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Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J.  F.  Radinger.

den  Detailen  find  gefchloffene  Schubftangenköpfe,  angegoffene  Schieberkäften,
und  Führungen  etc.  häufig  zu  finden  und  wären  es  gewifs  noch  mehr,  wenn  die
Durchführung  nur  vom  Wollen  abhinge  und  nicht  vom  Können  begrenzt  würde.
Die  Principe  des  centrifchen  Auffangens  der  Drücke  und  der  kürzeften,
Hebelarme  fcheinen  noch  nicht  allgemein  gewürdigt.  Wenigftens  fand  man
häufig  die  Geradführungen  etc.  aufser  den  Mitteln  und  die  Zapfen  und  Kurbeln,
unnöthig  weit  von  ihren  Wurzeln  entfernt.
Die  Materialgebung  wird  durchwegs  gefunder,  und  an  den  belferen
Mafchinen  befteht  aufser  der  aus  anderen  Gründen  übermäfsig  ftarken  Kolbenfcheibe
  kein  hin-  und  hergehender  Theil  mehr  aus  Gufs.
Theilweife  wurden  dadurch  neue  Detailformen  nöthig,  von  welchen  weiter
unten,  die  Sprache  fein  foll.
Die  Gefcbwindigkeit  der  Mafchinen  und  der  Dampfdruck  fleigt.  Während
die  erfteren  Conftrutfteure,  froh  der  neuen  Errungenfchaft,  fich  mit  geringen.
Drücken  befchieden  und  ihre  Mafchinen  vorfichtigen  Ganges  beliefsen,  hebt  fich
die  Erkenntnifs  über  die  Zuläffigkeit  und  die  Vortheile  der  höheren  Spannungen
und  über  die  Ferne  der  Grenze  der  Kolbengefchwindigkeit.  *  Wohl  ift  das  Vorurtheil
  noch  nicht  befiegt,  welches  diefe  Gefchwindigkeit  in  niederer  „erfahrungsmäfsiger“
  Höhe  bannt,  doch  ift  der  Fortfehritt  auch  in  diefer  Richtung  deutlich
fichtbar  und  noch  nie  gingen  die  Mafchinen  im  Mittel  fo  rafch  als  heute,  wo
vorgefchritteneConftrudteure  bereits  175  bis  2  Meter  per  Secunde  normal  zuläffen..
Die  Allen-  oder  eine  ähnliche  fchnellgehende  Mafchine,  wie  diefe  in
Paris  1867,  war  nicht  vertreten.  Wenn  diefe  Mafchinen  fich  bis  heute  keiner
weiteren  Verbreitung  erfreuen,  fo  fpricht  diefs  nicht  gegen  den  fchnellen  Gang,
ondern  nur  gegen  die  Allenmafchine,  deren  Normalfüllung  zu  klein  ift  oder  doch
durch  den  Regulator  zu  weit  herabgezogen  werden  kann,  wo  dann  der  Dampfdruck ­
  von  vier  Atmofphären  Admiffionsfpannung  rafcher  finkt  als  der  benöthigte-Druck
  zur  Befchleunigung  der  Geftängsmaffen.  Dadurch  tritt  nun  während  jedes
einfachen  Kolbenhubes  ein  zweimaliger  Wechfel  von  Zug  und  Druck  im  Geftänge
auf  und  deffen  Vibrationen  und  Stöfse  verderben  die  Mafchine.
Die  höhere  Kolbengefchwindigkeit  mufs  eben  von  höherer  Dampffpannung,
aber  auch  von  höherer  Sorge  in  der  Conftrudtion  begleitet  fein,  und  der  Sprung
von  einem  auf  vier  Meter  Kolbengefchwindigkeit,  wie  er  damals  verfucht  wurde,
war  eben  zu  rafch.
Die  Dampffpannung,  mit  welchen  die  englifchen  Malchinen  arbeiten,  ift
fall  ausnahmslos  4  Atmofphären  Ueberdruck,  während  in  den  deutfehen  Mafchinen
4  bis  6  Atmofphären  Vorkommen  und  5  Atmofphären  die  Regel  ift.  Eine  Mafchine
war  für  10  Atmofphären  gebaut.
Die  gröfseren  Dampfmafchinen  arbeiteten  mit  Condenfation,  deren  Vacuum
fämmtlich  mit  Luftpumpen  erzeugt  wurde.  Das  Volumen,  welches  deren  Kolben
anfaugte,  war  im  Mittel  Vs-3  desjenigen,  welches  der  Dampfkolben  durchläuft.
Die  Grenzen  lagen  bei  und  t/ 12 .  Das  Vacuum  beträgt  in  der  Regel  70  bis
71  Centimeter  Queckfilber.  Die  fogenannten  Strahlcondenfatoren  fcheinen  fich
nicht  zu  bewähren  und  waren  in  der  Ausftellung  an  keiner  einzigen  Mafchine  im
Gang.  Wo  es  fich  aber  nicht  fowohl  um  ein  beträchtliches  Vacuum,  als  um  das
Wegfehaffen  des  Dampfes,  wie  bei  unterirdifchen  Aufftellungen  handelt,  ift  durch
fie  ein  neues  Mittel  dafür  geboten.

*  Die  Anficht  des  Berichterftatters  findet  fich  des  Weiteren  in  der  Studie  begründet:
Radinger.  Ueber  Dampfmafchinen  mit  hoher  Kolbengefchwindigkeit.  2.  Auflage  Wien  bei
C.  Gerold.
            
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