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Full text : Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Keffelarmaturen.

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Die  Metallmanometer.
Aufser  der  Anwendung  gebohrter  und  gebogener  Gufsftahl-Röhrenfedern
für  hohe  Spannungen,  wie  folche  Schäffer-Budenberg,  Julius  Blanke  &  Comp,  in
Merfeburg,  Bourdon  und  Andere  heute  anfertigen,  wurde  betreffs  des  Materiales  fonft
nichts  nennenswerthes  Neue  vorgeführt;  immerhin  aber  ift  diefe  Anwendung  des
Gufsftahles  ein  glücklicher  Gedanke  zu  nennen,  wenn  wir  bedenken,  dafs  folche
Röhren  zur  Indicirung  bis  zu  2000  Atmofphären  (bei  hydraulifchen  Preffen)  dienen,
und  wir  uns  hiefür  ein  entfprechendes  —  Queckfilber-Manometer  denken.
Die  meifte  Variation  war  in  der  Montirungsart  der  Feder  und  in  der  Ueber
tragung  ihrer  Bewegungen  auf  den  Zeiger  zu  bemerken.  Von  dielen  wai  entfchieden
  die  befte  und  fmnreichfte,  weil  die  einfachfte,  diejenige,  welche  die
Röhrenfeder  in  der  Mitte,  im  Untertheile  des  Gehäufes  gefafst,  den  zwei  freien
Enden  ungehinderte  Ausdehnung  geftattet  und  ihre  Ofcilationen  diredt  auf  den
Zeiger,  der  daher  excentrifch,  überträgt.  Diefe  Art  war  in  fehr  fchöner  Ausführung ­
  von  der  Firma  Gabler  in  Hamburg  unter  der  Benennung  L  o  c  omoti  v-Röhrenfeder-Manometer
  ausgeftellt;  nebft  dem  erwähnten  hat  diefe  Art
der  Montirung  noch  den  Vorzug  für  fich,  bei  Erkalten  des  Keffels  abfolut  kein
Waffer  in  der  Feder  zurückzulaffen,  was  bei  Manometern,  die  der  freien  Luft  ausgefetzt
  find,  von  hoher  Wichtigkeit  ift.
Die  andere  häufigft  angewendete  Art  der  Bewegungsübertragung  von  der
einen  vollen  Kreis  bildenden  Röhrenfeder  auf  die  Zeigerwelle  war  die  mittelft  des
an  demblos  einen  freien  Ende  derfelben  angebrachten  verzahnten  Kreisfedtdrs,  der,
in  die  verzahnte  Welle  oder  in  ein  aufderWelle  fixirtes  Zahnrädchen  eingreifend,
felbe,  mithin  den  ebenfalls  auf  diefer  Welle  fixen  Zeiger  in  Bewegung  brachte.
Es  ift  eben  diefes  Syftem  das  urfprünglich  von  Bourdon  angewendete  und
hat  fich  auch  bis  jetzt  der  meiften  Anwendung  zu  erfreuen,  obzwar  dasfelbe  bei
Weitem  nicht  fo  praktifch  ift,  wie  das  früher  erwähnte  von  Gäbler;  außerdem
hat  es  den  grofsen  Nachtheil  des  fteten  Zurücklaffens  von  Condenfationswafiei  in
der  Röhre,  was,  abgefehen  von  dem  fo  gefährlichen  Einfrieren,  noch  denUmftand
der  fortwährend  anwachfenden  Verfchmutzung  der  Röhre  nach  fich  zieht.
Im  Principe  mit  demfelben  Bewegungsübertragungs-Syfteme,  jedoch  mit
verkürztem  (Gäbler’fchem)  Rohre  und  feitlicher  Anbringung  des  Seftors  hatten
Gäbler  und  die  Firmen  Lion  Guichard  und  Bourdon  in  der  franzöfifchen  Abtheilung ­
  diefemUebel  zwar  abgeholfen,  hiedurch  jedoch  die  gröfsere  Empfindlichkeit ­
  der  langenFeder  beeinträchtigt.  .......
Bourdon  hatte  unter  den  ausgeftellten  Manometern  (ausfchliefslich  feines
Syftems)  die  gröfste  Anzahl  in  ovaler  Form,  welche  in  Folge  der  befonderen
Krümmung  der  Feder  entftanden  ift;  diefelbe  hat  die  Form  einei  Biine  und  an
dem  blos  einen  freien  Ende  derfelben,  alfo  excentrifch,  durch  einfache  Hebelüberfetzung
  den  Zeiger;  hiedurch  wurde  eine  gröfsere  Pfeilhöhe  dei  Fedeiausdehnung
  erreicht  und  der  Vortheil  weiter  auseinander  ftehendei  Scalen  ei  zielt.
Sehr  fchöne  Manometer  hatte  diefelbe  Firma  in  vollftändig  elliptifcher
Form,  die  Röhrenfeder  jedoch  ebenfo  fmnreich  als  einfach  i  V a mal  als  Spirale
gedreht  und  den  S-förmig  gebogenen  Zeiger  fix  auf  dem  ebenfalls  einen  freien
Ende  der  Feder  befeftigt.  Die  Spitze  des  Zeigers  bildet  fozufagen  das  eigentliche ­
  Ende  der  Feder.  Im  oberen  Drittel  des  Gehäufes  ift  eine  kreisrunde  Oeffnung,
  welche  blos  die  Scala  mit  dem  Zeiger  fehen  läfst.
Solche  Manometer  waren  in  riefigen  Dimenfionen  angefertigt  (Längenachfe
50  Centimeter  in  der  auf  diefelbe  fenkrechten,  35  Centimter).  Auch  diefem  Syfteme

*  Berichterftatter  hatte  felbft  Gelegenheit,  ein  nach  zweimonatlichem  Betriebe  geplatztes
Manometerrohr  durchgefchnitten  zu  fehen.  Dasfelbe  war  vollkommen  feft  gepfropft,  mit  von  den
Wandungen  des  neuen  Keffels  durch  den  Dampf  mitgeriffenem  Elfenoxyd  gemengt  mit  dem
Niederfchlage  des  Speifewaffers,  eine  fo  fefte  harte  Maffe  bildend,  dafs  felbft  der  Meifsel  nur
fchwer  eindringen  konnte.
            
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