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Full text: Holzbearbeitungs-Maschinen (Gruppe XIII, Section 2), offocieller Ausstellungs-Bericht

Holzbearbeitungsmafchinen. 
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2 dafs die Verfenkung des Werkzeuges ins Holz durch Bewegung des 
Werkzeuges ftattzufinden hat und am heften durch die Hand des Arbeiters erzielt 
werden mag; 
3 clafs man, 
geftalten und zu vei 
i, trotz der vielfältigen Verfuche, den Bohrer felbft umzu- 
rbeffern, doch bis heute dem feit mehr als einem Vierteljahr 
hundert in Gebrauch flehenden flachgedrehten Spiralbohrer treu geblieben ift. 
Die Ausftellung enthielt eine ziemlich grofse Anzahl von verticalen und 
bei combinirten Mafchinen auch von horizontalen Bohrwerken; leider fehlten 
Röhrenbohrmafchinen, deren Amerika fo intereffante in Verwendung 
hat Die meiden der exponirten Bohrmafchinen waren mit anderen Mafchinen 
combinirt; eine beliebte Verquickung ift die mit der Stemmmafchine, weil viele 
diefer letzteren in dem Holzftück ein Loch vorgebohrt haben muffen, um die 
Arbeit beginnen zu können. c . , 
Eine Bohrmafchine des Amerikaners B. D. Whitney fiel auf. Sie hat 
zwei horizontale Bohrfpindeln, deren gegenteilige Entfernung verändert wer 
den kann. 
IV. Drehbänke. 
Die Drehbank ift dem ihr zu Grunde liegenden Principe nach eine uralte 
Mafchine. Sie ift auch die einzige Holzbearbeitungsmafchine, welche von den in 
der mafchinellen Technik fo weit zurückgebliebenen Orientalen zur Ausftellung 
gebracht wurde. , , . . .... 
Der Palaft des V i c ek ö n i g s von Egypten war durch ein eigenthum- 
liches Gitterwerk vor den Fenftern ausgeftattet. Diefe Vorbaue find aus taufen 
den von einzelnen auf der Drehbank angefertigten Stückchen (Kugeln, Scheiben 
und Wälzchen) zufammengefetzt. 
Diefe in vielen Fällen reizend componirten Gitterkörbe waren nun ttieils 
echt egyptifch, theils nach den Angaben des Architekten S chmo r anz in der 
Bautifchlerei der allgemeinen ö ft e r r e i c h if ch e n B au g e fe llf cha f t 
i jetzt Baumaterialien-Gefellfchaft) imitirt angefertigt. In einer der ebenerdigen 
Aufsenlocalitäten (Verkaufsläden) war überdiefs ein Drechsle r poftirt und damit 
befchäftigt vor den Augen des Publicums gedrechfelte Gegenftande aus Holz, unter 
Anderem folche zierliche Gitter anzufertigen. Man kann alfo füglich fagen, dais 
Egypten feine Drechslerei auf der Ausftellung repräfentirte. 
In einer anderen Art brachte Indien die Drechslerei der Emgebor- 
nen zur Anfchauung: einerfeits durch exponirte Arbeiten, andererfeits durch 
Zeichnungen von eingebornen Gewerbetreibenden in ihrer Berufsthatigkeit dar_ 
geftellt (Skizzen von J. L. Kipling of the Sir Jamfet Jee Jejeehoy School of 
art and induftry. Bombay). 
Aus diefen letzteren Zeichnungen, verfchiedene Handwerksverfahren 
vorführend, und aus der Boutique im Palafte des Khedive geht hervor, dafs 
im ganzen Orient nur e i n e Manier des Drehens üblich ift. Der Arbeiter fitzt 
auf°der Erde und bringt das auf fehr primitiven Decken ruhende Arbeitsftuck 
mit einem Fufse in Rotation, während der andere unterftützt und fefthält und 
die Hände das Abdreheifen führen. Welcher koloffale Contraft diefes höchft 
unvollkommenen Verfahrens mit Baxter D. Whitney’s Patent Gauge 
Lathe einer Schlichtdrehbank, bei welcher nach dem rohen ielbft- 
thätigen Zufchroppen, die Mafchine ebenfalls felbftthätig verfchieden profilirte 
Schlichtmeffer in verticalem Rahmen herabfenkt und in Adhon verfetzt. *
	        
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