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Apparate der Leuchtgasfabrication.
ift eine belfere als bei der gewöhnlichen Leuchtgaserzeugung bei hoher Tempera
tur. Allein entgegen dielen Vortheilen liehen ein gröfserer Brennmaterial-Ver
brauch (ungefähr 33 Percent der der Deftillation unterworfenen Kohlenmenge) und
ein höherer Arbeitslohn in Folge der länger dauernden Deftillation. Das Gas
befitzt durchfchnittlich eine Lichtftärke von zwanzig Kerzen. Die Coaksaus-
beute zeigte wenig Differenz gegen die gewöhnliche Methode.
Viel ungünftigere Refultate ergibt die Vergafung des Kohlenöles: 20 Cent
ner (1 Tonne) Oel benöthigten zu ihrer Vergafung 19 Centner Coaks und ergaben
nur 6267 Cubikfufs Gas von 25 Kerzen Leuchtkraft und 14 V 2 Centner Theerpech;
wobei bemerkt werden mufs , dafs 20 Centner Si 1 kft o nk o hle bei der
erwähnten Deftillation 16 4 Gallons Oel neben 8587 Cubikfufs Gas liefern.
Die genannten Forfcher fprechen auf Grund diefer Thatfachen fich gegen
die genannte Methode aus. Sie fagen :
„Wir muffen fomit gezwungen uns gegen Eveleigh’s Methode zur Er
zeugung von Gas für gröfsere Städte ausfprechen, wenn auch vielleicht gewiffe
Ortslagen und Anlagen derfelben Vorfchub leiften könnten. Der Preis des
Oelgafes ift in Bezug zur Leuchtkraft ein hoher und fein ganzer Effedl beftand
nur darin, das Kohlengas aus Silkftonkohle auf 23 bis 24 Neuner- Kerzen Leucht
kraft zu erhöhen. Bei fteigender Flitze bemerkten wir immer Störungen im Appa
rate. Die Temperatur hat fomit Einflufs auf den Gang der Methode. Verftopfun-
gen der Abzugsrohren kamen nicht vor. Die Permanenz des Gafes hielt fiel)
unter fehr ungünftigen Umftänden gut und blieb nicht hinter der des gewöhn
liehen Kohlengafes zurück.“
Es ift daher noch abzuwarten, wie diefe jedenfalls intereffante Methode
weiter ausgebildet wird. Auf der Ausftellung präfentirte fie fich nicht im Feft-
gewande.
Die jetzt gebräuchliche Methode der Leuchtgas-Fabrication aus Steinkohlen
bei hoher Temperatur hat einen hohen Grad technifcher Vollkommenheit erreicht,
und es heifst, etwas wahrhaft Tüchtiges und Erprobtes bringen, foll
dasfelbe die jetzige Methode verdrängen.
Es gilt diefs für die Erzeugung von Leuchtgas im Grofsen, wo es fich um
die Beleuchtung ganzer Städte oder fehr g r o fs e r Etabliffements handelt.
Kommt aber die Frage der Gasbeleuchtung, die ob ihrer Bequemlichkeit und
Billigkeit immer beliebter wird, für kleinere Locale oder Fabriks
et a b 1 i ff e m e n t s in Betracht, fo zeigte uns die Ausftellung, wie zahlreich die
Apparate und Methoden find, die Leuchtgas aus anderem Materiale als Stein
kohlen erzeugen.
Viele diefer Apparate find fchon längft bekannt und befchrieben; aber
es war immerhin intereffant, durch die Ausftellung ihre Lebensfähigkeit und ihre
Fortfehritte in Betreff ihrer Verwendung kennen zu lernen.
Der intereffantefte und auch neuefte unter diefen Gasapparaten war die
fogenannte E x c e 1 f i o r G a s m a f c h in e von Th. B. Fogarty Warren, Maffa-
chuffetts, Vereinigte Staaten in Nordamerika. Diefer Apparat erzeugt eine
c a r b o n i r t e Luft zu Beleuchtungszwecken. Luft und Gafolin (flüchtigere
Produdle des Petroleums) find die Rohmaterialien für diefe Art von Leuchtgas
Nur wird der Zweck hiebei auf eine fehr finnreiche Art, die abweichend von
den gewöhnlichen Vorfchlägen ift, erreicht.
Der Apparat Fig. / hat folgende Einrichtung:
In der Erde vergraben befindet fich ein Refervoir für das Gafolin, das ein
fpecififches Gewicht von 0 665 hat und bei 30 G. Cels. fiedet. Eine kleine Hand-
Luftpumpe drückt das Gafolin mit 8 bis 10 Pfund Druck per Quadratzoll durch
die Röhre a in eine in dem Blechmantel A befindliche eiferne Retorte. Diefe
Retorte wird durch eine Gasflamme, die durch die Röhre b aus dem Gafometer C
mit Gas verfehen wird, erhitzt und hiedurch das Gafolin vergäll. Z?ift ein Schorn-
ftein. Das Abzugsrohr der Retorte c ift mit einem Ventile verfchloffen, welches
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