Spritzen und Pumpen.
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Die in der Fabrik des Herrn Alexander Friedmann aufgeflellte Pumpe
diefer Conhrucfion hat einen aufserordentlich ruhigen Gang, geht fehr ficher und
diefs empfiehlt diefelbe für die Anwendung als Schiffsleckpumpe. Durch die ver-
ticale Aufhellung der Pumpe ifl die Befefbigung an den Spanten fehr erleichtert
und foll diefelbe wirklich fchon von den meiden Marinen als Schiffsleckpumpe
angenommen fein.
Der Pumpencylinder ifl nach den rationellflen Principien conftruirt. Die
Pumpe hat einen gufseifernen Kolben mit drei felbftfedernden Ringen. Die
Ventile find leicht zugänglich, und es liegen die Saug- und Druckventile für
je eine Kolbenfeite vertical übereinander. Gerade\ über den zwei Druckven
tilen, welche in einer Horizontalebene in der unteren Hälfte des Pumpencylin-
ders liegen, find zwei Windkeffel angebracht. Die Uebergänge aus dem runden
Querfchnitte der Rohrleitungen in die rechteckigen der Canäle find fehr forg-
fältig ausgeführt. Bei der hier gezeichneten Pumpe find die beiden Cylinder
wie bei Cameron’s Originalconhru<5lion durch ein Cylinderdeckel-Verbindungs-
flück gegen einander fixirt; doch ifl es ein unbeflreitbarer Vortheil der verticalen
Aufhellung, dafs man diefelben auch auseinander rücken kann, wie es eben der
fpecielle Zweck, für den die Pumpe behimmt ih, verlangt.
Der Schieberkahen ih wie bei Cameron’s Conhrudlion auf den Cylinder
gefchraubt und liegt das Schiebergeficht mit den Schieberkahenflanfchen in
einer Ebene. Diefs bietet für die Bearbeitung den Vortheil, dafs man das Ganze
in einem Striche durchhobeln kann. Die Stopfbüchfen und fonhigen Theile fowie
die Vorrichtung zur Bewegung des Schiebens von Hand find genau nach der
Originalconhrutflion gebildet. Der Pumpencylinder hat unten noch zwei Füfse,
obgleich die Befehigung der Pumpe in der Regel, durch die feitlichen Flanfchen,
welche an beide Cylinder angegoffen find, gefchieht.
Die Pumpe hat noch den Vortheil, dafs man fie aufserordentlich leicht
demontiren kann. Durch Abheben der oberen Cylinderdeckel kann man zu den
beiden Kolben gelangen.
Bei der verticalen Anordnung hat man den Vortheil, dafs die bewegten
Theile fich gleichmäfsig abnützen, denn wenn bei den horizontalen Pumpen das
Gewicht der bewegten Theile (Kolben, Kolbenhange etc.) noch fo gering ih, fo
wird eine ungleiche Abnützung an den unteren Cylinderhälften eintreten, welche
fchliefslich das Auswechfeln der Brillen und das Nachdrehen der Cylinder für
einen dichten Schlufs der Kolben nothwendig machen wird.
Unter den englifchen Aushellern fanden wir die Firma Mc. Nicol, welche
drei „Excelfiorpumpen“ brachte, von denen eine gewöhnlich in 1 hätigkeit war.
Die Pumpen haben im Aeufseren grofse Aehnlichkeit mit den Pumpen von
Whitley Partners oder Tangye Brothers Specialpumpe. Auch bei der Excelfior-
pumpe dient ein Steuerkolben zur Bewegung des Schiebers. Sie unterfcheidet
fich nur durch den Mangel der kleinen Endventile, welche hier durch ein Syhem
von Dampfcanälen erfetzt werden, welche im Princip dasfelbe bezwecken, was
die kleinen Ventile füllten: der Dampf hinter dem Steuerkolben konnte in den
Dampfcylinder entweichen, und zwar auf die Seite, auf welcher gerade Aus-
hrömung ih; alfo kann der Dampf auf der anderen Steuerkolben-Seite den Schieber
bewegen, und alfo umheuern.
Die Idee, fowie die Ausführung derfelben ih fehr fchön und die Arbeit
an den Pumpen’fehr exadl. Der Gang der Pumpe war fehr ruhig; fie arbeitete
allerdings mit fehr geringem Drucke.
Die Pumpe von Maxwell & Cope.
Die Pumpe, welche Hayward Tyler & Comp, nach dem Patente von
Maxwell & Cope. ausgehellt haben, hat die Schwierigkeit, eine corredle Steuerung