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Full text : Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Schmiervorrichtungen.

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Durch  diefe  Anordnung  ift  der  befondere  Vortheil  erreicht,  dafs  auch
bereits  beftehende  gewöhnliche  Schmiervafen  ohne  nennenswerthe  Aenderungen
mit  diefem  Apparate  verfehen  werden  können.
Vorftehende  zweite  Figur  zeigt  eine  folche  Adaptirung  einer  alten  Schmierbüchfe,
  diefe  im  Schnitt  und  den  eigentlichen  Anfchütz’fchen  Apparat  in  der  Anficht ­
  und  im  Grundrifs.
Das  Füllen  gefchieht  nach  Fleben  des  im  Deckel  befindlichen  Knopfes.
Ein  nur  diefem  Apparat  eigenthümlicher,  befonders  hervorzuhebender  Vortheil, ­
  anderen  derartigen  gegenüber,  befteht  darin,  dafs  beim  kalten  Stillftande
der  Mafchine  das  untere  Ventil  auf  feinen  Anfchlagefitz  niederfällt  und  das
zwifchen  diefem  und  dem  oberen  Ventil  befindliche  Fett  in  den  Schieberkaften,
refpedlive  Cylinder  abläfst,  wo  dasfelbe  die  Wandungen  mit  einer  dünnen  Schichte
überzieht  und  fo  dem  bei  längerem  Stillftande  fonft  unvermeidlichen  An-  und
Verroften  entgegenwirkt.
Der  Bericht  der  k.  k.  priv.  öfterreichifchen  Kaifer-Ferdinands-Nordbahn
conftatirt  eine  Oelerfparnifs  von  50  Percent,  das  durch  diefes  Princip  der  Schmierung ­
  mittelft  diefes  Apparates  erzielt  wurde.
Anfchütz’fche  Schmierbüchfen  find  bis  jetzt  9400  Stück  in  Anwendung,
wovon  6500  complete  Apparate  und  2900  in  bereits  vorhandene  Vafen  eingelegte
Einfätze  lind.

Kessler’s  P  a  t  e  n  t  -  S  c  h  m  i  e  r  a  p  p  a  r  a  t.
Durch  beiliegende  Figur  ift  deffen  Conftrudtion  erfichtlich  gemacht.
Die  Wirkung  ift  folgende  :
Die  beiden  übereinanderftehenden  Ventile  find  bei  Stillftand  der  Mafchine
durch  die  Spiralfedern,  beim  Gange  mit  Dampf  auch  noch  durch  diefen,  an  ihren
Sitzen  angedrückt,  das  Oel  abgefperrt.  Arbeitet  die  Mafchine  faugend  (ohne
Dampf),  fo  wird  die  Federkraft  der  Spiralen ­
  paralyfirt  und  das  untere  Ventil  finkt
bis  auf  den  höher  oder  tiefer  einfehraubbaren ­
  unteren  Ring  (Regulirung  der  Ausflufsmenge).
  Das  obere  Ventil  fammt  der
mit  demfelben  ein  Stück  bildenden  Hülfe,
welche  am  Boden  ein  Sieb  hat  und  das
durch  den  Docht  eingeführte  Fett  enthält,
finkt  ebenfalls  und  es  dringt  durch  die
Seitenöffnungen  das  Oel  in  das  untere
Ventil,  welches  dasfelbe  ebenfalls  durch
Seitenlöcher  in  den  Cylinder  abgibt.
Dafs  diefer  Apparat  gegen  jenen  An
fchütz’s  bedeutend  complicirter  ift,  braucht
nicht  erft  hervorgehoben  zu  werden.  Ausserdem ­
  ift  bei  diefer  Conftrutftion  noch  der
Uebelftand,  dafs  die  das  untere  Ventil  an
das  obere  drückende  Spiralfeder  ftets  der
direkten  Dampfeinwirkung  ausgefetzt  ift
und  gar  bald  ein  Ruin  derfelben  eintreten
mufs,  wo  dann  die  richtige  Funktion  des
Apparates  theilweife  illuforifch  wird.
Kefsler’fche  Apparate  waren  an  einigen ­
  deutfehen  Locomotiven  und  von  Withley-Partners
  in  der  englifchen  Abtheilung
ausgeftellt.  Befonders  häufige  Anwendung
finden  diefelben  in  FrankreichundBelgien.
            
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