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Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J. F. Radinger. 
Berliner Union-Actiengefellfchaft 
(vormals Webers). 
Eine liegende Mafchine nach dem Mufter, welches Webers bereits durch 
mehrere Jahre baute, lag von diefer Firma ausgeftellt in der Mafchinenhalle. 
Der Cylinder ragte frei und unuuterftützt vom Hauptbalken weg, der ihn 
im vollen Kreis der Vorderflanfche hielt. Diefer Hauptbalken war ein Mittelding 
zwifchen Grundplatte und Bajonnet, indem er fleh der ganzen Länge nach auf 
das Fundament ftützte, aber den Cylinder in der erwähnten Art trug, eine aus 
gebohrte Führung aufnahm und mit einem Arme in das angegolfene Kuibellager 
überging. 
Die Meyer-Steuerung war auf eine eigenthümliche neue Art vom Regulator 
beherrfcht und die Mafchine in guten, wenn auch theilweife unfchönen Verhält- 
niffen gebaut. 
Der Dampfcylinder hatte 370 Millimeter Durchmeffer und der Kolben 
071 Meter Hub. Nachdem diefer normal mit 55 Doppelhuben per Minute arbei 
ten foll, entfpricht diefs einer Kolbengefchwiudigkeit von 13 Meter per Secunde, 
welcher die Dampfleitung mit circa 80 und 90 Millimeter Weite, l/ 20 und V16 
Cylinderquerfchnitt (Einftrömconftante J4 6 ) reichlich nachkommt. 
Die Deckel waren einfach, der Cylinder doppelwandig und mit dem Schieber- 
kalten zufammengegoffen. Der Schieberfpiegel lag ungewöhnlich weit (1V4 Cylin 
der Durchmeffer) von der Achfe weg, was lange Dampfwege gab. Der Kolben 
beftand aus zwei in der Nabe verfchnittenen, durch die Kolbenflangen-Mutter 
zufammengehaltenen Hälften und die Kolbenftange ging auch rückwärts durch 
eine Stopfbüchfe. 
Der Kreuzkopf war gegabelt und ftützte fich centrifch hinter dem Zapfen 
mit einer kurzen runden Säule auf eine unterlegte Geradführungsplatte. Diefe 
war durch eine mittlere Schraube mit unten verfenktem Kopfe und Obermutter 
an den Kreuzkopf gebunden und an der Gleitfläche cylindrifch gewölbt, nachdem 
die ans Bett gegoltene untere Führung rund ausgedreht erfchien; gegen das Los 
heben fchützten zwei nebengefchraubte Seitenlineale. 
Diefe Führungsfläche mafs 200 und 300 Millimeter und nachdem die 
Schubltange ungefähr 5%mal fo lang als die Kurbel war, fo kommt bei 5 Atmo- 
fphären Spannung in dem Cylinder der mäfsige Druck von l'5 Atmofphären auf 
die Führung. 
Der Zapfen lag in der Kreuzkopf-Gabel eingefchliffen und durch eine 
Mutter gehalten. Sein eigentlicher Arbeitstheil war 55 Millimeter dick und 85 
lang, fo dafs dort ein Schalendruck von 110 Atmofphären auftrat. 
Die runde Schubftange begann beim Kreuzkopfe mit einem gefchloffenen 
Kopfe, welcher aber abweichend vom Normalen mit einem flehenden Keile ver- 
fehen war, der die Schale mit fchmaler Fläche drückt, während ein liegender 
Keil diefs auf der ganzen Länge thun könnte. Vorn endete die Schubftange mit 
einem gewöhnlichen offenen Bügelkopfe. 
Der Kurbelzapfen mafs 80 und 90 Millimeter und erfuhr einen Druck von 
71 Atmofphären; die fpecififche Abnützarbeit betrug 078 Kilogramm Meter. 
Diefer Kurbelzapfen fleckte in einer fchmalen und theilweife balancirenden 
Kurbelfcheibe, deren Nabe kurz (0-9 der Bohrung lang) auf der Welle fleckte. 
Das Lager war an den Balken gegoffen und viertheilig. Der hohle Deckel 
durch jederfeits zwei Schrauben niedergehalten, Übergriff die Lagerwangen und 
die äufsere Seitenfchale allein war mit 2 Seitenfehrauben, welche fie ohne 
Zwifchenplatte drückten, Heilbar. Die Lagerung der Welle fand hier bei 140 Mil 
limeter Durchmeffer auf 240 Millimeter Länge ftatt, was 12'5 Atmofphären Auf 
lagedruck und 0-29 Kilogramm-Meter fpecififche Abnützarbeit gibt.
	        
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