Deftillir- und Abdampfapparate für pharmaceutifche Zwecke und Laboratorien. J 9
ein gläferner Deckel £7, in der Form, wie die Figur zeigt, gedrückt. Mit D wird
die Luftpumpe verbunden. Diefer Abdampfapparat läfst an Einfachheit nichts
zu wünfchen übrig. Nach der Angabe von F. Wolf & Söhne foll ein Springen
diefer Glasdeckel weder durch Druck, noch durch Temperaturerhöhung zu
befürchten fein. Diefer Glasdeckel geflattet ein genaues Beobachten der abzu
dampfenden Subftanz, was ein grofser Vorzug ift.
2. Ift nun die Luftpumpe von der Abdampffchale weiter entfernt , fo dafs
die Dämpfe in der langen Leitung fich condenfiren , wodurch ein Zurückfliefsen
des condenfirten Waffers in die Abdampffchale ftattfindet, fo wird zwifchen die
Abdampffchale und den Deckel ein kurzer Metallcylinder a (Fig. JT) eingefchaltet,
der an feiner inneren Seite einen Metaliftreifen / an der unteren Baüs des Cylin-
ders in der Art angelöthet enthält, dafs er eine nach oben offene Rinne bildet,
Fig. 4• Fig. j.
die rings um die Abdampffchale läuft und verhindert, dafs die condenfirte
Flüffigkeit in die Abdampffchale zurückfliefsen kann. Die Röhre b mit den zwei
Hähnen h dient zum Ablaffen diefer Flüffigkeit von Zeit zu Zeit, ohne dafs das
Vacuum aufgehoben wird. Natürlich find bei diefer Anordnung des Apparates
zwei Kautfchukringe nöthig. Die Luftleere wirkt hier ferner durch die Röhre c
nahe über der Flüffigkeitfchicht in der Abdampffchale.
3. Wird diefer Abdampfapparat als gleichzeitiger Deflilli rapparat
für Deftillationen im 1 u f t v e r d ü n n t e n Raume benützt, fo bekommt derfelbe
folgende Einrichtung:
Die Adjuftirung der Abdampffchale ift diefelbe, wie früher angegeben
wurde. Der Unterfchied zwifchen der vorigen Anordnung und diefer (Fig. ö),
liegt-darin, dafs die Luftpumpe mit der Vorlage A durch die Röhre a in Verbin
dung fleht und hier ein Vacuum erzeugt, das fich durch die Röhre b dem Ab
dampfraume mittheilt. Durch diefe Röhre b gelangt gleichzeitig das Deftillat in
die Vorlage A. Diefelbe ift ein ftarkes Glas, auf welches ein Zinndeckel mit-
telft eines Kautfchukringes luftdicht pafst Der Deckel Cder Abdampffchale hat
an feinem oberen Ende eine Röhre c eingefchraubt, die mit einem Hahne ver-
fchliefsbar ift. Durch diefe Röhre und das Vorrathsgefäfs B wird die Füllung dei
Abdampffchale bewerkftelligt.
Aus diefen kurzen Mittheilungen erhellt die Wichtigkeit und Einfachheit
diefes Apparates, der einem viel gewünfchten Bedürfniffe auf eine finnreiche Art