Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Mafchinenbau-Adliengefellfchaft  (vormals  Danek  &  Comp,  in  Prag.)

193

Zahnrad  gekeilt,  welches  in  das  circa  doppelt  fo  grofse  eigentliche  Hauptrad  eingriff
  und  die  Walzwelle  trieb.
Die  Dampfvertheilung  gefchah  fürjeden  Cylindermit  3  Excentern,  deren  je
zwei  eine  Stephenfon’fche  Couliffe  und  mit  dem  Gleitbacken  die  Grundfchieber
bewegten,  während  die  dritten  Excenter,  des  gleichen  Vor-  und  Rtickwärtsganges
halber  unter  180  Grad  gegen  ihre  Kurbeln  fteckend,  Meyer’fche  Expanfionsplatten
am  Rücken  der  erfteren  führten.
Die  Couliffe,  welche  derart  nur  dem  Zwecke  der  Umfteuerung  dient,  wird
bei  folch  grofsen  Mafchinen  nicht  mehr  durch  die  Hand  verftellt,  deren  Kraft  für
die  gleichzeitig  nöthige  Umftellung  der  belafteten  Schieber  nicht  mehr  ausreicht,
fondern  durch  den  Druck,  den  frifcher  Dampf  auf  den  Kolben  eines  eigens  dafür
beigegebenen  Steuercylinders  übt.  Diefer  Steuercylinder  lag  in  der  Mitte  zwifchen
den  beiden  Cylindern  und  fein  ganz  kleiner  Schieber  empfing  die  Bewegung
durch  einen  Hebel  vom  Wärterftande  aus.  Damit  die  jedesmal  mit  einem  einzigen
Hub  gethane  Arbeit  feines  Kolbens,  das  Heben  oder  Senken  der  Couliffe,  nicht
zu  plötzlich  gefchieht,  geht  die  rückwärts  verlängerte  Kolbenftange  mit  aufgekeiltemKolben
  in  einen  mit  Oel  gefüllten  Cylinder,  deffen  Widerftand  eine  fonft
ruckweife  auftretende  Bewegung  bremft.  Vorn  greift  aber  die  Arbeitsfeite  der
Hilfs-Kolbenftange  an  dem  Verticalarm  einer  Querwelle,  welche  unter  der  Flur
gelagert  iffc  und  zu  den  Couliffen  reichende  Horizontalarme  trägt,  auf  welche  fich
die  Hängftangen  derfelben  ftützen,  während  zwei  Gegengewichtsarme  die  todten
Gewichte  balanciren.
Wichtig  ift  es  dabei,  die  Steuerung  fo  einzurichten,  dafs  das  Gleitftück
der  Couliffe  auch  in  andern  Punkten  als  den  beiden  äufserften  angehalten
werden  kann.  Um  diefs  zu  ermöglichen,  ift  bei  diefer  Mafchine  der  kleine
Umfteuercylinder  mit  zwei  Schiebern  ausgeftattet,  von  welchen  der  untere  von
der  Hand  des  Mafchiniften  bethätigt  wird,  wogegen  der  obere  (an  dem  Verticalarm ­
  der  Steuerwelle  hängend  und  mit  demfelben  reducirten  Hubes  gehend)
immer  beim  entfprechenden  Weg  des  Steuer-Dampfkolbens  die  Dampfeinftrömung
  abfperrt.  Dafs  hiebei  der  Dampf  expandiren  wird  und  keine  genaue
Einftellung  erfolgt,  ift  felbftverftändlich,  kann  jedoch  ganz  exadt  gemach;
werden,  wenn  man  den  Apparat  ftatt  mit  dem  Dampfraum  der  Keffel  mit  dem
Wafferraum  derfelben  verbindet.
Beim  Stand  des  Mafchiniften,  Mitte  hinten  zwifchen  den  beiden
Cylindern,  befindet  fich  noch  ein  grofses  Griffrad  für  das  Dampfabfperr-Doppelfitzventil
  der  unterirdifchen  Dampfzuleitung,  und  fymmetrifch  zum  Schieberhebel
des  Steuercylinders  ein  Hebel  zur  Bewegung  der  Condenfations-Wafferhähne  an
den  vier  Cylinderenden  und  der  Dampfleitung.
Die  Dimenfionen  der  Mafchine  find  koloffal.
Die  Dampfcylinder  haben  1100  Millimeter  Durchmeffer  und  die  Kolben
i'3  Meter  Hub.  Das  Haupt-Dampfrohr  mifst  400,  jedes  Einzelrohr  300  und  jeder
Dampfweg  90  bei  800  Millimeter.  Es  entspricht  diefs  einem  Querfchnittsverhältnifs
  der  Zuleitung  von  */ ls  des  Cylinderquerfchnittes,  was  wohl  an  und  für
fich  grofs  ift,  aber  doch  56  Meter  Dampfgefchwindigkeit  verlangt  und  nicht
den  vollen  Keffeldruck  hinter  den  Kolben  zu  leiten  im  Stande  ist,  wenn  die
Mafchine  mit  100  Touren  per  Minute  geht.
Normal  foll  mit  80  bis  100  Umdrehungen  gearbeitet  werden,  wobei  die
Kolbengefchwindigkeit  3  5  bis  4  3  Meter  per  Secunde  beträgt.
Bei  diefen  grofsen  Einftrömöffnungen  find  die  Canäle  getheilt  und  auch
die  Platten  der  Meyer’fchen  Expanfionsfchieber  doppelt;  die  Schieberkaften  find
aufgefchraubt.
Der  Cylinder  und  feine  Deckel,  fowie  der  Schieberkaften  find  mit  Blech
umkleidet  und  mit  jederfeits  7  Stockfchrauben  zwifchen  den  4  Rippen  der  ftarken
Pratzen  auf  je  eine  untenliegende  Grundplatte  gefchraubt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.