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Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Die Dampfmaschinen. 
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Scheint die Keilftellung, welche auch feiner Stellt, die beffere zu lein, wenn he 
auch theuerer kommt. 
Keine der gröfseren amerikanischen und englifchen Mafehinen hatte übri 
gens derartige Lager, Sondern nur Solche mit Schief gefchnittenen Schalen. 
Bei Verwendung des Seitenbalkens Soll die Aufstellung des Lagers auf das 
Fundament eine gröfstmöglichfte Fläche oder eigentlich eine gröfstmöglichfte 
Maffe desfelben auf breitefter BaSis umfaßen. Um nun weit mit dem Lagerfufse 
nach hinten kommen zu können, ift der Fufs häufig gefondert angefetzt. Bei 
Mafehinen mit unten durchlaufender Grundplatte findet man das Lager me ift 
angefchraubt und erft feiten angegoffen. Doch macht diefs aus nahen 
Gründen hier weit gröfsere Schwierigkeit als dort und war in der Ausheilung 
meift nur an englifchen und franzöfifchen und der ruffifchen Mafchine zu 
finden. 
Das Schwungrad befleht feiten aus mehr als zwei Theilen. Die Verbindung 
durch warm aufgezogene Ringe an der Nabe und Einlagkeil im Kranz Scheint 
völlig ausreichend zu fein und war häufig verwendet. Den Schnitt durch die 
Arme zu führen und diefe halben Weges nochmals zu verfchrauben, fand Sich auch 
einige Male, und zwar zumeist in Oefterreich vor. 
Dafs die Uebertragung der Arbeit vom Rad auf die Transmiffion in der 
Mehrzahl der Fälle durch Riementrieb und nicht mittelst Zahnräder erfolgte, 
dürfte hauptsächlich der kurzen Verwendungsdauer zuzufchreiben fein. Grofse 
Riementriebe verurfachen nämlich gröfsere UebertragungsverluSte als Zahnräder. 
Da aber letztere von den fpeciellen örtlichen Bedingungen abhängen, unter wel 
chen die Mafehinen endgiltig arbeiten, fo waren für die vorübergehende Ausstel 
lung meift die Schwungräder gedreht und die Riemen auf Sie gelegt, was hier 
noch manchen Nebenvortheil brachte. 
Ueber die Riemen felbft handelt ein eigener Theil diefes Berichtes. 
Entwickelten fich derart für die Anordnung und für die Detaile gewilfe, 
von der Mehrzahl der Conftnufteure als zweckentfprechendft erkannte Zweck 
formen, fo gilt diefs nicht minder von dem eigentlichen Stil, in welche diefe 
Formen gekleidet werden. Diefer charakterifirt bereits völlig den Zweck, wel 
chem das Ganze, und welchem jedes einzelne Glied dient. Deffen Starre oder 
elaftifche Flächen und Linien, die Sich bereits gänzlich von jenen der Steinarchi 
tektur losgerungen haben, wecken in dem Befchauer den beruhigenden Eindruck, 
dafs bei der Formgebung die Kräfte wohl bedacht und gewürdigt wurden, wel 
chen die Mafchine und deren Theile zu begegnen haben, und dafs bei der Con- 
ftnnftion jener klare Ernft obwaltete, der jedes unwürdige Spiel verabfeheut. Dabei 
ift der Schönheit, welche Sich durch naturgemäfse Symmetrien, durchVerwendung von 
Formen gleicher Fettigkeit, des wechfelnden Materiales etc. aufser den harmoni- 
fchen Verhältniffen und einer reinen Zeichnung von felbft ergibt, in hohem Mafse 
Rechnung getragen, aber diefelbe ausfchliefslich durch die Zweckmäfsigkeit und 
nicht durch das Ornament gewonnen. 
Die confequente Zweckmäfsigkeit der Formen (welche auch die leichte 
Herftellbarkeit umfafst) kennzeichnet alfo die heutigen Mafehinen. Keine 
unnöthige Linie und kein Zierath ift an ihnen zu finden und jeder ihrer Theile 
trägt den Charakter felfiger Ruhe oder blanker Beweglichkeit — wie er eben zu 
dienen hat. 
Verirrungen gegen diefen berechtigt herrfchenden Gefchmack kamen nach 
beiden Seiten hin vor, ohne jedoch mehr als Ausnahmen zu fein. 
Die Gewichte der grofsen Antriebsmafchinen, loweit es fich in der Aus 
heilung erheben liefs, betragen zwifchen 4 4 und 7 4 Kilogramm per l Quadrat- 
centimeter Cylinderquerfchnitt ohne Schwungrad. Im weiten Mittel ift das 
Gewicht einer heutigen Mafchine gleich dem Dampfdruck auf ihren Kolben, fo
	        
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