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Full text: Spritzen und Pumpen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Spritzen und Pumpen. 
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.auf der Ausflellung war, fland die Mafchine vertical und flatt der kleinen vorer* 
wähnten Kurbel war ein kleines Excenter angebracht, welches fowohl die Steue 
rung des Hauptfchiebers als auch die Hilfswirkung auf die Welle zu beforgen 
hatte. 
Bei den Mafchinen mit zwei und drei Hauptcylindern fällt felbflverftänd- 
lich diefe Einrichtung weg, denn diefelben haben keinen todten Punkt mehr. 
Solche eincylindrige Mafchinen find im Befitze der Städte Wien und Peil, und 
follen fehr zufriedenftellende Refultate geben. 
Die fämmtlichen Pumpen von Shand find mit Speifepumpen fowohl als 
Injektorenverfehen, welches von grofser Vorficht zeigt. Diefe Beflandtheile, fowie 
fämmtliche Keffelarmaturen find von Kanonenmetall, und die Ein- und Aus- 
ftrömmungsrohre find Kupfer, beide für die grofsen Cylinder gemeinfchaftlich. 
Die Mafchinen können 30 bis 200 Touren machen. 
Ziehen wir aus den Betrachtungen über diefe Pumpen einen Schlufs, fo 
müffen wir uns geliehen, dafs durch die Kurbeln, Excenter mit ihren Lagern und 
Büchfen ein gewifs nicht unbeträchtlicher Theil der aufgewendeten Dampfarbeit 
durch Reibungswiderflände verloren geht. Jedenfalls aber haben diefe den Vor 
theil, dafs man eine genaue Hubbegrenzung hat und, falls etwas an der Mafchine 
in Unordnung fein follte, auch durch Drehung der Achfe von Hand die Pumpen 
leicht in Gang bringen kan»: was bei den direkt wirkenden Pumpen faft 
unmöglich ifl. 
Ift bei den Spritzen ohne rotirende Bewegung etwas fefl geworden, fo ift 
es fchwer, dem Uebel ohne Dampf abzuhelfen, und dann gehört grofse Vorficht 
dazu. Doch dürfte bei ordentlicher Wartung diefer Unfall nicht oft Vorkommen. 
Vergleichen wir nun die beiden Syfteme gegeneinander, fo finden wir, dafs 
jedes derfelben feine Vorzüge hat, welche eben nach Umftänden höher oder 
geringer anzufchlagen find. Je nachdem man alfo gröfsere Sicherheit gegen 
das Feflfetzen der einzelnen Theile und durch genaue Hubbegrenzung und 
geringere fchädliche Räume geringeren Dampf, refpektive Kohlenverbrauch ver 
langt, (ich dagegen das Unangenehme, was die gröfsere Complicirtheit diefer 
Pumpen mit fich bringt, gefallen laffen will, fo verdient die Spritze von Shand 
Mafon & Co. den Vorzug; will man Einfachheit im Mechanismus, wie diefe 
bei den Spritzen von Merryweather geboten wird und durch fleifsiges Nacli- 
fehen der Kolben ein Feflfetzen derfelben vermeiden, dagegen einen etwas 
gröfseren Dampfverbrauch (derfelbe ift nur nach Percenten zu meffen), fo wähle 
man das Syflem von Merryweather & Sons. 
Noch einer Dampf-Feuerfpritze haben wir zu gedenken, welche im deut- 
fchen Annex fland, und von Lange & Gehrckens in Ottenfen ausgeflellt war Es 
ifl diefs eine dreicylindrige horizontale Spritze mit rotirender Bewegung. Die 
Schwierigkeit, die Schwungradachfe in die Mitte zwifchen Dampf- und Waffer- 
cylinder zu legen, ifl durch Anwendung von Kurbelrahmen behoben. 
Die Anordnung der übrigen Theile ifl fehr ähnlich der Spritze von Shand 
Mafon & Comp. Die Belaflung durch den Keffel fällt direkt auf die hintere Achfe. 
Feuerthüre und Kohlenbehälter find felbflverfländlich hinten angebracht, um 
von dem Fufsbret aus die Feuerung zu beforgen. Diefs find die ausgeflellten 
Syfleme von Dampffpritzen mit Kolbenpumpen. Wir werden fpäter noch einer 
Dampffpritze begegnen, welche nach ganz anderen neuen Principien conflruirt 
ifl, und fchliefsen hiemit den Theil über Kolbenpumpen ab. 
Die fchon bei der Cameron’fchen Pumpe erwähnte Firma Whitley Partner 
hatte ein fehr intereffantes Pumpendetail ausgeflellt, die Field’fchen Lippenventile. 
Diefelben beflehen aus zwei runden Kautfchuktrichtern, welche aus ziemlich flarken 
Platten gefchnitten werden und an dem inneren Umfang durch z/förmige Ringe 
umfafst werden. Die Kautfchukklappen haben flets die Neigung, ihre conifche 
Form einzunehmen. Daran find fie dadurch verhindert, dafs man beide gleich
	        
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