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Full text: Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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Vi<flor Novelly. 
bewerkftelligt werden kann, ohne die läftigen verfchiedenen Hahne, wie bei 
vielen anderen Apparaten, zuerft handhaben zu muffen. 
Sobald man den Deckel von der Kugel abfchraubt, hebt der Dampf, 
oder, wenn die Mafchine leer geht, die Spiralfeder, das Ventil und fchliefst fo die 
Communication mit dem Innern des Cylinders ab. Die Figur zeigt den Apparat in 
diefem Momente. 
Um die Ausflufsmenge des Oeles zu reguliren, hat die obere Druckftange 
eine graduirte Scheibe, mit einem Prifonftift verfehen, fo die Gröfse der Ventil- 
Öffnung, die fehr genau eingeftellt werden kann, erfichtlich machend. 
Genau nach Afh c r o ft’s Princip find die Schmierapparate von S c h a rn 
b e rg e r und Gö rg el conftruirt. 
Erfterer ftellte feinen Apparat in der deutfchen Abtheilung aus. Diefer 
hatte ftatt des Afhcroft’fchen Ventils eine konifche, fcharfgängige Schraube, 
durch deren Windungen, je nachdem diefelbe fefler oder lofer angezogen 
weniger oder mehr Oel abfliefst. Die Regulirung diefer Schraube gefchieht durch 
einen in den angegoffenen Deckel mittelft einer Stellfchraube und eines Bügel 
niedergehaltenen, jedoch drehbaren konifch eingefchliffenem Knopf, in welchen 
die Regulirfchraube mit einem viereckigen Kopf eingreift. Der Knopf wirkt daher 
als Schraubenfchlüifel. 
Auch diefer Appariat kann während des Ganges der Mafchine gefüllt wer 
den; man fchraubt näml ch die konifche Regulirfchraube feil ein und löft den 
den Knopf niederhaltenden Bügel. 
Ift nun nach der Füllung wieder der Knopf in den Deckel und auf die 
Schraube gebracht, fo wird diefe gelüftet, um Oel durchzulaffen. Ob nun zu viel 
oder zu wenig in den Cylinder (liefst, kann bei diefem Apparate leider nicht fo 
wie bei dem Ashcroft’s ermittelt werden. 
Auch Scharnberger’s Apparat ift ganz aus Metall und recht mafTiv 
gehalten. 
Die früheren Apparate desfelben Erfinders hatten einen feparaten, nicht 
luftdicht fchliefsenden Deckel (Ausfpritzen von Oel und Dampf), find jedoch fehr 
bald aus der Praxis verfchwunden, um dem gegenwärtig befchriebenen Platz zu 
räumen. 
Der andere Görgel’fche Apparat ift auch ziemlich verlaßen und war 
auch auf der Ausftellung unferes Wiffens nicht vertreten. 
Alle diese Vorrichtungen haben den gemeinfamen Nachtheil, bei plötz 
licher Abftellung oder beträchtlicher Dampfdruck-Verminderung den ganzen 
oder einen grofsen Theil des Oelinhaltes auf einmal in den Schieberkaften oder 
Cylinder nutzlos zu ergiefsen. Es ift diefs der im Oelgefäfse zurückgebliebene 
hochgefpannte Dampf, welcher, keinen Gegendruck habend, das unter ihm 
befindliche Oel vor fich hinaustreibt. 
Fr. Schauwecker in Weiden (Baiern) ftellte feinen bereits ziemlich 
allgemein bekannten felbftthätigen Oel-Tropfapparat in der deutfchen Abtheilung 
in verfchiedenen Gröfsen als felbftftändiges Ausftellungsobje<ft aus; nebft diefem 
waren mehrere deutfche Locomotiven mit folchen Apparaten verfehen. 
Die Einrichtung desfelben ift kurz folgende: 
In einem weiten Rohre, das mit dem Dampfraume (Schieberkaften) direcft 
in Verbindung ift und welches in den Oelbehälter, das Niveau des höchften Oel- 
ftandes überragend, eindringt, befindet fich nahe der Bodenebene des Behälters 
ein eingefchraubtes Capillarröhrchen, welchem die Aufgabe der tropfenweifen 
Oelzuführung in den Dampfraum zufällt, hervorgerufen durch die bei jedem 
Kolbenhübe (Schieberwechfel) entftehenden Dampffpannungs-Aenderungen. 
Der in den Schieberkaften eintretende Dampf erfüllt nun ebenfalls den im 
Oelbehälter befindlichen freien, luftdicht abgefchioffenen Raum und ift bei Stillftand 
der Mafchine vollftändig im Gleichgewichte, daher auf das Oel wirkungslos. Sobald 
nun aber die Schieberöffnung zur Einftrömung in den Dampfcylinder fich öffnet,
	        
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