Schmiervorrichtungen.
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D e la Coux in Paris, einer der gröfsten Fabrikanten für Schmierapparate,
legt in feine Nadelöler ein Siebrohr ftatt der vollen Hülfe, gegen Unreinigkeiten
und zum Zwecke langfameren Oelausfluffes.
In der That haben diefe Nadelöler irgend ein Oelausflufs-Verzögerungs-
mittel nöthig , da in den meiften Fällen aus Furcht vor zu geringer Schmierung
die Nadel recht feil abgefeilt, und der eigentliche Vortheil diefes Apparates
iluforifch gemacht wird; andererfeits jedoch kommt iehr häufig vor, dafs der
Raum zwifchen Hülfe und Nadel fo Hark mit dem unvermeidlichen Oelfatze ver-
fetzt wird, dafs gar kein Oel durchfliefst, und dem nur durch Abnehmen und
Reinigen des Apparates abgeholfen werden kann; natürlich nimmt der Mafchinift
dann wieder eine noch dünnere Nadel und erweitert vielleicht noch dazu
die Hülfe, um einem Verftopfen, refpedlive Reinigen auf längere Zeit auszu
weichen.
Aus diefen und anderen Gründen halten wir die eigentlichen Lieuvain’-
fchen Nadelöler einfachfter Conftrudlion für den beflen Schmierapparat diefes
Syftems. Bei deflen Anwendung gilt der Grundfatz: für jeden Schmierort einen
Wechfelöler ftets vorräthig zu haben, der für den Fall, dafs der eine Oeler leer
wird, diefer durch den anderen bereit gehaltenen gefüllten fofort erfetzt werden
kann, — hiebei mufs unwillkürlich die Hülfe durch die Nadel felbft (beim Stellen)
gereinigt werden, und kann ein Anfetzen während der verhältnifsmäfsig kurzen
Fundlionsdauer nicht platzgreifen.
Diefs Auswechfeln gefchieht um fo leichter, als eben diefe urfpdinglichen
Nadelöler eine fehr einfache Manipulation erheifchen und fehr wohlfeil find (auf
der Ausftellung waren diefe in jeder Gröfse mit i Franc bewerthet).
Fixe Nadelöler , das heifst folche, die einmal eingefchraubt auch immer
fo bleiben, und zum Füllen des Oeles einen verfchraubbaren Deckel haben, hatte
De la Coux unter der Benennung: Graiffeur blinde ausgeftellt. Diefe be-
ftehen je aus einemftarken Glascylinder, der in einer mehrfach gefchlitzten Meffing-
htilfe (Blindage) eingebracht ifl und oben einen mit Lederdichtung verfehenen,
eingefchraubten Deckel hat. Solche waren auch von J. Blakebor ough in der
englifchen Abtheilung und von mehreren amerikanifchen und deutfchen Ausftellern
gebracht.
Merkwürdig erfcheint derUmftand, dafs Lieuvain allein feine Nadel am
unteren Ende gerade abfchneidet, und alle übrigen autorifirten Erzeuger Lieu-
vain’fcher Nadelöler diefen eine olivenförmige Abrundung geben; jedenfalls ift
diefs das Richtigere ; — wenn wir jedoch bedenken, dafs das untere Ende diefer
Nadel fich in kürzefter Zeit an die Drehungsfläche des von ihr berührten
Mafchinentheiles fchmiegt und deffen Fläche annimmt, zur fabriksmäfsigen Er
zeugung jedoch jedenfalls das Lieuvain’fche Verfahren billiger zu flehen kommt,
fo entfällt wohl der einfeitige Vortheil der abgerundeten Nadel, der fich während
kurzer Zeit beim Beginn der erften Ingangfetzung kundgibt.
Unter der Benennung „The Havre Lubricator“ fanden wir in der engli
fchen Abtheilung einen Nadelöler (mit Lieuvain’s Patent bezeichnet) , welcher
aus einer oben und unten abgefchnittenen Glaskugel mit Meffingarmirung und
verfchraubtem Deckel beftand und an das zu fchmierende Lager anzufchrauben
ifl. Die Nadelhülfe geht durch den Glasbehälter und hat an ihrem oberen Ende
die Schraubenmutter für die am Deckel befindliche Schraube, welche nun fo die
ganze obere Meffingarmirung mit der unteren verbindet; diefe Hülfe hat an meh
reren Stellen ihres Umfanges kleine Löcher, die jedoch erfl circa einen Centi-
meter vom Boden des Gefäfses beginnen und fo das Schlammabfetzen ermög
lichen und einem zu rafchen Verftopfen der Hülfe Vorbeugen, zugleich auch als
Moderateur für den Oelabflufs dienen.
Die fogenannten ärodynamifchen Schmierbüchfen erlitten blos
ihren Formen nach Aenderungen, und zwar fanden wir allgemein die gefälligere