Schmiervorrichtungen.
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Becher ragt und in welches ein Draht gefleckt ift , der fortwährend das Oel
tropfenweife abgibt und nachfaugt.
Diefe Apparate waren am häufigften in der öfterreichifchen Abtheilung zu
finden in den übrigen beinahe gar nicht. Es ift diefs wohl dem unten bemerk
ten Umftande zuzufchreiben; — wir fanden fogar im Laufe der Ausftellung beffere
und neuere Apparate durch folche ausgewechfelt.
II. Schmiervorrichtungen für die im Dampfe fich bewegenden
Mafchinentheile.
Die Grundprincipien diefer in diefe Claffe gehörenden Apparate find der
Hauptfache nach die, welche continuirlich ein beftimmtes Quantum Oel abgeben,
und jene, welche diefs nur dann thun, wenn die bewegenden Theile (Dampf
kolben, Schieber etc.) ohne Dampf arbeiten. (Bei den Locomotiven: Einlaufen
in die Station, ftarkes Gefälle etc. Bei Fördermafchinen, Dampfkrahnen, beim
Herablaffen der Lallen durch die Bremfe etc.) Endlich diefe, welche in beliebi
gen Zeitintervallen eine unbeftimmte Menge Oel abgeben (einfache und doppelte
Schmierhähne).
A. Apparate mit c o n ti n u i r 1 i c h e r Oelabgabe.
Die in diefe Kategorie gehörigen Schmiervorrichtungen waren natur-
gemäfs am ftärkften vertreten, fo zwar, dafs alle übrigen, nicht diefes Princip
befolgenden Apparate als Ausnahmen erfchienen. — Naturgemäfs, weil die
neuereAnficht: dafs eine fortwährend gleichmäfsige, geringe Oelzuführung beffer
und ficherer fei, als die in Zeitintervallen abgegebene gröfsere Oelmenge, anfängt
fich Bahn zu brechen und principiell auch factifch angewendet wird. Dafs diefes
alle einfachen und doppelten Schmierhähne verbannende Princip trotzdem fehl-
langfam feine Bahn bricht, geht daraus hervor, dafs auf der
Ausftellung verhältnifsmäfsig eine ganz bedeutende Anzahl
von Dampfcylindern mit folchen verfehen war.
Befonders auffallend erfchien diefer Umftand an den
Mafchinen der englifchen Abtheilung, wo wir beinahe aus-
fchliefslich Doppelhähne bemerkten, jedoch als „Ausftel-
lungsobjedte“ beinahe alle bekannten Schmierapparate von
befferer und minderer Verwendbarkeit antrafen
„The Ashcroft patent Regulating Tallow
Cup“, von der gleichnamigen amerikanifchen Firma aus-
g efteilt und auf einer Mafchine in Thätigkeit.
Nebenftehende Figur zeigt diefen Apparat im Schnitte
in circa einem Viertel der Naturgröfse.
Der ganze Apparat ift aus Rothgufs, fehrmaffiv gehal
ten und befteht eigentlich blos aus zwei Theilen, der
Kugel (Oelbehälter) und dem eingefchraubten Deckel.
Die übrigen Theile find in denfelben derart fixirt,
dafs fie aus diefen nie herausgenommen zu werden brauchen.
Der befondere Vortheil diefes Apparates ift der, dafs
ein Oelnachfüllen auch während des Ganges der Mafchinen
Ein Urtheil über diefe beiden „Fettwaaren“ zu fällen , gehört nicht in den Bereich
diefes Berichtes.