Sachfifche Dampffchiffs- und Mafchinenbau-Anftalt.
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Der Regulator war ftrenge nach Farcot mit gekreuzten Ober- und Unter,
{langen conflruirt und Hand auf hohen architektonifchen Säulen mitten über dem
Cylinder. Die Stellflange, welche durch den Regulatorhebel an der Manchette
hing, griff unten mit Ringzähnen in das Zahnrad am Schieberkaften-Deckel, welches
an der Farcot-Daumenwelle fleckte, und ein Griffrad an der Stellflange ermög
lichte deffen Drehung durch die Hand.
Die ganze Mafchine erfchien anfpruchsvoll geformt und zeigte eine Menge
von Linien, indem jede Flanfche und jede Rippe mit Gefimfen und Gliedern
bedeckt war, was heute mit Recht nicht mehr üblich ifl und den Motor unnöthig
theurer macht. Aber fonfl wird die Mafchine, Dank ihrer grofsen Abmeffungen,
ruhig gehen, wenig Reparaturen koften und leicht eine bedeutende Steigerung
ihrer Gefchwindigkeit und Leiflung zulaffen.
Carlshütte bei Rendsburg.
Eine der Antriebsmafchinen im deutfchen Theile der Mafchinenhalle war
die von der Adliengefellschaft der Holler’fchen Carlshütte bei Rendsburg gefandte,
nominell 60 Pferdekraft flarke liegende Zwillingsmafchine. Diefe befland aus
zwei einfachen Mafchinen von je 460 Millimeter Cylinderbohrung und 0 84 Meter
Hub, welche an gemeinfamer Welle mit verfetzten Kurbeln arbeiteten und diefe
mit 45 Umdrehungen per Minute betrieben.
Es war eine flrammgezeichnete und gut ausgeführte Mafchine von etwas
veralteter Conflruölion. Zwei unten durchgehende Grundbalken von £_-Querfchnitt
(je einer für jeden Cylinder) lagen durch einen Steg hinter dem Schwungrade und
zwei Stege zwifchen den Cylindern verbunden und trugen vorn je ein Kurbel
lager centrifch, und hinten die Cylinder und untere Geradführung feitlich und nach
aufsen überhängend aufgefchraubt.
Der Regulator wirkte, wie diefs bei keiner anderen gröfseren Mafchine
deutfcher Conflrudlion fonfl der Fall war, auf die Droffeiklappe, und die etwas
complicirte Dampfleitung, fowie der ganze Organismus befland aus einer grofsen
Zahl verfchraubter flatt in Einem hergeflellter Beflandtheile.
Dafür waren aber die arbeitenden Flächen reichlicher als fonfl bemeffen,
was in Verbindung mit der mäfsigen Kolbengefchwindigkeit von 126 Meter der
Mafchine einen ruhigen Gang und lange Dauer fichert.
Zwifchen den beiden Cylindern hob fich das Dampfrohr aus der unter-
irdifchen Leitung, gabelte fich erfl horizontal und bog darauf zu den beiden auf
den Schieberkäften flehenden Anlafsventilen nieder. Dadurch war der Zugang
zur Flur zwifchen den Cylindern verfperrt und, weil dort der Regulator fland,
felbfl die Bedienung gehemmt.
Die Ausflrömung fand unten flatt und konnte für jeden Cylinder durch ein
eigenes Abfperrventil von dem anderen Cylinder getrennt werden, wenn einer der-
felben allein zu arbeiten hat. Nachdem folch’ ein Wechfel der Arbeitsweife aber
doch nicht häutig eintritt und dann immer einen längeren Stillfland für die Aus
hängung der Schub- und Excenterflangen bedingt, fo fchiene auch hier eine Blind-
verfchraubung thunlich, welche nicht nur die Anlage wohlfeiler, fondern auch den
Betrieb durch den Wegfall der Ventilwiderflände beffer laffen würde. Uebrigens
braucht auch folch’ ein unten im Abdampfe liegendes Ventil feine Wartung, fonfl
verfagt es, mit Schmiere und Keffelflein verlegt, im Bedarfsfälle den Dienfl.
Die Dampf - Zuführungsrohre zu dem einzelnen Cylinder hin hatten
90 Millimeter Weite oder i / 25 der freien Cylinderfläche, was bei der hier vor
kommenden Kolbengefchwindigkeit von 126 Meter per Secunde eben richtig
genügt, indem fich die mittlere Dampfgefchwindigkeit nur wenig über 30 Meter
(auf 315) erhebt.
Das Ausflrömrohr war erfl nach feiner Vereinigung hinter den Abfperr-
ventilen zu meffen. Dort befafs es 150 Millimeter lichten Durchmeffer oder, da es