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Full text: Apparate der chemischen Grossindustrie: Abdampf- und Destillir-Apparate für Laboratorien und pharmaceutische Zwecke, Eismaschinen und Apparate der Leuchtgasfabrication (Gruppe III) officieller Ausstellungs-Bericht

Apparate der chemifchen Grofsinduflrie. 
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Concentration der Schwefelfäure. 
In diefem Zweige der Schwefelfäure-Fabrication wurden in neuefter Zeit 
wefentliche Fortfehritte gemacht, da einestheils durch die Maffenhaftigkeit der 
erzeugten Schwefelfäure, andererfeits durch die P r e i s e r h ö hu n g der Brenn- 
ftoffe der Fabrikant genöthigt war, diefen Umftänden Rechnung zu tragen. In 
letzterer Beziehung war es vorzüglich die rationelle Benützung der mit den Röft- 
gafen abgehendengrofsen W arme quan titäten zumBehufe der Concentration, 
welche eine wefentliche Erfparnifs an Brennftoffen und mithin billigere Erzeugung 
ermöglichte. Ein zweckmäfsiger Apparat, um den erwähnten Zweck zu erreichen, 
indem derfelbe hiedurch die heifse fchwefelige Säure auf 70 Grad Celfius kühlt, 
ift der Glowerthurm, in welchem aufser den früher erwähnten Vorgängen auch 
die Zerfetzung der nitrofen Säure bewerkftelligt wird. 
Derfelbe kam zwar nicht zur Ausftellung, allein da er in den Schwefelfäure- 
Fabriken, die Kiefe verrollen, immer mehr und mehr Eingang findet, foll er hier 
kurz befchrieben werden. Er befleht aus einem aus Bleiplatten geformten Thurme 
von 20 bis 25 Fufs Höhe, der innerhalb der Bleiplatten ausgemauert ift, um dem 
Thurme Fertigkeit zu geben und hauptfächlich, um die rafche Temperaturver 
minderung in Folge des guten Wärmeleitungsvermögens des Bleies zu verhindern. 
Diefer Thurm ift nun von unten nach oben angefüllt mit einem Gitterwerke 
aus feuerfeften Ziegeln (wegen ihrer Reinheit benützt), dann mit Quarzftücken und 
zuletzt mit Coaks. Gefchloffen ift der Thurm durch Bleiplatten. Ueber dem Thurme 
befinden fich zwei Refervoirs, wovon das eine für die 5ogrädige Kammerfäure und 
das zw r eite für die aus dem G ay - L u ffa c - Thurme kommende nitrofe Säure 
dient. Jede diefer Flüffigkeiten läuft genau regulirt auf ein aus Glasröhren verfer 
tigtes Segner’fches Rad, damit diefelben ordentlich vertheilt werden; denn die 
Säuren werden hiedurch in durch Zwifchenwände abgetheilte runde Bleigefäfse 
entleert. Aus jeder diefer Abtheilungen geht ein Bleirohr weg. Ein folches Rohr 
mit 50 0 Säure und ein entfprechendes mit nitrofer Säure münden immer 
gemeinfchaftlich in eineOeffnung der oberen Decke des Thurmes. Diefe Oeffnun- 
gen find nun regelmäfsig vertheilt, fo dafs Kammer- und nitrofe Säure gemifcht, 
gleichmäfsig und richtig vertheilt über die Füllmaffe des Thurmes, der heifsen 
fchwefeligen Säure entgegenfliefsen, hiedurch Waller abgeben, welches im Ver 
eine mit Wärme die nitrofen Dämpfe entbindet, welche mit fchwefeliger Säure 
gemengt wieder der Schwefelfäure-Fabrication zu gute kommen. 
Die beiden Säuren gelangen an der unterften Stelle des Thurmes auf 60 
Grad B. concentrirt an. 
Lunge behauptet gegen Bode, dafs die Concentration bis 62 Grad Beaume 
im Glowerthurm getrieben werden kann. 
Handelt es fich bei der Schwefelfäure-Fabrication um eine concentrirte 
66grädige Säure, fo gefchieht diefe Concentration jetzt beinahe ausfchliefslich in 
den Platinretorten, deren Werth in Folge der Concurrenz und der Bearbeitungs 
methode des Platins nach H. St. CI. Deville, welche die Engländer acceptirten, 
bedeutend heruntergegangen ift. 
Auf der Ausftellung hatten die zwei berühmten Firmen: Johnfon, Ma 
they & Comp, in London und Desmoutis , Quenneffen & Comp, in 
Paris neben anderen Platingegenftänden auch Platinkeffel zur Ausftellung 
gebracht. Der Keffel der englifchen Firma hatte eine fchlanke Form und war 
mufterhaft gearbeitet; 'dadurch, dafs der Helm unter einem ftumpfen Winkel 
nach aufwärts flieg, mithin höher wurde, ift die Möglichkeit einer vollkommeneren 
Condenfation der mitgeriffenen Schwefelfäure gegeben. 
Statt der bis jetzt gebräuchlichen Brean t’fchen Kühlvorrichtung der concen- 
trirten heifsen Schwefelfäure, beftehend aus einer heberartigen Vorrichtung, deren 
längerer Schenkel in mehrere enge gerade Röhren getheilt ift, welche inKühlwalfer 
liegen, verwenden J. M ath e y & C o m p. als Erfatz für diefe Röhren eine Kühl-
	        
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