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Dr. Exner.
•und Zuführungswalzen auszeichnen, waren auch auf der Wiener Ausftellung
vertreten, ohne feitens des Publicums jene Beachtung zu finden, die fie verdienen.
Näheres über diefelben findet man in dem Parifer Ausflellungsberichte von
S c h a r f f und in dem Werke von Richards.
Die Weltausftellung enthielt auch mehrfache Mahnungen an den Benutzer
von Holzbearbeitungs Mafchinen, fich mit guten S ch 1 e if v o rri ch tu nge n für
Hobele ifen-Meffer zu verfehen. In dielen für Fachmänner beftimmten Aus
führungen ift es wohl überflüffig, die eminente Wichtigkeit eines accuraten
Schliffes der Hobeleifen zu betonen; der Zufland eines ganzen Etabliffements
kann ja nach der Befchaffenheit des Schleiffteines beurtheilt werden.
Mehrere Mafchinenfabrikanten, unter ihnen befonders Ranfome, W orf-
fam, Schmaltz und Arbey, haben auf die Verbefferung von Schleifap
paraten für gerade und S i m s - H o b e 1 e i fe n ihr Augenmerk gerichtet.
Ranfome’s Schleifapparat für gerade Hobeleifen befteht aus einem
ftarken Troge von Gufseifen mit Spindel-Zapfenlager, Triebrolle und Eiammer
platten zum Halten des Steines; er nimmt einen Stein bis 5 Fufs Durehmeffer und
12 Zoll Breite auf.
Eine gufseiferne Platte, mit Segmenten von „Water-of-Ayr“-Steinen ver
fehen, ift gewöhnlich an einem Ende der Steinfpindel feftgemacht und dreht fich
in einem für fich befonderen, an der Seite befeftigten Troge. Die Tröge find mit
adjuftirbaren Führungen und Schiebern, welche die Hobeleifen in dem gewünfchten
Winkel gegen die Oberfläche der Steine halten, verfehen, und der „Water-of-Ayr“-
Stein wirkt wie ein rotirender Wetzftein, indem die Schneiden ihn vollkommen
fcharf gefchliffen verlalfen.
Der mit der Mafchine gewöhnlich gefandte und in dem Preife inbegriffene
Schleifftein mifst 4 Fufs im Durehmeffer und 8 Zoll Dicke.
Der Apparat wird auch etwas kleiner gemacht, fo dafs er fich zum Schleifen
von gewöhnlichen Tifchler-Werkzeugen eignet; er gleicht dem obigen und hat
einen Stein bis 3 Fufs 6 Zoll im Durehmeffer.
Aufserdem hat Ranfome auch einen Sims- Eifenfch 1 e ife r exponirt,
durch deffen Anwendung die Arbeit des Weichmachens und Härtens, welche
beim Schärfen mittelft Feile nöthig wird, vermieden werden kann.
Die Mafchine befteht aus einer Spindel, welche mit heben kleinen Schleif-
fteinen verfchiedener Dicke, die fich in einem Troge drehen, verfehen ift.
Die Schleiffteine find fo geftaltet, dafs fie auf die Krümmungen und Aus
höhlungen der Sims-Hobeleifen verfchiedener Form paffen, und jeder der Steine
wird durch einen darüber befindlichen Wafferhahn aus Kanonemnetall mit Waffer
verfehen. Die Wafferhähne flehen mit einer Cifterne von Gufseifen in direkter
Verbindung.
Aehnliche Schleifapparate für gerade und Kehleifen waren auch von W 0 r f-
fam ausgeftellt und find in der Praxis längft bekannt.
Da wir die weiter oben erwähnte, ebenfalls exponirt gewefene
Schmaltz’fche II o b e 1 e i f e n - S c h 1 e i f m a f c hi n e auf das Lebhaftefte
empfehlen können, fo geben wir hier noch eine etwas umftändlichere Be-
fchreibung
Das Schleifen und Schärfen der Hobelmeffer gefchieht häufig auf einem
rotirenden, gewöhnlichen Schleiffteine, erfordert aber grofse Uebung und Auf
merkfamkeit. Um dies zu erleichtern, bringt man am Geftelle einen langen Quer-
fupport an, auf welchen das Hoheleifen gefpannt und durch feitliche hin- und
hergehende Bewegung der Wirkung des Schleiffteines ausgefetzt wird.
Es ift aber hiebei erforderlich, dafs der Stein immer eine gerade Ober
fläche hat und genau rund läuft, was bei Utenfilien, worauf jeder fein Handwerks
zeug fchleift, nicht lange der Fall bleiben kann.