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MAK

Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J.  F.  Radinger.

Mafchinen-  und  Waggonbau-  Fabriks-Actiengefellfchaft  in
Simmering.
Diefe  Firma  (vormals  H.  D.  Schmid)  ftellte  3  Dampfmafchinen,  davon  eine
mit  rotirender  Steuerung,  Syftem  Radinger,  und  ein  Dampfgebläfe  aus,  deren
erftere  fich,  abgefehen  von  manch’anderem  guten  Detail,  durch  eine  neue  Bettform
auszeichnete.
Die  grofseDampfmafchine  war  ein  zwei  cylindrig-gekuppelter,  für  ein
Sägewerk  beftimmter  Motor,  bei  welchem  es  fich  hauptfächlich  darum  handelte,  die
beim  Betrieb  der  Gatter  auftretenden  Stöfse  und  Erfchütterungen  unfchädlich
zu  machen.  Ferner  füllte  fie  mit  der  gröfsten  Einfachheit,  aber  doch  fo,  dafs  der
ökonomifche  Betrieb  nicht  zu  fehl*  darunter  leidet,  ausgeführt  fein,  damit  fie  jedem
nur  einigermafsen  intelligenten  Menfchen  anvertraut  werden  darf.
Die  erfte  Bedingung  beftimmte  die  Bettform.  Nachdem  nämlich  die  Stöfse
nur  durch  das  Kurbellager  in  die  Mafchine  kommen  können,  fo  ift  es  angezeigt,
die  Hauptmaffe  des  Bettes  und  des  Fundamentes  dort  zu  häufen,  wie  es  wohl  auch
bei  Kurbellagern  der  Seitenbalken  längfl  angeftrebt  wird.  Um  aber  das  Mauerwerk ­
  centrifch  zu  faffen  und  nachdem  bei  der  flets  gleichen  Drehrichtung  der
Aktionären  Mafchine  eine  einfeitige  untere  Führung  genügt,  formte  fich  der
Hauptbalken  als  ein  beim  Lager  gefchloffener  Rahmen,  der  unter  der  Führung
freiliegend  und  gerade  hinlief,  und  fich  erflvor  dem  Cylinder  erhob,  um  fich  an
deffen  Vorderflanfch  im  Kreife  verfchnitten  anzufchliefsen.  Diefe  Bettform  entfpricht
  gleichfam  dem  um  90  Grade  nach  abwärts  gedrehten  Seitenbalken  und
birgt  deffen  Vortheile,  der  gefunden  centrifchen  Verbindung  zwifchen  Cylinder
und  Lager  und  der  richtigen  Montirbarkeit  im  erhöhten  Mafs.  Das  allfalls  etwas
fchwerere  Gewicht  wird  durch  die  gröfsere  Stabilität  des  Lagers  reichlich  aufgewogen. ­

Die  zweite  Bedingung:  die  gröfste  mögliche  Einfachheit  bei  variabler
Füllung,  brachte  die  Meyer’fche  Steuerung  zur  Anwendung.
Jeder  Cylinder  bildete  mit  dem  angegoffenen  Vorderdeckel,  dem  Schieber
kalten  und  dem  Tragblock,  der  ihn  diredt  am  Fundamente  hielt,  ein  einziges
Gufsftück.  Diefes  umfafste  auch  noch  das  im  Fufs  untergebrachte  Dampfrohr  mit
dem  Sitz  des  Einftrömdrehfchiebers,  den  Anfatz  für  das  unten  wegführende  Ausftrömrohr,
  die  Schieberftangen-Stopfbüchfen,  die  Schmierrohre  etc.  und  war  fo
gleichzeit  ein  Ausftellungsftück  der  Giefserei  diefer  Fabrik.
Die  Cylinder  hatten  je  475  Millimeter  Bohrung  und  die  Kolben  0  95  Meter
Hub.  Die  Kolbengefchwindigkeit  beträgt  1*58  Meter  per  Secunde,  nachdem  die
Mafchine  normal  mit  50  Umdrehungen  per  Minute  geht.  Die  Dampfrohre  waren
eng  und  mafsen  90  und  120  Millimeter  lichte  Weite,  was  1  27  und  y i5 ,  und  die
Einflrömcanäle  40  bei  220  Millimeter,  was  1 4o  der  freien  Kolben-Querfchnitts-Fläche
  und  einer  Einftrömconflanten  von  y 42  und  y s2  entfpricht.
Der  Kolben  war  zweitheilig,  der  Hauptkörper  auf  die  65  Millimeter  dicke
Stange  gekeilt  und  der  Deckel  mit  verfenkten  Schrauben  gehalten.  Der  Vorderdeckel ­
  des  Cylinders  war  doppelwandig  und  an  den  Cylinder  angegoffen.  Die
Kernlöcher  waren  nach  aufsen  zu  offen,  aber  von  dem  Innenrand  des  Bettbalkens
gedeckt.  Die  Stopfbüchfe  war  gefondert  eingefetzt.  Der  Hinterdeckel  führte  die
verlängte  Kolbenflange  in  einer  Stopfbüchfe  und  war  fammt  diefer  mit  einer  blanken
Gufshaube  verkleidet.
Vorn  endete  die  Kolbenflange  mit  einem  aufgekeilten  gufseifernen  Kreuzkopf, ­
  deffen  unten  angegoffene  Geradeführungsplatte  240  Millimeter  breit  und
370  Millimeter  lang  war,  und  bei  5  Atmofphären  Ueberdruck  im  Cylinder  2  0  Kilogramm ­
  Auflagedruck  per  Quadratcentimeter  erfuhr.  Normale  fchmale  Schmiede
Eifen-Schienen  Übergriffen  die  Führungsplatte  aus  bekanntem  Grund.
            
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