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Full text : Spritzen und Pumpen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

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Peter  Zwiauer.

Die  giöfseren  Gattungen  find  fundirt  wie  die  meiden  übrigen  Pumpen,
nämlich  jeder  der  beiden  Cylinder  ift  für  fich  auf  einen  Stein  geftellt  und  feftgefchraubt.
  —  Die  fixe  Verbindung  beider  ift  durch  das  oben  befprochene  Deckel
ftück  hergeftellt,  welches  auch  die  genaue  Stellung  der  beiden  Cylinder  in  einer
Achfe  ermöglicht.  —  Uebrigens  ift  diefs  nicht  die  einzige  Anordnung;  für  Bergwerks- ­
  oder  Wafferhaltungs-Zwecke  wurde  diefe  Pumpe  in  grofsartigen  Dimenfionen
  hergeftellt  und  damit  die  Undichtheit  des  Pumpenkolbens  fich  nicht  dem
Auge  entziehe,  gab  man  den  Vortheil  des  geringen  Raumbedarfes  auf,  und  ftellte
zwei  Waffercylinder  mit  Plungerkolben  fymmetrifch  vom  Dampfcylinder  vorne
und  hinten  auf.
Für  folche  Anordnung  gibt  man,  wie  felbftredend,  geringere  Tourenzahlen,
aber  grofse  Hübe.
Eine  ausgeführte  Pumpe  hatte  einen  Dampfcylinder-Durchmeffer  von
3 2  z ° n  englifch  =  8oo  Millimeter,  einen  Pumpencylinder-Durchmeffer  von  io'/ ä
Zoll  englifch  =  263  Millimeter  und  einen  Hub  von  6  Schuh  englifch  =  r  825  Millimeter. ­
  Die  Pumpe  war  beftimmt,  22'5oo  Gallons  pro  Stunde  =  102,150  Liter  zu
fchaffen.  Diefs  entfpricht  einer  Anzahl  von  9  bis  n  Hüben  pro  Minute  und
alfo  einer  Kolbengefchwindigkeit  von  55°  bis  660  Millimeter,  das  ift.  21  bis
25  Zoll  pro  Secuncle.
Diefe  Pumpe,  welche  alfo  ganz  bedeutende  Dimenfionen  erhielt,  fleht  auf
einem  gufseifernen  hohlen  Rahmen,  auf  welchen  beide  Cylinder  für  fich  angefchraubt
  find.  Unter  einander  find  diefelben  durch  ftarke  fchmiedeeiferne  Zugftangen
  verbunden,  welche  die  in  der  Achfe  der  Cylinder  auftretenden  Kräfte
aufheben.  —  Dasfelbe  Princip  wurde  auch  für  Prefspumpen  bei  hydraulifchen
Preffen  angewendet  und  werden  dann  zwei  kleine  hydraulifche  Plungercylinder
vor  und  hinter  dem  mächtig  grofsen  Dampfcylinder  angeordnet.
Die  Cameron’fche  Pumpe  wird  felbftverftändlich  noch  in  vielen  anderen
Modificationen  auf  ihrem  Untergeftelle  befeftigt.  Als  locomobile  Mafchine  ward
fie  mit  einem  Field’fchen  Keffel  zugleich  auf  eine  eiferne  Geftellplatte  gefchraubt.
Dann  hat  der  Dampfcylinder  zwei  Füfse,  der  Pumpencylinder  ift;  mit  einer  Nafe
noch  an  der  Kante  der  Geftellplatte  feftgefetzt.
Der  Pumpencylinder  hat  an  feinen  beiden  Enden  die  Ventilköpfe
an g e g°fi' e n;  die  Ventile  find  aus  Leder,  mit  Schmiedeeifen  armirt  für  Förderung ­
  von  kaltem  Waffer.  Für  warme  Fltiffigkeiten  oder  folche,  welche  die
Lederklappen  zerftören,  werden  Metallventile  verwendet.  Der  Windkeffel  ift  in
der  Mitte  des  Pumpencylinders  Uber  denfelben  geftellt,  eine  Anordnung,  welche
nicht  mehr  ganz  ihren  Zweck  erfüllt.  Soll  der  Windkeffel  ordentlich  wirken,  fo
imifs  das  elaftifehe  Luftpolfter  (als  folches  ift  derfelbe  aufzufaffen)  gerade  über
dem  Druckventile  liegen  Sindalfo  bei  einer  doppeltwirkenden  Pumpezwei  Druckventile, ­
  fo  follen  auch  zwei  Druckwindkefiel,  abergeradevertical  über  den  Ventilen
angebracht  werden.  Dann  werden  fie  ihren  Zweck,  nämlich  den  eines  elaftifchen
Pufters,  einer  Befchwerung  des  Druckventiles  erfüllen.  Steht  der  Windkeffel  von
beiden  vorliegenden  Pumpen  in  der  Mitte  zwifchen  den  beiden  Ventilköpfen  fo
hat  keines  derfelben  den  erwähnten  Vortheil.  Obgleich  das  Waffer  den  Druck
überallhin  gleich  fortpflanzt,  fo  ift  doch  die  Wirkung  nicht  diefelbe.  Bei  gröfseren
Pumpen  würde  es  fich  nach  der  Meinung  des  Berichterftatters  empfehlen,  iiber
den  Druckventilen  kleine  Windkeffel  anzubringen,  da  der  eigentliche  Windkeffel
als  Druckregulator  dient  und  nicht  fenkrecht  über  den  Ventilen  angebracht
werden  kann.
Das  fchon  befprochene  Verbindungsftück  hat  in  der  Ausführung  von
Whitley  Partners  die  Form  eines  halben  cylindrifchen  Rohres,  welches  durch
einen  horizontalen  Schnitt  durch  die  Achfe  erzeugt  wurde,  damit  die  beiden  Stopfbüchfen,
  übrigens  mit  achteckiger  Mutter  nachzufpannen,  leichter  zugänglich  find.
Zwifchen  den  Cylindern  ift  nur  fo  viel  Raum,  als  nothwendig  ift,  um  eine
der  beiden  Stopfbüchfen  ganz  zu  öffnen  und  eine  neue  Packung  einzulegen  Die
            
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