MAK

Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Friedrich Wannieck in Brünn. 163 
Zwifchenbund vor dem Lager fafs, die Hebelmomente für Welle und Seitenbalken 
möglichft verringert. 
Die Kurbelwelle ging mit der gleichen Stärke von 171 Millimeter und ohne 
jeden Bund durch Exenter, Lager und Kurbelnabe* In den Schalen lag fie 342 
Millimeter lang. Hier herrfchte der geringe Auflagedruck von 15 Atmofphären 
und die geringe fpecififche Abnützarbeit von 0 32 Kilogramm-Meter. Das Kurbel 
lager war mit dem Hauptbalken zufammengegoffen, jede Seite feiner viertheiligen 
Schalen durch je eine Keilfehraube von oben Heilbar und der übergreifende 
Deckel mit jederfeits 2 Schrauben niedergehalten. 
Das Schwungrad mafs 4'24 Meter Durchmeffer und hatte 4000 Kilogramm 
Gewicht. Sein Kranz, von (radial) 150 Millimeter Höhe und 250 Breite, enthielt 
die Schlitze zur Aufnahme der 180 Holzzähne (Theilung 110, Breite 200) dire<5l 
eingegoffen. Das Rad war zweitheilig und die Fuge ging durch zwei einander 
gegenüberliegende Arme; die Verbindung gefchah durch jederfeits eine Schraube 
in der Nabe, eine in y 3 Armlänge und eine knapp inner dem Kranz. Der Keil 
fafs im Schnitt. 
Die Condenfation fand in dem vertical abwärts führenden, 280 Millimeter 
weiten Ausftrömrohre ftatt, in deffen Achse das Einfpiitzwaffer von unten aufflieg, 
und ober dem es durch ein conifches Ventil regulirbar gleichfam eine Waffer- 
taffe bildete, auf welche der Dampf traf und mit deren Tropfen er niederfallend 
condenfirt wurde. Wie ich hörte, bewährte fich diefe Vorrichtung, welche den 
Verbrauch an Einfpritzwaffer auf ein Minium reduciren foll, anfangs nicht, indem 
der Dampf die Waffertaffe nicht durchbrechen konnte und hohen Gegendruck 
verurfachte. Durch Einbehaltung von Stegen oder Anbringung einer durch 
löcherten Rofe ward aber der Mifsfland bald behoben und ein gutes Vacuum 
erzeugt. 
Die doppelwirkende Luftpumpe lag tief im Fundament — und gleichzeitig 
mit der Speifepumpe vom Verticalarm eines gufseifernen Winkelhebels angetrieben, 
deffen dreimal fo langer Horizontalarm durch eine Lenkftange mit den Kurbel 
zapfen in Verbindung Hand. Während der Ausftellung war fie aber nicht dauernd 
in Wirkung, weil der Abflufs der Condenfationswäffer durch die Sickergruben 
nicht reichlich genug von Statten ging. Der Luftpumpkolben hat 310 Milli 
meter Durchmeffer und 0 315 Meter Hub, wodurch das von ihm befchriebene 
Volumen V0 des vom Dampfkolben durchlaufenen Volumens beträgt. 
Die Mafchine war mit einem in der halben Länge der Geradführung oben 
auf den Hauptbalken geftellten Porter’fchen Regulator verfehen, welcher von 
einem Riemen angetrieben wurde, und deffen Manchette mit gerade niederhän 
gender Stange einen der Arme zweier quer auf dem Hauptbalken knapp neben 
einandergelagerten kurzen Wellen ergriff, welche durch zwei kleine Kraufelräder 
in Verbindung ftanden. Diefe kurzen Wellen mufsten daher im entgegengefetzten 
Sinne ofcilliren, falls der Regulator fpielt. Aufsen an den freien Enden, d. i. ober 
den Steuerftangen, hing von jeder Welle ein Arm nieder und jeder griff eine 
Horizontalftange an, auf welcher je ein Ausrückkeil fleckte. 
Diefe beiden Ausrückftangen und durch fie die Keile wurden daher beide 
nach einwärts oder beide nach auswärts, aber ftets im fymmetrifchen Sinne vom 
Regulator bewegt. 
Was nun die Steuerung felbft betrifft, welche durch den Regulator 
beherrfcht wird, fo ift das eine nach dem Syflem Wannieck-Köppner geänderte 
Corlifs-Steuerung, welche alle Füllungsgrade zuläfst. 
Die Steuerung befteht vorerft aus einem Excenter, welches mit normalem 
Voreilwinkel eine in der halben Cylinderlänge angebrachte Corlifs-Scheibe 
fchwingen macht, an der die vier Drehfchieber-Stangen hängen. 
Die Verbindungsflangen, welche von den obern Zapfen auf der innern 
Seite der Corlifs-Scheibe zu den Schieberhebeln führen und diefe ziehend öffnen,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.