Mafchinenbau-Adliengefellfchaft (vormals Danek & Comp, in Prag.)
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Zahnrad gekeilt, welches in das circa doppelt fo grofse eigentliche Hauptrad eingriff
und die Walzwelle trieb.
Die Dampfvertheilung gefchah fürjeden Cylindermit 3 Excentern, deren je
zwei eine Stephenfon’fche Couliffe und mit dem Gleitbacken die Grundfchieber
bewegten, während die dritten Excenter, des gleichen Vor- und Rtickwärtsganges
halber unter 180 Grad gegen ihre Kurbeln fteckend, Meyer’fche Expanfionsplatten
am Rücken der erfteren führten.
Die Couliffe, welche derart nur dem Zwecke der Umfteuerung dient, wird
bei folch grofsen Mafchinen nicht mehr durch die Hand verftellt, deren Kraft für
die gleichzeitig nöthige Umftellung der belafteten Schieber nicht mehr ausreicht,
fondern durch den Druck, den frifcher Dampf auf den Kolben eines eigens dafür
beigegebenen Steuercylinders übt. Diefer Steuercylinder lag in der Mitte zwifchen
den beiden Cylindern und fein ganz kleiner Schieber empfing die Bewegung
durch einen Hebel vom Wärterftande aus. Damit die jedesmal mit einem einzigen
Hub gethane Arbeit feines Kolbens, das Heben oder Senken der Couliffe, nicht
zu plötzlich gefchieht, geht die rückwärts verlängerte Kolbenftange mit aufgekeiltemKolben
in einen mit Oel gefüllten Cylinder, deffen Widerftand eine fonft
ruckweife auftretende Bewegung bremft. Vorn greift aber die Arbeitsfeite der
Hilfs-Kolbenftange an dem Verticalarm einer Querwelle, welche unter der Flur
gelagert iffc und zu den Couliffen reichende Horizontalarme trägt, auf welche fich
die Hängftangen derfelben ftützen, während zwei Gegengewichtsarme die todten
Gewichte balanciren.
Wichtig ift es dabei, die Steuerung fo einzurichten, dafs das Gleitftück
der Couliffe auch in andern Punkten als den beiden äufserften angehalten
werden kann. Um diefs zu ermöglichen, ift bei diefer Mafchine der kleine
Umfteuercylinder mit zwei Schiebern ausgeftattet, von welchen der untere von
der Hand des Mafchiniften bethätigt wird, wogegen der obere (an dem Verticalarm
der Steuerwelle hängend und mit demfelben reducirten Hubes gehend)
immer beim entfprechenden Weg des Steuer-Dampfkolbens die Dampfeinftrömung
abfperrt. Dafs hiebei der Dampf expandiren wird und keine genaue
Einftellung erfolgt, ift felbftverftändlich, kann jedoch ganz exadt gemach;
werden, wenn man den Apparat ftatt mit dem Dampfraum der Keffel mit dem
Wafferraum derfelben verbindet.
Beim Stand des Mafchiniften, Mitte hinten zwifchen den beiden
Cylindern, befindet fich noch ein grofses Griffrad für das Dampfabfperr-Doppelfitzventil
der unterirdifchen Dampfzuleitung, und fymmetrifch zum Schieberhebel
des Steuercylinders ein Hebel zur Bewegung der Condenfations-Wafferhähne an
den vier Cylinderenden und der Dampfleitung.
Die Dimenfionen der Mafchine find koloffal.
Die Dampfcylinder haben 1100 Millimeter Durchmeffer und die Kolben
i'3 Meter Hub. Das Haupt-Dampfrohr mifst 400, jedes Einzelrohr 300 und jeder
Dampfweg 90 bei 800 Millimeter. Es entspricht diefs einem Querfchnittsverhältnifs
der Zuleitung von */ ls des Cylinderquerfchnittes, was wohl an und für
fich grofs ift, aber doch 56 Meter Dampfgefchwindigkeit verlangt und nicht
den vollen Keffeldruck hinter den Kolben zu leiten im Stande ist, wenn die
Mafchine mit 100 Touren per Minute geht.
Normal foll mit 80 bis 100 Umdrehungen gearbeitet werden, wobei die
Kolbengefchwindigkeit 3 5 bis 4 3 Meter per Secunde beträgt.
Bei diefen grofsen Einftrömöffnungen find die Canäle getheilt und auch
die Platten der Meyer’fchen Expanfionsfchieber doppelt; die Schieberkaften find
aufgefchraubt.
Der Cylinder und feine Deckel, fowie der Schieberkaften find mit Blech
umkleidet und mit jederfeits 7 Stockfchrauben zwifchen den 4 Rippen der ftarken
Pratzen auf je eine untenliegende Grundplatte gefchraubt.