Spritzen und Pumpen.
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AusgufsÖffnung angebracht, aus welcher die gehobene Flüffigkeit abftrömt. Die
Bewegung des in dem Rohre befindlichen Theiles der Kette ift felbflverftändlich
die auffleigende. CJm die Kette zu bewegen, ift diefelbe oben über ein Ketten
rad gefchlagen, welches genau der Form der Kettenglieder und Teller ent-
fprechende Vertiefungen an feinem Umfange hat. Wird diefes Rad in drehende
Bewegung verfetzt (durch eine Handkurbel), fo folgt die Kette diefer Bewegung
und geht durch das Rohr aufwärts, auf der andern Seite abwärts.
In dem Brunnen, oder überhaupt in dem auszufchöpfenden Raume faßen
die Scheibchen (Teller) Flüffigkeit in das Rohr, (welches in die Flüffigkeit
taucht) und bilden alsdann kleine Kolben, welche aber, da keine befondern
Dichtungen vorhanden find, keinen genauen Abfchlufs mit der Cylinderwand
hervorbringen. Bis die Teller an das obere Ende des Rohres gelangen, ift
ielbftverftändlich nur wenig Flüffigkeit gefolgt, doch wird das Zurückblei
bende von den nachfolgenden Scheibchen aufgenommen. Dafs der Wirkungs
grad einer folchen Pumpe nicht fehr grofs ift, liegt auf der Hand, doch
haben fie ihre Berechtigung zum Schöpfen von fehr unreinen, confiften-
ten Flüffigkeiten (Jauche, dickflüffige Maifche etc.), weil kein Theil an der
einfachen Mafchine vorhanden ift, der fich verftopfen könnte oder durch Ver
unreinigung leiden würde. Für diefe Zwecke ift es fchwer, gute Pumpen zu
bauen, und find alsdann hochftens Schieberpumpen noch anwendbar. Jeden
falls find die Kettenpumpen nur dort zu empfehlen, wo man nicht fehr hohe
Anfprüche an die Kraftverwerthung macht. Ausgefteilt war diefe Pumpe oder
eigentlich nur das Gehäufe mit dem Kettenrade von der amerikanifchen Firma
W. B. Douglas durch John G. Rollins & Comp, in London, aufserdem von
J. Warner & Sons in London. Bemerkenswertes ift an beiden Conftruc
tionen nichts.
Die nun zu befprechenden Pumpen find die rotirenden. Es waren diefe von
allen Ländern in grofsen Mengen ausgeftellt, erhoben fich aber nur feiten über
■das Niveau des Bekannten. Obgleich erwiefen ift, dafs die Centrifugalpumpen
;aft immer einen geringeren Nutzeffekt haben als Kolbenpumpen und nament
lieh durch die grofse Umfangsgefchwindigkeit fehr oft Anlafs zu Mifslichkeiten
durch die Zapfen geben, dafs ferner auch fehr ftarke Vibrationen entftehen, fo
wird doch diefe Pumpe mehr angewendet als fonft irgend eine, weil fie einige
aufserordentliehe \ ortheile bietet im geringen Anfpruch an Raum und in der
grofsen Ausdehnbarkeit der Leiftung durch Vergröfserung der Umfangsgefchwindig-
iceit. Die Nachtheile können unter Umftänden verfchwindend fein gegen die Vor
theile, wenn man bedenkt, wie grofs Unterfkhied an Raum und an Kapital bei
einer Centrifugal- und einer Kolbenpumpe für gleiche Leiftungen ift. Es ift alfo
erklärlich, dafs diefe Pumpen in grofser Anzahl ausgeftellt waren. Was die Con-
ftruktion anbelangt, fo war faft durchgängig das bekannte Syftem vertreten, von
Rädern mit gekrümmten Schaufeln und gekrümmten Seitenwänden, wobei die Ein-
ftrömung im Innern des Rades gefchah. während die Ausftrömung tangential
auslief. Was die Schaufelform anlangt, fo dürfte wohl kaum noch fo arg gefündigt
worden fein, als niit den Schaufelcurven. Man konnte die allerverfchiedenften
Conftruktionen fehen.
Eine ganz eigenthümliche Conftruktion hatten die von der Firma Nagel
und Kaemp in Hamburg ausgeftellten Centrifugalpumpen mit äufserem Leit-
fchaufelapparat und radialem Austritte, eine mit verticaler, eine mit horizontaler
Achfe. Die Anwendung des Leitfchaufelapparates bei Centrifugalpumpen bezweckt
den Austrittsquerfchnitt je nach der Förderhöhe gröfser oder kleiner machen zu
können. Nähere Auskünfte konnten und wollten die Herren Nagel & Kaemp über
ihre Conftruktionen nicht geben, weil fie für ihre Originalität fürchteten. Es war
daher'dem Berichterflatter unmöglich, genaueren Einblick in die Conftruktion zu