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J. F. Radinger.
ftationären Mafchinen kleinerer Gattung häufig auf. Er ift einfach, verlangt aber
ein ausgefchmiedetes Schubftangen-Ende und ift wegen der geringeren Steifigkeit
gegen das Abfchwingen nur für mäfsige Gefchwindigkeiten paffend.
Eine neue Form des Schubflangenkopfes beftand aus einer an den Schaft
gefchmiedeten Gabel, deren vorderer Verfchlufs durch ein zwifchen Quernafen
eingefchobenes Maffivftück gebildet war, welches dann eine Durchfteckfchraube
am Platze und die Gabel gefchloffen hielt. Dabei übertragen die Quernafen den
Druck auf breite Flächen, welche vor dem Verfchlagen, wie es einer Keilbahn
gefchieht, durch ihre Gröfse gefchützt find. Diefe Form pafst daher gleichfalls für
hohe Gefchwindigkeit (bei gekröpfter Welle) und war auch dafür verwendet.
Für kleinere Mafchinen ift ip England der fchmiedbare Gufs ziemlich verbreitet.
Werden die Stangenköpfe daraus gemacht, fo wird der Schaft mit denfelben
durch Einfehrauben in deren Gewinde verbunden.
Die Kurbeln beftanden meift aus Schmiedeifen, oder waren in die Form
von Kurbelfcheiben gebracht. Nur kleinere Firmen verwenden Gufskurbeln. Die
fchmiedeifernen Kurbeln waren öfter auf der Hinterfeite theilweife oder gänzlich
eben, was die Herftellung wefentlich erleichtert, aber fonft weder gut noch
fchön ift.
Bei den Kurbelfcheiben war der Vortheil, den diefe bieten, nämlich die
Unterbringung eines Balanzgewichtes zwanglos zu gewähren, meift nur höchft
befcheiden ausgenützt, ja felbft Mafchinen der gröfsten Gattung hatten gänzlich
(nicht einmal den Kurbelzapfen balancirende) ebene Rückwände. Bevor nicht in
diefer Hinficht befferes Einfehen Platz greift, bleibt die„erfahrungsmäfsige“ Kolbengefchwindigkeit
klein.
Die gekröpfte Kurbel ift für gute Stationärmafchinen nicht mehr verwendet.
Kleinere Modelle und Locomobile erhalten wohl diefe Form, wobei die gebogene
Welle, d. i. jene mit dem unzerftörten Faferflufs, die klobig gefchmiedete und
mit herausgebohrter Höhlung hergeftellte mit Recht verdrängt. In dem Abbiegen
und Fertigfehmieden folcher Wellen wird Erftaunliches geleiftet. Die herausgebohrten
Kurbeln erfcheinen dem Auge wohl weitaus gefälliger, aber jede bricht
über kurz oder lang.
Die Unterbringung der Balanzgewichte bei gekröpften Kurbelwellen ift
bereits in verläfslicher Weife mittelft in den Kurbelarm feitlich eingelaffener, das
Balanzgewicht durchfetzender und mit Endmuttern haltender Eifenbügel gelöft,
wie es an mehreren Mafchinen auch in der Ausftellung zu finden war.
Die Lagerung der Kurbelwelle in mehr als zwei Lagern ift bekanntlich
fchlecht. Trotz dem kamen dreimal gelagerte häufig, und an einer der anfpruchvollften
franzöfichen Mafchine (keine Zwillingsmafchine) eine viermal gelagerte
Welle vor.
Dafs in den Wellen und ebenfo bei den Zapfen und überall, wo halbwegs
bedeutendere Kräfte oder Vibrationen Vorkommen, das Princip der langfamen
Querschnittsübergänge fichtbarer wird als je früher, verdankt der Mafcbinenbau
wohl hauptfächlich den Erfahrungen der Eifenbahnen. Jeder plötzliche Querfchnittsübergang
birgt einen beginnenden Bruch. So find denn auch die Kurbelwellen
heute oft ohne jede Eindrehung, ohne Bund etc. in das Lager gelegt und
zur Aufnahme der Kurbel in gleicher Dicke,beiaffen.
Unverfenkte Bunde, welche zwifchen Lager und Kurbel, oder zwifchen
Kurbel und Stangenkopf Vorkommen, bezeichnen ftets eine mindergute Conftruction,
welche fich um die fchädlichen Hebelsarme wenig bekümmert.
Die Kurbellager find meift mehrtheilig und mit Rückficht auf die feitliche
Abnützung im horizontalen Sinne Heilbar. Die Nachftellung gefchieht entweder
durch hinterlegte Zugkeile von oben, oder durch Druckfchrauben, welche durch
die Lagerwangen hindurch gefchraubt find. Elftere find meift beiderfeitig, letztere
meift nur auf der Aufsenfeite des Lagers verwendet. Wegen der Schwächung der
Lagerwangen und des von einer Spitze ausgehenden Druckes auf die Schalen