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Full text: Appreturmittel und Harzproducte (Stärke und Stärkeproducte, Albumin, Casein, Leim, Hausenblase, dann Lacke, Firnisse, Siegellacke etc.) - (Gruppe III, Section 7), offcieller Ausstellungs-Bericht

Appreturmittel und Harzprodudte. 
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intereffanten Fortfehritt zur Geltung gebracht, und wenn auch vorläufig diefer Ar 
tikel (ich noch nicht eingebürgert hat, fo id doch kaum zu bezweifeln, dafs er 
bei den Eigenfchaften, die ihm nachgerühmt werden (gleiche Härte wie Horn, 
Unlöslichkeit, dauerhafter Glanz und vornehmlich bedeutende Billigkeit) fich 
werde behaupten können. Die Firma arbeitet fall ausfchliefslich für den Bedarf 
der öderreichifchen Länder, und hat den gröfsten Abfatz ihrer Fabrikate in 
Böhmen, Mähren, Schlehen, Galizien, Ungarn und Niederöfterreich. 
Von anderen Ausdellern wäre zunächd noch Carl Kunath in Wien zu 
nennen, welcher, wenn auch an Gröfse des Betriebes der Firma Fichtner 
wefentlich nachflehend, doch in Bezug auf Qualität feines Fabrikates eine befon- 
dere Beachtung verdient. Seine Gelatinen entfprechen allen Anforderungen und 
waren, was Klarheit und Färbung betrifft, fehr gut zu nennen. Intereffant war 
auch feine Colle&ion von den in verfchiedenen Ländern üblichen Handelsforten 
des Leimes, die meift in recht guten Exemplaren vertreten waren. 
Auch Ign. Gr awatfeh in Neu-Erlaa bei Wien hatte zum Theil recht gute 
Fabrikate aufzuweifen, darunter ein „chemifcher Knochenleim“ genanntes Erzeug 
nis, an dem indefs nichts befonders Vorzügliches bemerkt zu werden vermochte. 
Sehr.,gut war fein Kölner Leim und die Mufler feines Appretur- und Vergolder 
leims, wiewohl letztere nicht den höchden Grad von Klarheit zeigten. 
Auch fein ruffifcher Leim fowie die in der Färbung etwas matten, weil 
nicht völlig klaren, gefärbten Leime, würden noch eine Vervollkommnung-zulaffen. 
Recht htibfeh ausgeführt war ein Bouquet aus Folien des fogenannten chemifchen 
Knochenleims. 
Mangel an Klarheit wurde auch bei den meiden Leimmuflern bemerkt, 
welche L. Gr awatfeh, gleichfalls in Neu-Erlaa, ausgeflellt hatte, und wenn 
deffen Fabrikat auch fond allen billigen Anforderungen entfprach fo ift ein folcher 
Mangel doch mindeflens nicht empfehlend für dasfelbe und follte nach Kräften 
vermieden werden. Die praktifchen Schwierigkeiten, die fich der Erzielung klarer 
Leimfuppen entgegenflellen, find endlich nicht fo grofs, als fie gewöhnlich hin- 
geflellt werden, und der gröfste Fehler, deffen fich die meiden Fabrikanten hierin 
fchuldig machen, liegt in einer mangelhaften Sortirung und Vorbereitung des 
Rohmateriales. 
Von bedeutenderen Indudriellen in der Leimbranche wäre noch zu nennen 
F. C. Grillo in Sukdol bei Prag. Diefe Firma, welche ein recht rationell einge 
richtetes Etabliffement für Verwerthung thierifcher Abfälle befitzt, in dem fie 
boArbeiter und einen3o pferdekräftigenMechanismus befchäftigt, verarbeitet jährlich 
an 60 000 Centner Knochen und fondige Abfälle auf Leim, Knochenfett, Spodium, 
Superphosphat etc. Der ausgedellte Knochenleim und die Proben von gemifchtem 
Leim danden den befferen Erzeugniffen anderer Firmen wenig nach, wiewohl es 
auch hier in Bezug auf Klärung etwas zu thun gäbe. 
Befonders klaren und lichten Knochenleim hatte C. S c h i c k , Wien, aufzu 
weifen. und war namentlich auch deffen ruffifcher Leim ein tadellofes*Fabrikat. 
Auch Marguelis & Comp, in Rannersdorf bei Wien brachten fehr hellen und 
klaren Appretur- und Vergolderleim, fowie auch die Colledlivausdellung der 
Leimfabrikanten von Grofs-Meferitfch mehrere ganz treffliche Erzeugniffe an 
1 ifchlerleim enthielt, welche Leimforte befonders auch die Firma Fr Schaum 
berger in Wien, A. Schatzmann in Feldkirch, Fr. Schmi11 in Krems und 
A. Michel in Rehberg bei Krems in durchwegs recht guten Qualitäten zur 
Ausdellung brachten. 
Im Allgemeinen id die öderreichifche Leimindudrie nicht unwefentlich hinter 
dem durch den Auffchwungandererheimifchenlndudriezweige bedingten erhöhten 
Bedarfe an Leimprodudten zurückgeblieben, und während noch im Jahre 1867 der 
Einfuhr von 2 295 Centner an Leim eine Ausfuhr von 10.218 Centner gegenüber- 
dand, wuchs feither von Jahr zu Jahr der Import, während der Export rafch fank. 
So betrug
	        
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