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Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J.  F.  Radinger.

ftationären  Mafchinen  kleinerer  Gattung  häufig  auf.  Er  ift  einfach,  verlangt  aber
ein  ausgefchmiedetes  Schubftangen-Ende  und  ift  wegen  der  geringeren  Steifigkeit
gegen  das  Abfchwingen  nur  für  mäfsige  Gefchwindigkeiten  paffend.
Eine  neue  Form  des  Schubflangenkopfes  beftand  aus  einer  an  den  Schaft
gefchmiedeten  Gabel,  deren  vorderer  Verfchlufs  durch  ein  zwifchen  Quernafen
eingefchobenes  Maffivftück  gebildet  war,  welches  dann  eine  Durchfteckfchraube
am  Platze  und  die  Gabel  gefchloffen  hielt.  Dabei  übertragen  die  Quernafen  den
Druck  auf  breite  Flächen,  welche  vor  dem  Verfchlagen,  wie  es  einer  Keilbahn
gefchieht,  durch  ihre  Gröfse  gefchützt  find.  Diefe  Form  pafst  daher  gleichfalls  für
hohe  Gefchwindigkeit  (bei  gekröpfter  Welle)  und  war  auch  dafür  verwendet.
Für  kleinere  Mafchinen  ift  ip  England  der  fchmiedbare  Gufs  ziemlich  verbreitet. ­
  Werden  die  Stangenköpfe  daraus  gemacht,  fo  wird  der  Schaft  mit  denfelben
  durch  Einfehrauben  in  deren  Gewinde  verbunden.
Die  Kurbeln  beftanden  meift  aus  Schmiedeifen,  oder  waren  in  die  Form
von  Kurbelfcheiben  gebracht.  Nur  kleinere  Firmen  verwenden  Gufskurbeln.  Die
fchmiedeifernen  Kurbeln  waren  öfter  auf  der  Hinterfeite  theilweife  oder  gänzlich
eben,  was  die  Herftellung  wefentlich  erleichtert,  aber  fonft  weder  gut  noch
fchön  ift.
Bei  den  Kurbelfcheiben  war  der  Vortheil,  den  diefe  bieten,  nämlich  die
Unterbringung  eines  Balanzgewichtes  zwanglos  zu  gewähren,  meift  nur  höchft
befcheiden  ausgenützt,  ja  felbft  Mafchinen  der  gröfsten  Gattung  hatten  gänzlich
(nicht  einmal  den  Kurbelzapfen  balancirende)  ebene  Rückwände.  Bevor  nicht  in
diefer  Hinficht  befferes  Einfehen  Platz  greift,  bleibt  die„erfahrungsmäfsige“  Kolbengefchwindigkeit
  klein.
Die  gekröpfte  Kurbel  ift  für  gute  Stationärmafchinen  nicht  mehr  verwendet.
Kleinere  Modelle  und  Locomobile  erhalten  wohl  diefe  Form,  wobei  die  gebogene
Welle,  d.  i.  jene  mit  dem  unzerftörten  Faferflufs,  die  klobig  gefchmiedete  und
mit  herausgebohrter  Höhlung  hergeftellte  mit  Recht  verdrängt.  In  dem  Abbiegen
und  Fertigfehmieden  folcher  Wellen  wird  Erftaunliches  geleiftet.  Die  herausgebohrten ­
  Kurbeln  erfcheinen  dem  Auge  wohl  weitaus  gefälliger,  aber  jede  bricht
über  kurz  oder  lang.
Die  Unterbringung  der  Balanzgewichte  bei  gekröpften  Kurbelwellen  ift
bereits  in  verläfslicher  Weife  mittelft  in  den  Kurbelarm  feitlich  eingelaffener,  das
Balanzgewicht  durchfetzender  und  mit  Endmuttern  haltender  Eifenbügel  gelöft,
wie  es  an  mehreren  Mafchinen  auch  in  der  Ausftellung  zu  finden  war.
Die  Lagerung  der  Kurbelwelle  in  mehr  als  zwei  Lagern  ift  bekanntlich
fchlecht.  Trotz  dem  kamen  dreimal  gelagerte  häufig,  und  an  einer  der  anfpruchvollften
  franzöfichen  Mafchine  (keine  Zwillingsmafchine)  eine  viermal  gelagerte
Welle  vor.
Dafs  in  den  Wellen  und  ebenfo  bei  den  Zapfen  und  überall,  wo  halbwegs
bedeutendere  Kräfte  oder  Vibrationen  Vorkommen,  das  Princip  der  langfamen
Querschnittsübergänge  fichtbarer  wird  als  je  früher,  verdankt  der  Mafcbinenbau
wohl  hauptfächlich  den  Erfahrungen  der  Eifenbahnen.  Jeder  plötzliche  Querfchnittsübergang
  birgt  einen  beginnenden  Bruch.  So  find  denn  auch  die  Kurbelwellen ­
  heute  oft  ohne  jede  Eindrehung,  ohne  Bund  etc.  in  das  Lager  gelegt  und
zur  Aufnahme  der  Kurbel  in  gleicher  Dicke,beiaffen.
Unverfenkte  Bunde,  welche  zwifchen  Lager  und  Kurbel,  oder  zwifchen
Kurbel  und  Stangenkopf  Vorkommen,  bezeichnen  ftets  eine  mindergute  Conftruction,
  welche  fich  um  die  fchädlichen  Hebelsarme  wenig  bekümmert.
Die  Kurbellager  find  meift  mehrtheilig  und  mit  Rückficht  auf  die  feitliche
Abnützung  im  horizontalen  Sinne  Heilbar.  Die  Nachftellung  gefchieht  entweder
durch  hinterlegte  Zugkeile  von  oben,  oder  durch  Druckfchrauben,  welche  durch
die  Lagerwangen  hindurch  gefchraubt  find.  Elftere  find  meift  beiderfeitig,  letztere
meift  nur  auf  der  Aufsenfeite  des  Lagers  verwendet.  Wegen  der  Schwächung  der
Lagerwangen  und  des  von  einer  Spitze  ausgehenden  Druckes  auf  die  Schalen
            
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