Appreturmittel und Harzprodudte. g J
ziemlich geringwerthige blafige Male von dunkler Farbe erwies, an der Auftei
lung betheiligt hatte, war
England durch mehrere hervorragende Firmen auf diefem Gebiete
vertreten. Befonders bemerkenswerth war hier die Ausftellung von John Gr een
in London, welcher vorzügliche Gelatine, weifs und farbig, und Gelatinefolien
ausgeftellt hatte, deren Verwendbarkeit für die Zwecke der Kunftblumen-Fabri-
kation er durch ein nettes Bouquet aus Leimfölien illuftrirte. Auch Freeman
Wright, Needham Market, hatte vorzügliche Leim- und Gelatinemufter auf
zuweifen, neben welchen er die zu ihrer Darftellung dienenden Rohmaterialien,
als Abfälle von Peitfchen- und Handfchuhleder, Schafköpfe, dann auch Kaninchen
feile und die als Emballage für Tabak verwendeten Häute etc. zur Ausftellung
brachte. Vorzügliche Gelatine hatte auch J. B e 11 & Comp, in London ausgeftellt
Nicht unintereffant waren ferner die von B ri t ifc h - In d i en ausgeftellten Leim
müder. Die dunklen, glanzlofen, fchaumigen Maffen, welche den von Cownpore
ausgeftellten Leim bildeten, zeigten, dafs die Leimfabrikation dort noch Manches
zu wünfchen übrig laffe.
Gleich England hatte auch Frankreich vorzügliche Produtfte zur
Ausftellung gefandt. So fanden fich namentlich Gelatinemufter von faft uner
reichter Klarheit und Weifse bei Coignet pfcre et fils & Comp. Paris vor,
welche Firma auch nicht minder hervorragende Erzeugniffe an ordinärem Leim
aufzuweifen hatte. Auch Jacquand pdre & fils. in Lyon hatten nebenKnochen-
leim von vorzüglicher Klarheit eine blendend weifse Gelatine ausgeftellt, fowie
auch die Proben des Knochenfettes nichts zu wünfchen übrig liefsen.
Neben diefen waren noch befonders bemerkenswerth die Aufteilungen
von Tancride fr&res in Paris, welche einen vortrefflichen Knochenleim und
ein ebenfo vorzügliches Knochenfett ausgeftellt hatten, und jene von A. M i cha ux
in Bonni&res,, welcher Leim aus den Abfällen der Knopfdreherei ausftellte, der
allerdings an Klarheit den Erzeugniffen Anderer nachftand. Michaux macerirt
diefe Abfälle mit Salzfäure und verfiedet den Macerationsrückftand auf Leim,
während er durch Neutralifation der fauern Macerationswäffer in gewöhnlicher
Weife Calciumphosphat gewinnt.
Die Verwerthung von Leim zu Gelatinelcapfeln für medicinifche Zwecke
war in der vollkommenften Weife durch die Ausftellung von Thevenot in
Dijon vertreten.
Auch J. Puj ol in Caftr&s hatte vorzügliche Leimmufter ausgeftellt, unter
denen insbefondere die Proben von Colle de Flandre nichts zu wünfchen
übrig liefsen.
Die Leiminduftrie Italiens, welche gegenüber jener Frankreichs, die
insbefondere in Hinficht auf Gelatinefabrikation unübertroffen ift, fleh faft aus-
fchliefslich auf ordinäre Leimforten befchränkt, war in einer gleichfalls fehr reich
lichen Anzahl von Ausftellungsobj edlen vertreten. Bemerkenswerth waren nament
lich die Leimproben von Fratelli Miralta in Savona, welche Colla forte in zwei
Qualitäten ausgeftellt hatten. Diefe Leimforten, welche die für Italien charakteri-
ftifche Form mondfichelförmiger Platten zeigten, waren fowohl was Klarheit als
auch Härte und Färbung anbelangt, tadellos zu nennen. Gleich gute Mufter von
Colla forte fanden fleh bei Giufeppe Santocanale und Bend. Sommariva in
Palermo vor, deren Letzterer felbft eine ziemlich dunkle Tertia-Qualität von über
reichender Klarheit aufzuweifen hatte. Einen fehr blaffen Rohknochen Leim fah
man bei L. Fino Turin, während Giufeppe Flavio Banfi, Serrono, einen
angeblich nach einem befonderen Verfahren extrahiren dunklen, aber fehr klaren
Knochenleim aufzuweifen hatte, der indeffen auffallend glanzlos war. Sein in
gewöhnlicher Weife gewonnener Knochenleim liefs Manches zu wünfchen übrig,
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