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Full text: Spritzen und Pumpen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Spritzen und Pumpen. 
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Canäle, welche von dem innern Raume des Kolbens aufser dem Schieber gegen 
die Cylinderwand führen und deren Coincidiren mit anderen Canälen die 
Umfteuerung bewerkftelligt, find auf beiden Seiten des Steuerkolbens ausgefpart. 
In der Mitte des Schiebergefichtes liegen wie normal der Ausftrömungs- 
canal, zu beiden Seiten die Einftrömungscanäle, welche je durch den Mufchel- 
fchieber mit dem Ausftrömungscanal in Verbindung gefetzt werden. Die Einftrö 
mungscanäle münden gegen aufsen durch die Deckel des Kolbens und laden 
alfo den Raum hinter oder vor dem Kolben fich mit Dampf füllen. 
Der mittlere Canal führt in einen Schlitz im Kolben, welcher fich natürlich 
zwifchen den beiden Dichtungsringen befindet. Diefer Schlitz ift fo lang wie der 
für die Einftrömung und mufs auch in der ganzen Länge des Kolbenhubes mit der 
Oeffnung in der Cylinderwand für die Ausftrömung coincidiren. Dadurch kann, 
wenn der Schieber eine Stellung eingenommen, der Dampf während des ganzen 
Kolbenweges von der betreffenden Seite ausftrömen. 
Damit diebetreffenden Canäle imCylinder und im Kolben einander immer 
ganz decken, darf fich der Kolben um feine Achfe nicht verdrehen; es ift alfo an 
feinem Umfange irgendwo ein Stift angebracht, der fich in einem langen Schlitze 
in der Cylinderwand führt und eine Verdrehung hindert; defsgleichen ift ein folcher 
Stift am Schieber angebracht, da auch diefer in feiner Lage gegen den Kolben 
bleiben mufs, da fonft die ganze Steuerung problematifch würde. 
Die Dampfvertheilung ift nun folgende: Nehmen wir an, der Kolben gehe 
nach links, dann fteht der Schieber gleichfalls in feiner äufserften linken Stellung. 
Der Steuerfchieber ift jetzt im Gleichgewichte, denn der Dampfdruck ift auf 
beiden Seiten vorhanden. Ift der Kolben nahezu am Ende feines Weges ange 
langt, fo trifft ein kleiner, in die Cylinderwand eingegoffener Canal auf den 
Einftrömungsfchlitz des Kolbens, und enthält alfo dann frifchen Dampf. Gleich 
zeitig kommt der oben befprochene Canal des Kolbens in Verbindung mit der 
Ausmündung des erften Canals, und in Folge deffen tritt gefpannter Dampf 
links vom Schieber ein. Rechts vom Schieber befand fich noch Dampf von 
der -letzten 'Schieberbewegung her, welcher nun austreten können mufs. Um 
diefs zu ermöglichen, kommt der fymetrifch liegende kleine Kolbencanal direfl 
mit der Ausftrömungsöffnung in der Cylinderwand zum Decken, wie aus dem 
Querfchnitte erfichtlich ift. 
Das Coincidiren beider Canalpaare tritt gleichzeitig ein, der Schieber 
wird alfo exadt in dem Moment in feine äufserfte Stellung verfchoben, wo das 
Gleichgewicht in dem inneren Kolbenraume aufgehoben wird. Die Dampfver 
theilung ift nun für den neuen Hub eingeleitet, und es tritt am Ende desfel- 
ben das nämliche Spiel ein. 
Wie man aus diefer Befchreibung fieht, ift auch hier eine Expanfion des 
Dampfes, alfo eine rationelle Arbeit unmöglich. 
Der Hub der Pumpe ift geringer als die halbe Cylinderlänge, und der 
Kolben länger als der Hub. Die Hubbegrenzung ift fehr genau und die Steuerung 
arbeitet fehr exadl. Selbft bei fchnellem Gange ift der Kolbenwechfel fehr ruhig. 
Es ift noch zu erwähnen, dafs der Kolben durch Anbringung fymetrifcher 
Ausfparungen gegenüber den Ein- und Ausftrömungsfchlitzen vollftändig 
entladet ift. Defshalb kann die Abnutzung nur gering fein, denn der Kolben 
trägt nur fein eigenes Gewicht (und das des Schiebers), und zwar auf eine 
grofse Fläche vertheilt. 
Leider war es dem Berichterftatter nicht möglich, die Pumpe zu indiciren. 
Die Pumpe ift wie jede andere Pumpe conftruirt; fie hat Kolben mit 
Lederftulpen - Dichtung und Kautfchuk - Kugelventile für Kaltwaffer und nicht 
zu grofse Druckhöhen, hat Kolben mit elaftifchen Ringen und Metall-Sitzven 
tile für warme Flüffigkeiten, oder grofse Druckhöhen. 
Um bei gröfseren Dimenfionen der Pumpen die Kautfchuk-Kugelventile, 
welche einen Metallkern enthalten, beibehalten zu können, ordneten Hayward 
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