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Full text: Apparate der chemischen Grossindustrie: Abdampf- und Destillir-Apparate für Laboratorien und pharmaceutische Zwecke, Eismaschinen und Apparate der Leuchtgasfabrication (Gruppe III) officieller Ausstellungs-Bericht

Apparate der Leuchtgasfabrication. 
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der Ofenwand an der vorderen Seite der Retorte in einem Rohre in die Höhe 
und mündet dann in eine Vorlage oberhalb des Ofens. Hier wird der 
fich condenfirende Theer gefammelt und kann zur Feuerung verwendet werden. 
Aus diefer Vorlage gelangt das Gas in vier hohe cylindrifche mit Coaks gefüllte 
Scrubber und aus diefen in den Gafometer. 
Neben diefem Apparate hatten K. Drefcher & Küchler in Chemnitz 
ebenfalls einen Mineralöl Gasapparat ausgeftellt, deffen Retorten in einem eifer 
nen Ofen lagen und bei welchen das Gas durch einen Wafchapparat, durch 
Scrubber und Kalkreiniger ging, bevor es in den Gafometer gelangte. 
Beide Firmen haben ihre Apparate an mehreren Orten und Etabliffements 
eingeführt und brachten günftige Zeugniffe für ihre Gaserzeugungs-Apparate. 
Hirzel war übrigens der Erfte, der rationell und ökonomifch Petroleum 
und Petroleumrückflände zur Leuchtgasfabrication verwendete. Er liefs fich 
fchon 1866 einen Apparat hiezu patentiren, der allen derartigen Apparaten als 
Vorbild diente. 
Dr. H. Grothe gibt in einer ausführlicheren Arbeit* über Leuchtgas- 
Erzeugungsmethoden, über das Petroleumgas, welches nach Profeffor H. Kolbe 
der Hauptfache nach aus Acetylen befteht und beinahe fchwefelfrei ift, fol 
gende Daten: Das fpecififche Gewicht des Petroleumgafes beträgt 0698 und 
feine Leuchtkraft ift 5 Vs mal gröfser als die des gewöhnlichen Gafes. 
Aufser den hier befchriebenen und erwähnten Apparaten gibt es noch 
viele derartige Vorrichtungen zur Erzeugung von Leuchtgas, jedoch bei den 
meiden derfelben findet man nur ganz unwefentliche Aenderungen der für ein 
beftimmtes Rohmaterial urfprünglich ausgeführten Apparate. 
Wir wenden uns nun zu jenen Apparaten der Leuchtgasinduftrie, die zur 
Regulirung, zur Meffung, zur Prüfung u. f. w. des zum Verbrauche 
tauglichen, alfo gereinigten Gafes, in den Strom des Leuchtgafes eingefchaltet 
werden. Es find diefs äufserft wichtige Apparate von finnreicher und präcifer 
Conftrudtion, die in vielen Fällen wahre wiffenfchaftl i che Inftrumente 
find und die für eine richtige und ökonomifche Verwendung des Leuchtgafes 
abfolut unentbehrlich find. Hieher gehören Gasuhren, Druckregulatoren, Photo 
meter, Manometer, regiftrirende Druckmeffer, Kerzenwagen, Signalapparate für 
Gasanftalten, Apparate zur Kohlenfäurebeftimmung im Leuchtgafe u. f. w. 
Alle diefe Apparate waren durch mehrere Firmen zur Anfchauung 
gebiacht. Die reichhaltigfte Colledtion diefer Art war die der Firma S. Elfter 
in Berlin, Neue Königftrafse. Es gelangten zur Ausftellung: 1. Gasmeffer, 
fovvohl naffe als trockene ; ein naffer E x p e r i m e n t i r - G a s m e ff e r, deffen 
Zifferbla t das Ablefen von y i20 Liter Gas geftattete; ferner ein Inftructions- 
Gasmeffer für Schulen zur Beobachtung der inneren Einrichtung. Alle diefe 
Gasmeffer waren genau gearbeitet und fehr empfindlich. 2. Prüfungsappa- 
ra te für Gasanftalten, als: Multiplicirende Druckmeffer nach El ft er und nach 
k* n S> graphifche Druckmelfer nach Crowsley und nachWrigh, Allarm- 
Diuckmeffer nach Profeffor Heeren. Diefer Apparat gibt beim Ueberfchreiten 
des zuläffigen Gasdruckes ein andauerndes Glockenfignal. 
Intereffant ift der trockene Regulator für 10 Flammen (logenannter 
Cafernenbrenner, da er in allen gröfseren Cafernen des deutfchen Reiches 
eingeführt ift). Diefer Regulator in Verbindung mit den zehn Brennern gibt 
einen conftanten Gasverbrauch. Die Einrichtung diefes Regulators ift folgende 
1 3) '■ Durch E gelangt das Gas an dem Kegelventile c vorbei in der Richtung 
der Pfeile in einen mit einer elaftifchen Membrane b gefchloffenen Raum, die 
Membrane enthält in ihrer Mitte die Stange g befeftigt; an diefer Stange fitzt 
das Kegelventil c. Wird nun der Gasdruck ein gröfserer, fo wird die Membrane b 
gehoben mit ihr die Stange^ und das Ventil c und der Gasweg bei f verengt, 
Wagner’s Jahresbericht 1867, Seite 751.
	        
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