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Full text: Appreturmittel und Harzproducte (Stärke und Stärkeproducte, Albumin, Casein, Leim, Hausenblase, dann Lacke, Firnisse, Siegellacke etc.) - (Gruppe III, Section 7), offcieller Ausstellungs-Bericht

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Dr. Wilh. Fried. Gintl. 
falls in Prag etablirten Firma S. Engelmann ausgeftellte Albumin fich durch 
offenbar auf mangelhafte Sortirung des Fabrikates zurückzuführende Ungleichartig 
keit der Farbe unvortheilhaft von den Erzeugniffen anderer Fabrikanten unter- 
fchied. Ein ganz gutes Eieralbumin, dagegen ein minder gutes Blutalbumin hatte 
auch S. B. Berg in Krakau ausgeflellt, der auch eine Probe von tadellofem con- 
fervirten Eiweifs in flüffiger Form aufzuweifen hatte. 
Endlich möchte von öfterreichifchen Ausftellern auch noch die Firma 
F. Z a i 1 e n t h a 1 jun. in Penzing bei Wien genannt werden, welche fich an der 
Colledlivausftellung des niederöfterreichifchen Gewerbevereines (Darftellung der 
Abfallverwertung, im Pavillon des Welthandels) beteiligt hatte. Diefelbe 
brachte drei Sorten von Blutalbumin von mittelguter Qualität, dann Eieralbumin 
und Ladlrin, letztere beide in ganz guten Proben zur Ausftellung. Nebenbei 
zeigte diefelbe auch eine Verwerthung der bei der Albuminfabrikation abfallen 
den Eierfchalen, die darin befteht, dafs fie diefelben auf Kalk verarbeitet. Ob die 
Verwerthung von Eierfchalen überhaupt jemals eine praktifche Bedeutung zu ge 
winnen verfpricht, läfst fich allerdings nicht vorfchnell entfcheiden, doch von einer 
Verwerthung derfelben auf Aetzkalk, den man fich reiner und billiger auf anderen 
Wegen verfchaffen kann, möchten wir glauben, dafs eine folche lediglich den 
Charakter einer intereffanten Spielerei behalten wird, die als ein fehr lehrreiches 
Exempel in ein Laboratorium, nimmermehr aber für die Praxis pafst. 
Neben Oefterreich, das durch die bereits gewürdigten Bemühungen Hof- 
meier s gewiffermafsen zum Stammlande der Albumininduflrie geworden ifl, und 
deffen Albumininduflrie jene aller anderen Staaten überragt*, hatte zunächfl noch 
Deutfchland eine achtenswerthe Vertretung diefes Induflriezweiges auf der 
Ausftellung aufzuweifen. 
Sie war hier durch die Fabricate von M. Häffner in Hamburg, Fritz 
S e y d 1 e r in Königsberg und G. S u m p e r in München vertreten. Sämmtliche 
hatten Eieralbumin und Blutalbumin, die letztgenannte Firma auch trockene Blut 
kuchen ausgeflellt, und kann den vorgeführten Proben das Zeugnifs nicht vorent 
halten werden, dafs namentlich das Eieralbumin fich durchwegs fchön und auch 
das Blutalbumin recht gut erwies, obwohl das letztere bei keinem der genannten 
Ausfteller fo hell und klar befunden wurde, wie es beifpielsweife bei Hofmeier 
und Pollak fich fand. Von den drei angeführten Repräsentanten der deutfchen 
Albumininduflrie ifl die Firma Sumper in München die ältefte (1859 gegründet), 
wogegen die beiden anderen verhältnifsmäfsig junge Unternehmungen find (Häff 
ner 1869 un d Seydler 1870 gegründet). Seydler hat übrigens eine im Verhält- 
niffe zu den meiften übrigen Albuminfabrikanten, namentlich Oefterreichs, ganz 
erhebliche Produdlionsgröfse aufzuweifen, die fich beifpielsweife im Jahre 1872 
auf die Verarbeitung von 7500 Schock Hühnereier und das Blut von 12.500 Stück 
Rindvieh erftreckte. Diefem Rohmaterial-Verbrauche entfprach angeblich eine 
Ausbeute von 30 Centner Eieralbumin und 100 Centner Blutalbumin. 
Auch Dänemark hat feit Kurzem eine Albuminfabrik. Diefe „Albumin 
fabrik in Kopenhagen“ brachte ein vortreffliches Eieralbumin zur Ausftel- 
lung, das dem Hofmeier’fchen Fabrikate kaum nachftand. Blutalbumin fcheint 
diefe Pabrik, über deren Betriebsverhältniffe nichts Verläfsliches in Erfahrung 
gebracht werden konnte, nicht zu erzeugen. 
Von anderen Ländern waren Produdle der Albumininduflrie nur feitens 
Rufslands, Italiens, dann Nord- und Südamerikas zur Ausftellung 
Die Gefammtproduclion an Albumin läfst lieh beiläufig zu 12.000 Centner Albumin 
befferer Sorte, und etwa ebenfoviel der für die Zuckerraffinerien beftimmten geiingeren Sorte 
fchätzen. In Oefterreich producirt Hofmeier allein etwa die Hälfte diefer Ziffer und neben ihm 
befteht in Oefterreich als zunächfl bedeutendftes Etabliffement noch eines zu Obergerfpitz bei 
Brünn, deffen Rohmaterialverbrauch fich auf circa 150.000 Schock Eier und etwa 2000 Centner 
Rinds- und Schöpfenblut beläuft.
	        
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