Holzbearbeitungsmafchinen.
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II. Hobel- und Fraismafchinen.
I. Hobelmafchinen mit geradlinig-reciproker Bewegung.
Wie alle anderen Mafchinen fo waren auch die erften Hobelmafchinen
nichts weiter als Copien der Handarbeit. Wie der mit der Hand geführte Hobel
bei dem nach einer geraden Linie erfolgenden Hingang einen Spahn wegnimmt,
und dann ohne zu arbeiten zurückgeführt wird, fo beftand urfprünglich die Hobel-
mafchine aus einem Hobel mit Alternativbewegung der im Hinwege arbeitete und
im Rückwege leerging. Diefe Art von Hobelmechanismus ift bei der Buchen- und
Fichtenfpahnerzeugung und bei einigen älteren Jaloufiebrettchen- und Schindel-
hobelmafchinen noch Heute in Verwendung. Eine Modification befteht darin,
dafs ftatt des Hobels, das Holz die Alternativbewegung vollbringt, während der
Hobel feftfteht.
In neuefter Zeit hat man auf diefes Syftem von Hobelmafchinen mit reci-
proker Bewegung zurückgegriffen, bei der Erzeugung von gehobelten Four-
n i e r e n.
Zimmermann hat in der Wiener Weltausflellung feine bekannte
Fournier-Hobelmafchine exponirt. Sie ift eine gefchickte Nachahmung
der Mafchine von Bernier & Arb ey (Dingler’s polyLchnifches Journal,
Band 192, Seite 22), welche die Einführung der gehobelten Fourniere fo fehr
begünftigt hat.
Die höchfte, uns bekannt gewordene, Leiflung in der Fournierfchneiderei
mit Sägemafchinen, war in der Wiener Weltausflellung durch ein Ham
burger Haus (G. C. Bartels & Söhne) repräfentirt. Es waren nämlich mit
der Säge gefchnittene Fourniere von folcher Feinheit exponirt, dafs z. B. aus
einem 20 Millimeter dicken Mahagonibrett 25 Fourniere gefchnitten erfchienen.
Und doch ift felbft ein folch exorbitantes Refultat durch die F o u r n i er
hob e 1 m a f c h i n e noch zu überbieten, da man aus einer Dicke von 20 Milli
meter bis 100 Fournierblätter hobeln kann, wobei felbftverftändlich kein
Abfall in Spähnen vorkommt. Das Hobeln der Fourniere aus gedämpftem
Holz ift noch relativ jung aber bei den ftetig fteigenden Preifen edier Hölzer von
grofser Wichtigkeit. Für Oefterreich mit feinen, noch immer beachtenswerthen
Vorräthen an werthvollen Fournierhölzern (Nufs, Efche, Ahorn) ift die Angelegen
heit von Bedeutung, wir bemerken alfo nochmals ausdrücklich, dafs die exadl aus
geführte Zimmermann’fche Mafchine ökonomifch und technifch vorzüglich
arbeitet. 10 bis 15 Blätter von 150 bis 3 Meter Breite werden in einer Minute
hergeftellt. Die Mafchine ift nichts weiter als ein durch eine Zahnftange getrie
bener Doppeleifen-Schlichthobel, welcher eben fo breit, als das Holz ift. Die
Mefferklinge fleht nicht fenkrecht, fondern geneigt zur Bewegungsrichtung, fo wie
bei den gewöhnlichen Handfalzhobeln. Die Hauptfchwierigkeit befteht in dem
accuraten Schliff der langen Hobeleifenklinge und find hiezu gewandte Arbeiter
unerläfslich. Der Kraftbedarf beträgt 3 bis 4 Pferde.
2. Parallel-Hobelmafchinen.
Die Parallel-Hobelmafchinen find trotz der mannigfaltigen Ver-
befferungen, die fie feit ihrer Erfindung erfahren haben, verhältnifsmäfsig wenig
in Anwendung. Trotz der eigentlich ungünftigen Angriffsweife auf die Holzfafer
haben diefe Tr a n s v e rfal - H o b e lm a fc h i n e n doch zum Abrichten der
Parqueten-Blindböden, zum Abgleichen verfchieden dicker