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Full text : Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Keflelarmaturen.

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Durch  diefe  Lage  der  Feder  im  Gehäufe  gewinnt  zwar  das  gefällige  Aus*
fehen  des  Inftrumentes,  ifl  aber  im  Ganzen  der  Mechanismus  viel  zu  complicirt;
dann  ift  auch  noch  der  Uebelftand  vorhanden,  dafs,  indem  der  Dampf  nicht  auf
die  Mitte  der  Plattenfeder  ,  fondern  fchief  von  unten  auf  diefelbe  geleitet  w r ird,
diefer  Theil  durch  den  direkten  Dampfftrahl  mehr  ausgedehnt  und  überhaupt
mehr  afficirt  wird,  als  der  obere;  —  dafs  diefe  falfche  Bewegung  auf  den  ganzen
Bewegungsmechanismus  übertragen  wird  und  diefen  und  die  Platte  felbft  einem
rafcheren  Ruin  entgegengeführt,  ift  wohl  klar.
Auch  wird  nach  kurzem  Gebrauche  der  fchmale  Dampfraum  zwifchen
Federplatte  und  Gehäufewand  fo  ftark  mit  feilen  Niederfchlägen  angefüllt  fein,
dafs  blos  der  vom  Dampfftrahl  diredt  getroffene  Theil  der  Feder  von  diefen  frei
bleibt  und  fodann  abfolut  blos  eine  excentrifche  Blähung  der  Federplatte
eintritt.
Die  in  der  franzöfifchen  Abtheilung  ausgeftellten  Ducomet’fchen
F  edermanometer  mit  herzförmig  gebogenem  flachen  Stahl-Federbande  und
Dampfbüchfe  erfuhren  feit  ihrer  Erfindung  keine  Aenderung.  *  Die  Anwen
düng  weifser  Emailzifferblätter  flatt  der  früheren  Metallblätter  ift  als  ein  entfchie
den  er  Fortfehritt  auch  an  den  Manometern  diefer  Firma  hervorzuheben.
Die  Claffe  derjenigen  Manometer,  welche  die  in  verfchiedenen  Zeiteinheiten ­
  entwickelten  Dampffpannungen  „graphifch“  bleibend  anzeigen,  waren
in  mehreren,  meift  fehr  flnnreichen  ,  mitunter  jedoch  auch  fehr  complicirten
Exemplaren,  von  amerikanifchen,  englifchen  und  deutfehen  Ausftellern  exponirt.
Im  öfterreichifchen  Keffelhaufe  an  G.  Sigl’s  Dampfkeffel  war  ein  folcher
von  den  amerikanifchen  Ingenieuren  Marmont,  B.  Edson  &  Sohn  in
Newyork  inThätigkeit  und  mit  der  Benennung  „Edfon’s  Recording  Steam-Gauge“
bezeichnet.
Der  eigentliche  Manometer  desfelben  befleht  aus  kreisrunden,  paarweife
übereinander  angeordneten  Stahlplatten,  wovon  entweder  ein  oder  mehrere
Paare,  je  nach  der  Höhe  der  erforderlichen  Dampffpannung,  eingelegt  und  in
Wirkung  gebracht  werden  können.  Diefelben  find  in  ihren  Mittelpunkten  durch
kurze  Rohrftücke  derart  mit  einander  verbunden,  dafs  fie  dem  gefpanntenDampfe
von  einer  auf  diefe  Art  gebildeten  Kammer  in  die  andere  zu  gelangen  geftatten.
Die  einzelnen  Platten  find,  ohne  jede  andere  Zwifchenlage,  durch  einen
Metallring  getrennt,  und  zwifchen  zwei  ftarken  Eifenflantfchen  durch  Schrauben
an  der  Peripherie  eingeklemmt  und  gedichtet.
Die  Wirkung  des  Dampfes  auf  diefe  Platten  ift  gerade  die  entgegengefetzte ­
  von  der  bei  der  Gäbler’lchen  doppelten  Plattenfeder,  indem  bei  diefer  der
Dampf  die  zwei  Platten  zufammenprefst,  bei  den  Edfon’fchen  aber  auseinandertreibt. ­

Eine  verticale  Zahnftange  greift  in  ein  auf  der  Zeigerwelle  befeftigtes
Zahnrad  und  überträgt  nun  die  verticale  Bewegung  der  Federn  in  eine  drehende,
behufs  Markirung  der  Dampffpannung,  durch  den  auf  die  Welle  fixirten  Zeiger.
Diefs  die  Einrichtung  des  Manometers.
Die  auf  diefe  Weife  erlangte  Drehbewegung  wird  nun  auf  ein  anderes
Zahnrad  übertragen,  welches  ebenfalls  in  eine  verticale  Zahnftange  greifend,  diefe
auf-  und  abbewegt  ;  derfelben  Bewegung  folgt  eine  mit  derfelben  verbundene
parallele  Stange,  welche  am  unteren  Ende,  in  ein  Auge  gefafst,  den  horizontalen
Zeichenftift  trägt;  diefer  ruht  auf  einem,  über  zwei  verticale  Trommeln  gefpannten,
in  Horizontalcolummen,  die  Pfunde  bezeichnend,  getheilten  Papierftreifen  auf.
Die  Papiertrommeln  find  derart  mit  der  Federbewegung  des  Manometers
in  Contacft  gebracht,  dafs  fleh  diefelben  blos  dann  drehen  (und  den  Papierftreifen
unter  dem  Stifte  wegziehen),  wenn  der  Druck  des  Dampfes  abnimmt  und  die

*  Officieller  Bericht  der  Parifer  Ausftellung  1867.
            
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