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Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J. F. Radinger. 
Gefchwindigkeit der Zapfenfläche gegen die Schale, fo erhält man die perFlächen- 
und Zeiteinheit auftretende Reibungsarbeit, welche die Abnützung, refpedtive die 
Erwärmung der betroffenen Theile bewirkt. 
Diefe Arbeit wurde nun auf die Secunde bezogen, in Kilogramm-Meter 
/ i p dr n 
per Quadratcentimeter Zapfenfläche \A = —• — • wobei n die Um 
drehungszahl per Minute bedeutet) fowohl für den Kurbel- als den Lagerzapfen 
der einzelnen Mafchinen unterfucht, und es ergibt fleh als Mittel diefer fchädlichen 
Wirkung: 
Amerika England Schweiz Deutfchland Oefterreich 
Am Kurbelzapfen . 0 91 070 0 80 
Im Kurbellager . . 0-43 o 29 0 32 
Kilogramm-Meter Abnützarbeit per Secunde und 
der Laufflächen. 
084 087 
0-40 0'34 
einzelnen Quadratcentimeter 
Das Mittel Aller derfelben ftellt fich 
am Kurbelzapfen mit o - 86 Kilogramm-Meter, Grenzen C28 und 3'5g 
* Lagerzapfen „ 0 38 „ „ Grenzen 012 „ 1-55, 
wobei aber bemerkt werden mufs, dafs die beiden Minimal-(Grenz-) Werthe Ma 
fchinen mit gekröpften Kurbelwellen angehören, welche aus Feftigkeitsgründen 
grofsere Abmeffungen erhalten als es die Rückficht auf Abnützung verlangt 
wahrend die Maximal- (Grenz-) Werthe einer Walzwerksmafchine angehören 
deren Arbeit nicht ununterbrochen währt. 
.„ Was nun zul äffigen Grenzen der Auflagedrücke und Reibungsarbeiten 
betrifft, fo lind diefe fehl- fchwer feftzuftellen, indem das Material, die Sorgfalt in 
der Bearbeitung und Montirung und die Güte des Schmiermittels hier von weit 
gehendem Einflufse find. * Im Allgemeinen dürften jedoch die heute auftretenden 
mittleren Werthe fchon ziemlich an der Grenze zuläffiger Beanfpruchung flehen 
und die Auflageflächen dürften künftig eher eine Vergröfserung (gröfsere Länge 
der Zapfen) zurReduflion der Drücke und Abnützarbeiten als eine relative Ver 
kleinerung erfahren. 
Die Steuerung war fall flreng nach Ländern gehindert. Amerika, welches 
nur kleinere Mafchinen fandte, verwendete nur einfache Schieber. England fcheint 
noch nach einem vom Regulator einzuftellenden Steuerungsmechanismus zu fliehen, 
nachdem man dort die Corhfsanordnung als zu wenig verläßlich hält, und auch 
höhere Füllungen wünfeht als deren einfacherMechanismus gibt. So verwendet man 
denn dort gegenwärtig fchaif getrennte Canäle und getrennte Schieber, deren 
Deckplatten entweder von Hand oder von dem Regulator mittelft Couliffen, Räder 
gehänge etc. für andere Füllung beeinflufst werden. Letzteres ift jedoch in den 
englifchen Mafchinen nichts weniger als einfach oder gut erreicht. 
Belgien, die Schweiz, Deutfchland und Oefterreich pflegt heute die Corlifs- 
fteuerung. Diefe erhielt von faft jeder Firma mehr oder minder werthvolle 
au* ^! e Fallr ung der von Koechlin in Mühlhiiufen gebauten liegenden Antriebsmafchine 
der Herzog fchen Spinnerei in Logelbach geht trotz befler und dauernd mitgeftreifter Knochen- 
olfchmierung fortwährend heifs. Der Cylinder diefer Mafchine mifst 7S o Durchmeller, der Hub 
1.5 Meter und die Arbeit gefchieht mit 6 Atmofphären factifchem Druck am Kolben bei 36 Um 
gangen per Minute. Die Führungsplatten find 250 Millimeter breit und 800 lang und der Auflage 
druck ftellt fich auf 2'8 Atmofphären. 
• Kurbelzapfen einer DampfmafchinevonEfcher-Wyfs, welche bei Scheller Berchtold 
in 1 halweil arbeitete (DurchmefTer des Cylinders 200, Hub 400 Millimeter, Dampf 5 Atmofphären 
Kurbelzapfen 38 DurchmefTer, 50 Länge), ging dauernd heifs, nachdem die Gefchwindigkeit der 
Mafchine von 100 auf 120 Umdrehungen erhöht wurde. Nachdem derAuflagedruck von 82-6 Atmo 
sphären noeb nicht übermäfsig fcheint und fich durch die höhere Gefchwindigkeit (der MafTen- 
drucke halber) nicht wefentlich änderte, fo mufs die Reibungsarbeit an jene Höhe gekommen 
fein, bei welcher die Ausftrahlung nimmer genügend kühlte. 
^ Die fpecififche Reibungsarbeit hob fich dabei von 0-78 auf 0*95 Kilogramm-Meter und 
diefs dürfte dem Grenzwerthe andauernder Arbeitsfähigkeit nahe fein.
	        
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