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Full text: Spritzen und Pumpen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Spritzen und Pumpen. 
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benützt. Die Pumpe wird vorzugsweife als nicht laugende conftruirt und verfenkt 
man fie dann ganz unter das Wafferniveau. Die Anordnung derfelben ift fehr ein 
fach. Im Brunnenfehachte wird ein feiles Gerült eingebaut, an das der Cylinder 
vertical angefchraubt wird. Das Steigrohr als Kolbenllange geht über den Schacht 
hinaus und wird oben durch einen zweiarmigen Hebel in hin- und hergehende 
Bewegung verfetzt. Hiedurch wird das Waffer gehoben und fliefst an dem offenen 
umgebogenen Ende der Kolbenllange aus. Das Bodenventil in der Pumpe ift 
Säugventil und ein zweites im Kolben Druckventil. 
Es ill dem Berichterllatter unbekannt, dafs die Pumpe auch für Kraftbetrieb 
eingerichtet wäre, doch als Handpumpe mag fie in Fällen, wo man fich auf eine 
primitive Förderung befchränkt, ganz angezeigt fein. 
Um das Rollen der unter Waffer befindlichen Theile zu verhindern, find 
diefelben galvanifirt, was namentlich für Seewaffer fehr angezeigt erfcheint, da die 
Pumpen auch als Schilfsleck-Pumpen Verwendung finden. Die Pumpen find auch als 
doppeltwirkende conllruirt und haben zwei Säugventile, während das Druckventil 
im hohlen Kolben liegt. Die beiden Säugventile liegen unten am Pumpencylinder, 
eines im Mittel des Deckels, das andere in einem Canal, welcher zum oberen Ende 
des Cylinders führt. Die Pumpe wird, wie erwähnt, meillens als nichtfaugend 
benützt und dann unter die Wafferoberfläche verfenkt; wenn fie faugen foll, fo wird 
der untere Deckel zu einem Rohranfatze zufammengezogen und an demfelben das 
Saugrohr befefligt. 
Eine andere Erfcheinung auf dem amerikanifchen Gebiete waren die 
Mintzer Pumpen, welche fehr originell conllruirt und namentlich für unreine, dicke 
Flüffigkeiten beftimmt find. Es beftehen diefe Pumpen aus einem halben, innen 
ganz glatten Cylinder, in welchem fich um die Cylinderachfe zwei diametral gegen- 
überllehende Flügel, deren mittlere Lage die horizontale ill, bewegen laffen. Von 
der Achfe vertical geht eine Scheidewand nach abwärts, welche feil ill und die 
beiden Räume in zwei Hälften theilt. Die Bewegung der Flügel ill eine Ofcillation 
um einen Winkel von etwa 90 Grad. Die Achfe fetzt fich aufser dem cylindrifchen 
Gehäufe fort und trägt einen Hebel, mittelfl deffen man diefelbe und alfo auch die 
an ihr befeftigten Flügel bewegen kann. Die Flügel fchliefsen möglichll genau 
den cylindrifchen Raum ab und die Kautfchukklappen, welche beide nach oben 
zu öffnen find, bilden zugleich die Dichtung gegen die Cylinderwand. Unten am 
Cylinder ift ein Saugrohr, deffen Mündung in den Cylinder getheilt ill und durch 
zwei Saugklappen verfchloffen wird; über der Achfe ill das Abflufsrohr. Selbll- 
verftändlich kann bei einer fo einfachen Anordnung von einer grofsen Saug- 
oder Druckhöhe nicht die Rede fein, weil zwifchen den Flügeln (welche gleich- 
fam den Kolben vorftellen follen) und dem Cylinder nur Kautfchukdichtung 
ill, alfo unter den Flügeln kein beträchtliches Vacuum entliehen kann. Die Wir 
kungsweife dürfte nun einleuchtend fein; wenn der Hebel von rechts nach links 
bewegt wird, fo wird der linke Flügel die obere Klappe offen haben und das 
Waffer wird durch diefelbe paffiren. Der rechte Flügel hat die Klappe gefchloffen 
und erzeugt Luftverdünnung hinter fich. Dadurch faugt er aus dem Saugrohr 
Waffer nach, während das über dem Flügel befindlichein dem Abflufsrohre ausläuft. 
Die bei der Ausftellung aufgellellten Pumpen hatten fehr geringe Saug 
und gar keine Druckhöhe; diefelben arbeiteten fehr gut; wie die Leillung der 
Mafchine bei gröfseren Höhen fein mag, bleibt zu unterfuchen. Da, wie erwähnt, 
die beiden Flügel keine eigentliche Dichtung gegen die Cylinderwand haben, 
fondern nur die Kautfchukllreifen an diefelbe möglichll genau paffen, fo ift felbll- 
verftändlich, dafs dabei immer Verlulle vorhanden find. Einegrofse Berechtigung 
haben die Pumpen für unreine Flüffigkeit, da eine Befchädigung und Undicht 
werden des Kolbens oder der Ventile eben nicht Vorkommen kann. Diefelben 
follen von der amerikanifchen Marine angenommen fein. 
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