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Dr. Exner.
Am häufigften im Gebrauch und auf der Ansftellung zahlreich vertreten
find die k 1 e i n e n Frais mafchinen, bei denen der Fr aiskopfübe r
die horizontale Tifchfläche hervorragt. Die zu bearbeitenden Holz-
ftücke, wie Rahmen, Tifchplatten und andere Möbelbeflandtheile, werden mit
freier Hand zugefchoben und fo mit Kehlungen und anderen Kegelformen ver
fetten. Es wird alfo kein automatifcher Vorfchub angebracht.
Fig. n ift die Abbildung einer folchen Fraismafchine, die felbftverftänd
lieh für alle Arten Gefimfe , wie zum Nuten und Federn von krummen und ge-
fchweiften Seitenflächen dienen kann. Die Mafchine hat einen gufseifernen Tifch
und Niederhaltung (liegt in der Abbildung am Boden), koftet 1000 Francs und
wird in diefer Anordnung von F. Arbey gebaut. Sie ift aus dem Faubourg
St. Antoine hervorgegangen und hat eine grofse Verbreitung in den Ateliers ge
funden.
Eine zufriedenftellende Leiftung , welche nur wenige Nacharbeit erfor
dert, kann man bei diefer Mafchine nur gewärtigen, wenn die Gefchwindigkeit
des Fraiskopfes eine fehr bedeutende ift. 4000 Touren find bei dem geringen
Halbmeffer des von der Fraisklinge befchriebenen Kreifes durchaus nichts
Exorbitantes.
Der eben erwähnten fehr ähnliche Fraismafchinen mit einer verticalen
Fraiswelle oder auch mit zwei folchen hauen die meiften englifchen und deut-
fchen Mafchinenfahriken. So z. B. liefert S. Worffam in London nahezu um
den gleichen Preis, wie Arbey, Fraismafchinen diefer Art. Das beiläufige Gewicht
einer einfpindeligen Mafchine beträgt 16 Centner. Die Tourenzahl der Vorge
lagewelle ift Soo (12 Zoll Durchmeffer der Riemfeheibe), Arbeitsverbrauch:
ein Pferd.
Die Einführung diefer Mafchinen in die öfterreichifche Möbelinduftrie
ift fehr dringend zu wünfehen. Diefs wird wohl dadurch begünftigt, dafs fich
auch öfterreichifche Firmen mit dem Baue folcher Mafchinen befaffen. (T opham
z. B. hat eine zweifpindelige Fraismafchine exponirt.)
S chm al t z in Offenbach a. M. hat nicht weniger als vier Formen in feinem
Preis-Courant und davon drei zur Ausftellung gebracht.
Die kleinfte derfelben, welche nur 100 Thaler koftet, hat einen verftell-'
baren, abnehmbaren Tifch, fchmale Auflage für doppelt gekrümmte Hölzer, das
Vorgelage am Geftell angebracht und hefitzt eine ausgezeichnete auf
ausrückbaren Frictionskegeln beruhende Vorrichtung zum
Wechfeln der Rotationsrichtung. (Gewicht 200 Kilogramm.)
. Die Fabrication von Fenfterrahmen, von Mafswerk in denfelben, von
allerlei Bautifchlerarbeiten wird durch diefe Mafchine nicht wenig gefördert,
wefshalb wir fie nochmals dringend empfehlen. Es ift zu bemerken, dafs ein
wefentliches Kriterium der Güte und Dauerhaftigkeit der Mafchinen das Material
und die Conftrudlion der Fraisspindel und der fie haltenden Lager bilden, —
wefshalb auf diefen Umftand beim Ankauf befondere Aufmerkfamkeit gerichtet
werden mufs.
Ein anderes Syftem von Fraismafchinen ftellt das von Ranfome exponirte
Mufter dar.
Thomas Robinfon & Son’s in Rochdale bei Manchefter führten fchon
vor einiger Zeit Fraismafchinen mit vertical flehender Spindel ein, bei welchen
jedoch die Spindel nicht in Lagern des Geftelltifches liegt, fondern oberhalb
des Tifches in durch einen Support getragene Lager eingebettet ift. Diefe Frais-
fpindel kann in Folge deffen gefenkt und gehoben , nach links und rechts ver
bellt werden, und wenn man wollte, könnte noch überdiefs der Träger des
Supportes wie ein Krahn drehbar eingerichtet werden.
Diefe Modification, die Ffaiswelle von unterhalb des Tifches nach oben
zu verlegen und noch dazu ihr eine gewiffe Mobilität zu verleihen, ermöglicht