wien hatte ein grofses Sägegatter ausgeftellt.
	        
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