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Full text: Spritzen und Pumpen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Spritzen und Pumpen. 
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AusgufsÖffnung angebracht, aus welcher die gehobene Flüffigkeit abftrömt. Die 
Bewegung des in dem Rohre befindlichen Theiles der Kette ift felbflverftändlich 
die auffleigende. CJm die Kette zu bewegen, ift diefelbe oben über ein Ketten 
rad gefchlagen, welches genau der Form der Kettenglieder und Teller ent- 
fprechende Vertiefungen an feinem Umfange hat. Wird diefes Rad in drehende 
Bewegung verfetzt (durch eine Handkurbel), fo folgt die Kette diefer Bewegung 
und geht durch das Rohr aufwärts, auf der andern Seite abwärts. 
In dem Brunnen, oder überhaupt in dem auszufchöpfenden Raume faßen 
die Scheibchen (Teller) Flüffigkeit in das Rohr, (welches in die Flüffigkeit 
taucht) und bilden alsdann kleine Kolben, welche aber, da keine befondern 
Dichtungen vorhanden find, keinen genauen Abfchlufs mit der Cylinderwand 
hervorbringen. Bis die Teller an das obere Ende des Rohres gelangen, ift 
ielbftverftändlich nur wenig Flüffigkeit gefolgt, doch wird das Zurückblei 
bende von den nachfolgenden Scheibchen aufgenommen. Dafs der Wirkungs 
grad einer folchen Pumpe nicht fehr grofs ift, liegt auf der Hand, doch 
haben fie ihre Berechtigung zum Schöpfen von fehr unreinen, confiften- 
ten Flüffigkeiten (Jauche, dickflüffige Maifche etc.), weil kein Theil an der 
einfachen Mafchine vorhanden ift, der fich verftopfen könnte oder durch Ver 
unreinigung leiden würde. Für diefe Zwecke ift es fchwer, gute Pumpen zu 
bauen, und find alsdann hochftens Schieberpumpen noch anwendbar. Jeden 
falls find die Kettenpumpen nur dort zu empfehlen, wo man nicht fehr hohe 
Anfprüche an die Kraftverwerthung macht. Ausgefteilt war diefe Pumpe oder 
eigentlich nur das Gehäufe mit dem Kettenrade von der amerikanifchen Firma 
W. B. Douglas durch John G. Rollins & Comp, in London, aufserdem von 
J. Warner & Sons in London. Bemerkenswertes ift an beiden Conftruc 
tionen nichts. 
Die nun zu befprechenden Pumpen find die rotirenden. Es waren diefe von 
allen Ländern in grofsen Mengen ausgeftellt, erhoben fich aber nur feiten über 
■das Niveau des Bekannten. Obgleich erwiefen ift, dafs die Centrifugalpumpen 
;aft immer einen geringeren Nutzeffekt haben als Kolbenpumpen und nament 
lieh durch die grofse Umfangsgefchwindigkeit fehr oft Anlafs zu Mifslichkeiten 
durch die Zapfen geben, dafs ferner auch fehr ftarke Vibrationen entftehen, fo 
wird doch diefe Pumpe mehr angewendet als fonft irgend eine, weil fie einige 
aufserordentliehe \ ortheile bietet im geringen Anfpruch an Raum und in der 
grofsen Ausdehnbarkeit der Leiftung durch Vergröfserung der Umfangsgefchwindig- 
iceit. Die Nachtheile können unter Umftänden verfchwindend fein gegen die Vor 
theile, wenn man bedenkt, wie grofs Unterfkhied an Raum und an Kapital bei 
einer Centrifugal- und einer Kolbenpumpe für gleiche Leiftungen ift. Es ift alfo 
erklärlich, dafs diefe Pumpen in grofser Anzahl ausgeftellt waren. Was die Con- 
ftruktion anbelangt, fo war faft durchgängig das bekannte Syftem vertreten, von 
Rädern mit gekrümmten Schaufeln und gekrümmten Seitenwänden, wobei die Ein- 
ftrömung im Innern des Rades gefchah. während die Ausftrömung tangential 
auslief. Was die Schaufelform anlangt, fo dürfte wohl kaum noch fo arg gefündigt 
worden fein, als niit den Schaufelcurven. Man konnte die allerverfchiedenften 
Conftruktionen fehen. 
Eine ganz eigenthümliche Conftruktion hatten die von der Firma Nagel 
und Kaemp in Hamburg ausgeftellten Centrifugalpumpen mit äufserem Leit- 
fchaufelapparat und radialem Austritte, eine mit verticaler, eine mit horizontaler 
Achfe. Die Anwendung des Leitfchaufelapparates bei Centrifugalpumpen bezweckt 
den Austrittsquerfchnitt je nach der Förderhöhe gröfser oder kleiner machen zu 
können. Nähere Auskünfte konnten und wollten die Herren Nagel & Kaemp über 
ihre Conftruktionen nicht geben, weil fie für ihre Originalität fürchteten. Es war 
daher'dem Berichterflatter unmöglich, genaueren Einblick in die Conftruktion zu
	        
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