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J. F. Radinger.
Diefe fo befchriebene Steuerung, welche Füllungei. von 0—90 Percent
zuläfst, und die Feder-Kolbenftange ohne Stofs berührt, ift die neuerte Löfung
diefes Syftems und erfcheint gegen die früheren bedeutend vereinfacht. Die
Ausftellungsmafchine erfreute fich noch nicht ganz diefer verhältnifsmäfsigen Ein
fachheit, fondern zeigte eine weitläufigere Conftrucrtion. Das Einwärtsfchieben des
Daumens gefchah dort mittelft eines längs der Regulatorwelle vertical nieder
hängenden Hebels, deffen oberes Ende in einer Schraubennuth, welche in die
rohrförmig hohe Manchette gefchnitten war, eingriff, und fo fein unteres Ende
für den Daumenriegel ftellte. Auch arbeitete der Daumen nur mit einer einfeitigen
Anfchlagsfläche, was neuerliche Verwicklungen hervorbrachte, welche aber jetzt
glücklich entfielen.
Sämmtliche Schieber werden durch den Dampfdruck auf ihre Sitze geprefst.
Die Eröffnung der Canäle erfolgt Dank der acht gleichzeitig wirkenden Spalten
ungemein rafch, die Bewegung ift kurz und die Reibungsarbeit daher klein. Auch
foll der fchädliche Raum kleiner als gewöhnlich fein und nur 2'6 Percent
betragen.
Was die flachen Drehfchieber betrifft, welche den ganzen Sommer 1873
arbeiteten, fo entkräftete ihr Anblick nach Schlufs der Ausftellung alle jene
Bedenken, welche man gegen diefes Element fo langgewohnt hegt. Sie waren
völlig eben und gleichmäfsig abgenützt und fchloffen dauernd dicht. Diefs kam
wohl einzig und allein von der Detailconftrudlion her, deren Hauptrückficht auf
die Anwendung einer völlig fteifen Platte ging. Wenn diefe nicht federt, d. h.
ihren Rand niederbiegen kann, fo ift thatfächlich kein Grund vorhanden, der eine
unebene Fläche trotz der ungleichen Kreisgefchwindigkeiten bringen könnte, und
diefs bewährte fleh auch hier, wie ich mich genau überzeugte. Selbftverftändlich
flammten Aufsen- und Innenkreis von Dreh- und Unterlagsplatte völlig überein,
fo dafs nirgends ein Ueberragen platzgreift, was einen Grath geben müfste.
Die Drehplatte war auch an und für fich dick gehalten, die Naben unterftochen,
und der Aufsenrand mit einer Kronrippe verfteift.
Ob die von unten eingefetzten Schieberfitze der Ausftrömung an den
conif hen Dichtungsflächen mit der Cylinderwand und an den Aufsenflanfchen
gleichzeitig völlig dichlhalten, konnte ich nicht unterfuchen. Jedenfalls ift diefs
eine heikle Stelle, und Dampf- und eventueller Atmofphärendruck wirken abwechs
lungsweife und nach entgegengefetzten Richtungen aufs Lüften.
Der Cylinder erfchien mit dem angegoffenen Vorderdeckel fliegend an das
Mafchinenbett gefchraubt. Letzteres war ein untenliegender beim Kurbellager
einfeitigerKaftengufs, deffen ganz ungewöhnliche Höhe von i ^mal dem Cylinder-
Durchmeffer daher rührte, weil in ihm der Condenfationsraum und die Luftpumpe
untergebracht war. Diefs fand in dem Theil unter der Führung ftatt und der
Antrieb der letzteren ging von einer Gegenkurbel aus, welche auf einen fchwin-
genden Winkelhebel einwirkte, von deffen längerem Arm die Luftpumpen Stange
durch eine Jochbewegung mitgenommen erfchien.
Die Verbindung der Ausftrömung mit dem Condenfator fand diredl auf
der Anfchlufsfläche des Cylinders an den aufftehenden Kreisflanfch des Bettes
ftatt, an deffen Innenwand die Condenfation fofort begann.
Die Luftpumpe war doppelwirkend, und ihr Kolben durchlief bei 125 Milli
meter Durchmeffer und 0'4 Meter Hub ein Volumen von '/ 13 des Dampfkolbens.
Der Dampfkolben war trotz feiner Kleinheit ein Nachfpannkolben mit
wegnehmbarem Deckel. Seine Verbindung mit der 44 Millimeter dicken Kolben-
ftange gefchah in guter Art durch eine Hinterfchraube, deren Mutter mit einem
Hut gefchloffen war.
Der Kreuzkopf ftützte fich mit einem der Länge nach eingelegten Stellkei!
auf die untere Führungsplatte (300lang und 25oMillimeter breit); er war nach alter
Weife mit zwei Seitenzapfen (je 45 Millimeter dick, 65 lang) gefchmiedet, welche
zwei Bügelköpfe des hinteren Schubftangen-Endes verlangen, was Dank der